Startseite

Nach dem Raab ist vor dem Raab

Stefan Raab präsentiert sich am Vortag des sechsten Bundesvision Song Contest als entspannter König des deutschen Musikfernsehens. Das hat er sich auch verdient.

Von Sophie Albers

  "Da ist Brandenburg": Stefan Raab präsentiert den sechsten Bundesvision Song Contest

"Da ist Brandenburg": Stefan Raab präsentiert den sechsten Bundesvision Song Contest

Aufstellung für eine Pressekonferenz der etwas anderen Art im Bauch der Max-Schmeling-Halle in Berlin: Zwischen weißen Lederimitat-Hockern und -Sofas wuseln von rosa-blauem Lounge-Licht beschienene Menschen durcheinander. In ein paar Minuten soll sich das Wirrwarr aus Musikern mit hängenden Hosenhintern (Hört das denn nie auf?), drängelnden Fotografen (Das war mein Fuß!) und energischen Pressevertretern, die mit schneidender Stimme Befehle ins Telefon bellen (Ja, wir haben Sie alle gehört!) auf die Plätze vor und hinter einer Stahlkette verteilen. Klappt nicht so ganz. Aber zumindest "Der Graf" von Unheilig, Dirk Darmstaedter&Bernd Begemann und die Mitglieder der Band Silly sitzen schon richtig.

Dann kommt auch endlich Stefan Raab, Schöpfer des Bundesvision Song Contest - oder auch "BuViSoCo" wie die "Leistungsshow der deutschen Popmusik" liebevoll genannt wird - und hart erarbeiteter König des deutschen Musikfernsehens. Spätestens mit dem Eurovision-Songcontest-Sieg seiner Lena hat er allen gezeigt, wo die Harfe hängt.

Trotzdem fängt er mit einer Rechtfertigung an: Der Bundesvision Song Contest habe als Spaß begonnen, "weil wir ein bisschen sauer waren, dass man beim Eurovision Song Contest keine Preise gewinnen kann", verkündet er kalt lächelnd im Pluralis Majestatis. Der "BuViSoCo" sei keine Konkurrenz-, sondern eine Alternativveranstaltung, so Raab weiter, während sein Lächeln zum berüchtigten Raab-Grinsen wird. Schon klar.

Von Ich+Ich bis Bakkushan

Am Freitag wird TV-Herrscher Raab das Fernsehen zum sechsten Mal die deutschsprachige Musik feiern lassen. Jedes Bundesland wird von einer Band mit einem mindestens zu 50 Prozent deutsch gesungenen Song vertreten. Pflicht ist ein besonderer Bezug zum Bundesland - allerdings müssen die Musiker dort nicht mal wohnen. "Bands gehen ja eh Berlin, weil man hier leichter an die Sozialleistungen kommt", ätzt Raab. Der Saal lacht. Der Grund dafür, dass der "BuViSoCo" diesmal in der Hauptstadt über die Bühne geht: Der Berliner Peter Fox hat im vergangenen Jahr gewonnen.

Er sei froh, dass die Suche nach dem besten Song Deutschlands mittlerweile auch erfolgreiche, gestandene Bands anlocke, sagt Raab. Sie hätten begriffen, dass es nicht schlimm sei, wenn man nicht Erster wird. Dann dreht er den Kopf und betrachtet mit vorgeschobenem Unterkiefer einen Bildschirm, auf dem ein Filmchen läuft, das diese erfolgreichen, aber auch weniger erfolgreichen Musiker (die seien ihm besonders wichtig, sagt Raab) vorstellt.

Song zum Buch "Deutschland schafft sich ab"

Und es sind große, chartbeliebte Bands mit dabei: Unheilig singen für Nordrhein-Westfalen, Ich+Ich für Berlin, Selig für Hamburg. Weniger bekannt sind Mikroboy (Saarland), Bakkushan (Baden-Württemberg) oder auch Kleinstadthelden (Bremen). Bei der Ankündigung der Blockflöte des Todes, die für Sachsen mit dem Song "Alles wird teurer" (über fair gehandeltes Koks) in die Musikantenschlacht zieht, muss Raab lachen. Ziemlichen Respekt hat er offensichtlich vor dem Konzept-Popper Das gezeichnete Ich (Brandenburg). Nach dem Film folgt das übliche Geplänkel der Teilnehmer: Dass man sich freue, dabei zu sein, weil Dabeisein bekanntlich alles ist, und dann erklärt König Raab den Anwesenden anhand einer Landkarte sein Reiches noch ein bisschen deutsche Geografie. Wo ist Rügen?

Zumindest am Ende der Pressekonferenz gibt es aber doch noch einen raab-schönen Witz: Weil eine Junge-Jungs-Band noch darauf hinweisen möchte, dass der Titel ihres Liedes der Titel eines Buches von Truman Capote sei, nutzt Raab die Steilvorlage für ein bizarres Gedankenspiel, das man auch auf dem Weg aus der Halle nicht los wird: "Vielleicht sollte ich auch mal nen Song nach nem Buch machen: 'Deutschland schafft sich ab'".

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools