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7. Juli 2007, 15:15 Uhr
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Live Earth - die Weltretter!

Öko-Einkaufstüten vom Designer, Biosupermärkte und Hybridautos: Ein halbherziges Umweltbewusstsein erobert Hollywood. Mit ein paar Konzerten wollen die neuen Weltretter nun auf den Klimawandel aufmerksam machen. Aber warum der ganze Zauber? Ein bisschen mehr Wärme wäre doch schön! Von Till Hoheneder

Will die Welt wachrütteln: Kevin Wall, der Initiator der Live Earth Konzerte© Bernd Weißbrod/DPA

Leute, mal ganz ehrlich! Wer von uns Ü40-Jährigen hätte das gedacht? Dass Öko & Bio mal richtig hip und très chic wird und nicht länger von körnerfressenden, nickelbebrillten und birkenbestockten Latzhosen repräsentiert wird! Jetzt kommen Reich & Schön! Rockstars! Hollywood-Prominenz! Brad Pitt und Madonna kaufen nicht nur "fair gehandelte" Kinder, sondern auch umweltschonende Hybridautos! Sicher, der Bentley, der Jaggy, der Range Rover und der Aston Martin stehen auch noch in der Garage, und für Strecken über 150 Kilometer nimmt man doch lieber den eigenen Learjet... aber nur mal eben zum Kiosk, wenn die Paparazzis draußen auf Abschuss warten, dafür ist der Toyota Prius wirklich toll.

In London hat jetzt im allerfeinsten Stadtteil Kensington ein Ökosupermarkt der Superlative aufgemacht. Und auf einmal wird ein uralter Promiwitz zur Realität: Natürlich bin ich auf dem Boden geblieben, ich weiß doch auch, dass ein Liter Milch vier Euro kostet! Berühmte Designer kreieren streng limitierte, sauteuere, aber wieder verwertbare "Einkaufstüten" für das Biogemüse von Julia Roberts, während du und ich noch den alten Tengelmann-Jutebeutel mit der ollen Schildkröte darauf durch die Fußgängerzone von Castrop-Rauxel schlören. Wie uncool!

Aber so richtig toll wird es erst mit der Umwelt und so, wenn unsere Pop- und Rockprominenz sich anschickt, die Welt aufzurütteln und zu retten! Ich sage nur: Live Earth! Da jetten sie wieder im Biodieselflugzeug auf die Bühnen dieser Welt, um uns Energiejunkies mitzuteilen, dass alle Handys, Laptops und mp3-Player dieser Welt am besten mit Solarstrom aufgeladen werden. Ich könnte vor Glück in den Garten kotzen! Was hält man von Rockstars wie Roger Waters, die mit 30 Sattelschleppern auf Tournee gehen und sich nicht zu blöd sind, im Interview darauf hinzuweisen, dass sie jetzt immer darauf achten, dass nicht im ganzen Haus das Licht brennt, wenn sie abends mit dem Fahrrad auf ein Bier in die nächste Kneipe fahren.

Dazu hat man noch Comedians wie Michael Mittermaier engagiert, damit die diese riesige Öko-Verarsche mal so richtig satirisch aufarbeiten und nicht wie üblich einfach ihr "Hey Fuck Bush" Gesülze absondern.

Wir sollten uns sowieso alle mal gut überlegen, ob wir gegen die allgemeine Erderwärmung sind! War doch schön im April!! Die Biergärten und Eiscafes haben Umsatz gemacht, Leute eingestellt, den Aufschwung gefördert! Warum also wegen ein bis zwei Grad mehr so eine Hysterie? Wer braucht Eisbären am Nordpol? Wir hatten doch Knut im Zoo. Und die tolle WM letztes Jahr, die wäre doch mit dem üblichen kalten Regenwetter Mist gewesen. Der Autor dieser Kolumne sitzt zwar im heißen Spanien (bin mit dem Tretboot gefahren, ehrlich!), während er diese Zeilen schreibt, aber ich weiß doch, wie arktisch es zurzeit in Deutschland ist! Wahrscheinlich ist das der Grund, warum der Kartenverkauf für das Konzert gegen Erderwärmung so schlecht läuft: Es ist einfach zu kalt in Hamburg.

Bis die Tage...!

E-Mail von Till

E-Mail von Till Till Hoheneder (früher Mitglied des Duos "Till & Obel") ist rotzfrech, charmant, gnadenlos geradeaus, immer cremig. Seine Karriere begann Hoheneder (41) als Musiker. Mit der Rockgruppe "Till & Die Altobellis" absolviert er regelmäßig Auftritte mit Comedy-Einlagen. Im Sommer 2007 begleitet die Band Atze Schröder auf seiner "Atze im Wunderland"-Open-Air-Tour. Derzeit ist der Comedian und Autor mit seinem neuen Solo-Programm "Herrencreme" auf Tournee. Termine gibt es unter www.tillhoheneder.de

Von Till Hoheneder
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Morganne (07.07.2007, 18:18 Uhr)
Wie wahr!
Wunderbar! Lieber Till Hoheneder, ich kotze mit Ihnen eine Runde in den Garten, vor lauter Sympathie! Vielen Dank für den wahren Artikel!
Und vielen Dank auch für den pointierten Ausdruck: "Brad Pitt und Madonna kaufen "fair gehandelte" Kinder". Besser kann man nicht mehr ausdrücken, was da abgeht. Super, super, super, bitte mehr (solcher Artikel, die Promis können sich ihr Pseudo-Engagement... na ja, Sie wissen schon)!!
Vikar (07.07.2007, 16:35 Uhr)
Alles nur Werbung
1984 hab ich noch gefallen am Live Aid Konzert gefallen, bis ich hinter die Kulissen schauen durfte. Der eine wird von der Queen geadelt, der andere verkauft ein paar Millionen Platten mehr und der andere hat nun 7 Aston Martin in der Garage stehen. Ich habe ueber 5 Jahre ohne Gagen im Alterheim ausgeholfen und fuer die aerzte ohne Grenzen gearbeitet , ehrenamtlich, und ich denke das ist erheblich schwerer und nutzbringender als dass ein gerne moechte Saenger auf der Buehne fuer 3 Minuten im Playback seine Lippen bewegt.Alles nur Eigenwerbung, die haben ja noch nie ein Kind beim Sterben zugesehen, oder noch nie Durst geleidet, denn dann wuerden die sagen: ich besitze 400 Millionen Dollar, also geb ich mal locker 100 Millionen zurueck, da es mir gut geht, und muss nicht unbedingt am Dienstag bei Dior einkaufen, ich schau mal bei Aldi rein. Aber nein, diese Konzerte sind nur dazu da, sein eigenes gewissen freizuschaufeln. Theatralisch fuer die kleinkarierten, aber wahrheitsgemaess fuer die Intelligenten zu verstehen.
H.P. (07.07.2007, 13:23 Uhr)
Wir wissen leider zu wenig über uns selbst und die Welt und wollen es auch nicht wissen.
Selbst die Wissenschaftler sind sich nicht einmal einig welchen Einfluss der Mensch auf das Klima hat.
Die meteorlogischen Fakultäten der deutschen wie auch der ausländischen Universitäten haben keine einheitlichen Meinungen dazu. Die Herren Professoren widersprechen, was den Einfluss des Menschen auf das Klima anbetrifft.
Einige Fragen sind offenbar nicht wissenschaftlich wasserdicht zu beantworten. Zum Beispiel: Was waren die Ursachen für die Eiszeiten. Durch Bohrungen in Eiskernen weiß man lediglich, dass die letzte Eiszeit sehr plötzlich hereingebrochen sein muss. Etwa innerhalb von 5 Jahren.
Was waren die Ursachen für die Wärmeperioden und deren Folgen für Pflanzen und Tierwelt? Zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert, also für etwa 200 Jahre, wurden an den Südhängen des Schwarzwaldes, der Vogesen und das Schweizer Jura Orangen und Zitronen angebaut, und die Römer bauten in Schottland Wein von Spitzenqualität an.
Ab dem 15. Jahrhundert gab es die "kleine Eiszeit". Für viele Jahre wurde es bitter kalt. Es gibt also keine wissenschaftliche Erklärungen, nur Vermutungen, so die Wissenschaftler. So wird vermutet, dass der Umlauf der Erde um die Sonne möglicherweise von unbekannten Einflüssen gestört wird. Oder dass Vorgänge auf der Sonne, die wir noch nicht kennen, Einfluss auf die Temperaturen auf unserem Planeten haben. Menschlichen Einfluss schätzt Professor Dr. Horst Mahlberg auf maximal 3 % ein.
Die Tropen spielen eine besondere Rolle im Erdklima. "Der Wasserdampf, der in diesen feuchtheißen Breitengraden entsteht, ist das stärkste Treibhausgas unserer Erde". "Die tropische Hitze treibt wie ein Motor das Weltklima an. Zugleich seien die tropischen Breiten zwischen 30 Grad Nord und 30 Grad Süd aber auch am stärksten vom Klimawandel betroffen: "Hier liegen 50 Prozent der Landmassen, hier leben 70 Prozent der Weltbevölkerung.
Wie sollen die Nationen der Welt sich einig werden um zu handeln, geschweige der einzelne Mensch, der verunsichert ist, wenn selbst die Wissenschaftler keine einheitliche Meinung dazu haben.
http://www.lebedeinbestes.de/5.html
bob-der-meister (07.07.2007, 11:01 Uhr)
Völker, hört die Signale!
Politisch Korrekte Gutmenschen aller Länder, vereinigt euch!
Weise uns, Al Gore, deinen Weg, auf dass wir wandeln in deiner Wahrheit.
Titania (07.07.2007, 09:33 Uhr)
Selbstbeweihräucherung
Allen wäre am besten geholfen, wenn diese ganzen "engagierten" Superreichen (inklusive Al Gore) einfach zuhause geblieben wären und jeder einen kleinen Teil des jeweiligen Vermögens zum Klimaschutz zur Verfügung stellen würde. Aber nee, da werden jetzt Tausende von Musikern mit Zehntausenden Gefolgsleuten um die Welt geflogen, und uns darauf aufmerksam zu machen, nicht so viel Strom zu verbrauchen - und verbrauchen dabei wahrscheinlich soviel Energie wie eine deutsche Kleinstadt im ganzen Jahr. Das muß ich mir von Leuten, die einen für mich unvorstellbar aufwendigen und energie - intensiven Lebensstil führen, nun wirklich nicht sagen lassen... By the way: Kennt hier jemand die South Park - Folge, in der Al Gore den Schweinebärmann jagt?
kochc (07.07.2007, 08:58 Uhr)
Achnnein
In Castrop-Rauxel gibt's doch gar keinen Tengelmann. Jeder Gebildete weiß das.
brustoderkeule (06.07.2007, 23:50 Uhr)
Alles Heuchler!
Wie sagte schon Frank Zappa: We are only in it for the money!
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