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"Flüchtlingsfamilien werden mit Euch Bastarden in einen Topf geworfen"

Eko Fresh hat einen Song über die Attacken aus der Kölner Silvesternacht verfasst. In "Domplatten Massaker" kritisiert der Rapper die Täter - und sendet einen Appell an Politik und Öffentlichkeit.

Der Rapper Eko Fresh

Der Rapper Eko Fresh: "Das geht raus an Sigmar und die Angela, Mer stonn zosamme, viva Colonia" 

Der Rapper Eko Fresh hat die Attacken auf Frauen in der Silvesternacht von Köln in einem Song verarbeitet. Unter dem Titel "Domplatten Massaker" greift der in Köln geborene Musiker die Täter an und wirft ihnen vor, den "Ruf von allen Ausländern" herunterzuziehen. "Flüchtlingsfamilien, die sich um ihre Obdach sorgen, werden mit Euch Bastarden jetzt in einen Topf geworfen", heißt es darin etwa. Untermalt ist der Song mit der Melodie des offiziellen Vereinsliedes des 1. FC Köln, "Mer stonn zo dir FC Kölle" von "Höhner". 

Der 32-jährige Eko Fresh hat türkische Wurzeln und schrieb den Song, weil es ihn traurig mache, "dass momentan so viele Leute unter Generalverdacht stehen", wie er dem "Kölner Stadtanzeiger" in einem Interview sagte. "Die Leute sollen zusammenhalten und sich nicht nur vom Negativen beeinflussen lassen."

Eko Fresh wendet sich an "deutsche Brüder und Schwestern"

In dem dreieinhalbminütigen Clip, den Eko Fresh auf seinem Youtube-Kanal veröffentlichte, wendet er sich auch "an meine deutschen Brüder und Schwestern": "Bitte glaubt nich' allen, die über uns lästern. In der Presse gibt es viele Lügner und Schwätzer, lasst uns nicht zerstör'n, was wir mühsam erweckt hab'n." Außerdem spricht er direkt Politiker an mit Passagen wie: "Das geht raus an Sigmar und die Angela, Mer stonn zosamme, viva Colonia" oder "Wegen dem, was in diesem Land geschieht, schlägt die AfD aus Eurer Angst Profit".

Die letzte Strophe ist an Nordafrikaner gerichtet. Darin warnt Eko Fresh vor Pauschalurteilen: "Brüder und Schwestern, ich weiß, das tut weh, wenn sowas wie 'Maghreb-Täter' in den Zeitungen steht". Und weiter: "Anständige Bürger werden über einen Kamm geschert, auf einmal seid ihr der Sündenbock und keiner kann sich wehr'n." Im Interview mit "Jetzt" sagte Eko Fresh dazu: "Im dritten Vers musste ich auch meine nordafrikanischen Freunde in Schutz nehmen. Denn die betrifft das natürlich am meisten – wenn die so unter Generalverdacht stehen."

35.000 Likes, 20.000 Shares auf Facebook

Auf seiner Facebook-Seite gefällt der Gratis-Song rund 35.000 Menschen und wurde über 20.000-mal geteilt. Auf Youtube hat er in vier Tagen rund 215.000 Klicks gesammelt. Eko Fresh selbst sagt, er sei vom Feedback auf sein Video überrascht: "Die Reaktionen sind fast durchweg positiv, das hätte ich selber nicht gedacht. Ich bin kein Politiker, aber habe mich an ein sensibles, politisches Thema gewagt."

Den ganzen Clip sehen Sie hier:


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