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Zoff um Tina Turners Traumgage

Weil ihnen für das Jubiläum des Märchendichters Hans Christian Andersen ein zugkräftiger Star fehlte, berappten die Veranstalter für Tina Turners 10-Minuten-Auftritt eine Million Dollar. Jetzt ist in Dänemark Feuer am Dach - und die Kasse leer.

Die US-Sängerin Tina Turner hat mit ihrer Traumgage von einer Million Dollar (770.000 Euro) für das Absingen von zwei Hits bitterbösen Streit im sonst so friedlichen Dänemark ausgelöst. Weil die 65-Jährige erst in letzter Minute als "Superstar" zur Eröffnungsshow "Es war einmal" für den 200. Geburtstag des Märchendichters Hans Christian Andersen am 2. April verpflichtet wurde, konnte sie von den Veranstaltern das Vierfache der angebotenen 200.000 Euro (1,5 Millionen Kronen) für zehn Minuten auf der Bühne verlangen. Nach Bekanntwerden der Gage hagelt auf die Veranstalter jetzt vernichtende Kritik nieder. Wie dem eitlen Kaiser in Andersens Klassiker "Des Kaisers neue Kleider" die angeblich so schöne Seide, fehlt den Kopenhagener Geburtstag-Arrangeuren nun das Geld für ihr restliches Jubelprogramm.

Veranstalterkasse leer

Wegen "unerwartet hoher Honorare und ausgebliebener TV-Einnahmen" bei der pompösen Eröffnungsshow im Kopenhagener Nationalstadion müsse man nun geplante Aktivitäten für das Jubiläumsjahr zusammenstreichen, bekannte Organisationschef Lars Seeberg am Mittwoch in der Zeitung "Berlingske Tidende". Das Blatt bezifferte das Minus des teuren Flops auf insgesamt 25 Millionen Kronen (3,4 Millionen Euro), immerhin zehn Prozent des dänischen Gesamtbudgets für die Andersen- Feiern.

"Er ist einfach der beste", hatte Tina Turner vor 30.000 Zuschauern von dem weltberühmten Märchendichter geschwärmt, ehe sie "Simply the best" vortrug und mit dem auch schon recht betagten "What's love got to do with it" ihren Arbeitstag fix beendete. Nach dem Bekanntwerden des auch für Stars im Rockgeschäft ungewöhnlich satten Honorars glaubten viele Dänen, nun den tieferen Sinn von Turners einleitender Äußerung zu begreifen.

Magere Zugpferde für die Märchenbühne

Die Arrangeure hatten zuvor monatelang zunehmend verzweifelt versucht, irgendeinen zugkräftigen Namen mit Weltklang auf die Kopenhagener Märchenbühne zu locken. Doch es langte nur für Olivia Newton-John und Ex-Film-Bond Roger Moore als "Zugpferde" bei Darbietungen, bei denen Königin Margrethe II. einen überwiegend gelangweilen Eindruck machte.

Nach ihrem Fiasko mit der Eröffnungsshow prasselt auf die Veranstalter auch erneut massive Kritik an ihrer eher komisch als märchenhaft wirkenden Ernennung von 167 "Andersen-Botschaftern" in aller Welt nieder. Dass darunter Profi-Fußballer wie der Italiener Paolo Maldini oder der Chilene Ivan Zamorano ohne erkennbare Beziehung zu Andersens Märchen zu finden sind, wird nun als genau so sinnlos und verfehlt eingestuft wie ein von Medien kritisierter Hang zu ausgeprägter Vetternwirtschaft in Dänemark selbst.

"Sind nicht so zu Hause in dieser Welt."

Bürgermeister Anker Boye aus Andersens Geburtsstadt Odense als Präsident im Organisationskomitee versucht zu erklären, warum Tina Turners Manager beim Pokern um das Honorar gewonnen haben: "Wir sind nicht so zu Hause in dieser Welt." Das Geld werde aber ganz bestimmt durch "zusätzliche Aufmerksamkeit für Dänemark in der Welt" wieder hereinkommen. Vielleicht hatte Boye gelesen, was sein berühmter Landsmann den nackten Kaiser am Ende denken lässt: "Nun muss ich aushalten." Und er ließ von Kammerherren weiter die Schleppe tragen, die gar nicht da war.

Thomas Borchert/DPA/DPA
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