7. November 2012, 17:38 Uhr

Kastelruther Spatzen holen zum Gegenangriff aus

Die Volksmusikband will mit einem Live-Auftritt beweisen, dass sie ihre Stücke sehr wohl selbst spielt. Der ehemalige Produzent der Gruppe hatte das Gegenteil behauptet.

Kastelruther Spatzen, Betrugsvorwürfe, Live-Auftritt, Volksmusik

Die Kastelruther Spatzen wollen in Insbruck beweisen, dass sie ihre Musik sehr wohl selbst spielen und singen.©

Das lassen sie nicht auf sich sitzen. Bei einem Live-Auftritt in Innsbruck wollen die Kastelruther Spatzen nun beweisen, dass sie ihre Instrumente sehr wohl selbst spielen und auch selbst singen. Zuvor hatte ihr ehemaliger Produzent Walter Widemair den Schunkelstars in einem Zeitungsbericht Betrug vorgeworfen. Sänger Norbert Rier wurde auf weiten Teilen der Platten von Studiomusikern statt von den echten Spatzen begleitet, sagte Widemair. Band und Plattenfirma hatten dies zunächst als gängige Praxis bestätigt.

Die für die CD-Aufnahmen engagierten Studiomusiker seien im Impressum jedes CD-Booklets namentlich erwähnt, teilte der Manager der Gruppe Helmut W. Brossmann mit. Auch die zusätzlichen Stimmen bei Choraufnahmen seien aufgeführt worden.

Der Manager vermutet hinter den Vorwürfen wirtschaftliches Kalkül. Widemair suche lediglich Werbung für sein Buch, hieß es in der Erklärung weiter. In fast 30 Jahren hätte die Band auf allen Tourneen immer alles live gesungen und gespielt.

Live-Auftritt vor Millionenpublikum

An diesem Samstag nun wollen die Volksmusiker im Musikantenstadl in Innsbruck live vor einem Millionenpublikum auftreten und damit beweisen, dass an den Vorwürfen nichts dran ist. "Die Kastelruther Spatzen haben darum gebeten, live zu spielen. Damit wollen sie ihren Fans und Kritikern zeigen, dass sie Vollblutmusiker sind", sagte die Unterhaltungschefin des Bayerischen Rundfunks, Annette Siebenbürger, in München. Bei Shows dieser Größenordnung sei es eigentlich üblich, Halbplayback zu spielen. Dabei wird die Musik vom Band eingespielt und die Künstler singen live. Die Eurovisionsendung wird am 10. November um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Um ihre insgesamt 13 Echos müssen die Kastelruther Spatzen nach den Vorwürfen übrigens nicht fürchten. Eine mögliche Aberkennung stehe außer Frage, erklärte die Deutsche Phono-Akademie am Mittwoch in Berlin. Auf Basis der vorliegenden Fakten bestehe dazu kein Grund. Der Echo versteht sich als deutsche Antwort auf die Grammys und die Brit Awards. Er wird seit 1992 verliehen. Es gibt 27 Kategorien. Veranstalter ist die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie.

pas/DPA
 
 
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