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Anastacia erzählt ihre Geschichte

Baden-Baden - Eben in Köln eine Modekollektion für Aldi präsentieren, danach in Baden-Baden einen Preis entgegennehmen und dann noch schnell ein neues Album veröffentlichen. US-Star Anastacia, Powerfrau mit Soulstimme, Stil-Ikone und Kämpfernatur, ist derzeit allgegenwärtig.

Anastacia

Anastacia in Baden-Baden. Foto: Uli Deck

Eben in Köln eine Modekollektion für Aldi präsentieren, danach in einen Preis entgegennehmen und dann noch schnell ein neues Album veröffentlichen. US-Star Anastacia, Powerfrau mit Soulstimme, Stil-Ikone und Kämpfernatur, ist derzeit allgegenwärtig.

Zum Abschluss ihrer Deutschland-Tour bekam sie letzte Woche in Baden-Baden den «SWR3 of Pop». Ein Preis für Künstler, die die Popmusik besonders geprägt haben. Vor ihrem Auftritt sagte die Künstlerin mit Blick auf den Preis für ihr Lebenswerk, sie hoffe, dass die Ehrung nicht bedeute, dass ihre Karriere schon am Ende sei.

Sie hält ihr neues Album «» dagegen, das laut Plattenlabel «das intimste und zugleich facettenreichste» Album sein und machtvoll den (Überlebens-)Mut der 49-Jährigen widerspiegeln. Eine Art Fortsetzung von «Resurrection», zu Deutsch: Auferstehung. Mit diesem Album hatte sich die Ausnahmekünstlerin 2014 nach ihrer zweiten schweren Brustkrebserkrankung zurückgemeldet.

Die Tochter eines Sängers und einer Broadway-Schauspielerin, die in als Anastacia Lyn Newkirk geboren wurde, erzählt auf dem neuen Longplayer ihre ganz persönliche Geschichte. Vom rasanten, relativ späten Aufstieg zum gefeierten Superstar mit weltweit mehr als 30 Millionen verkauften Alben über die niederschmetternde zweimalige Krebsdiagnose und Amputation beider Brüste bis zum mühsamen Kampf ins Leben zurück. «Ich bin durch viele Höhen und Tiefen gegangen.» Das alles findet sich in ihren Liedern wieder.

Mit «Evolution» will sie ihre Entwicklung dokumentieren, die sie im letzten Jahrzehnt durchgemacht hat. Und es verrät etwas über die Verfasstheit der Soulstimme mit dem markanten leichten Kratzen im Hals: «Es ist, als ob ich mich wieder gefunden hätte. Es ist alles wieder, als wäre es auf Anfang gesetzt. Nur dass ich jetzt viel mehr gelernt habe», sagt sie im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Kämpfen zum Beispiel. Vom rockigen «Boxer» über die Mutmacher-Hymne «Stamina» bis zu «Nobody Loves Me Better» - eine Kernbotschaft der Künstlerin kommt immer wieder rüber: «Versuche, nicht im Auge des Tornados stehenzubleiben. Denn wenn du da bleibst, bleibst du stecken - und verlierst soviel im Heute.»

In «Why» wundert sich die Sängerin, warum Menschen einander so viel Schreckliches antun. «Warum leben wir in so einer Welt voller Lüge? Was passiert da eigentlich?» fragt sie sich, um im Gespräch gleich wieder unerschöpflichen Optimismus zu versprühen: «Du findest das Ende des Tunnels einfach deshalb, weil du weißt, dass es da ist. Es gibt eine andere Seite des Dunkels.»

Den Weg zum Licht haben ihr auch Fans gewiesen, die sie in schwierigen Zeiten bestärkt haben. Für sie ist «My Everything», ein Liebeslied, das sie «niemandem Besonderen» gewidmet hat. «Ich wollte schon immer ein Stück schreiben, das meine Fans auf ihrer Hochzeitsfeier spielen können.» Sie wollte damit ein Gefühl transportieren von einem Tag, so sagt sie, an dem jeder voller Leben ist. Eine Hoch-Zeit für jedermann. Schließlich, so betont sie im Gespräch: «Die Unterstützung, die man von einem Geliebten bekommt, die habe ich von meinen Fans bekommen.»

Ob mitreißende Rocknummern, eingängige Popsongs oder berührende Balladen - einen Vorgeschmack auf die neue LP gab auch schon die Single «Caught in The Middle», die von ihrem speziellen Stil-Mix aus Soul, Pop und Rock geprägt ist, genannt «Sprock».

Mit der Preisverleihung in Baden-Baden kehrte Anastacia dahin zurück, wo ihr der musikalische Durchbruch gelang: Mit dem umjubelten Konzert im dortigen Theater begann im Jahr 2000 beim SWR3 New Pop Festival ihre steile Karriere, erinnert sich stolz SWR3-Musikchef Gregor Friedel.

dpa

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