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Romanos «Copyshop»: Die Berliner B-Seite

Berlin - Romano ist derzeit das wohl einprägsamste Gesicht für den vom Berliner Partyvolk und der It-Society bisher weitestgehend vernachlässigten Stadtteil Köpenick.

Romano

Romano schaut genau hin. Foto: Universal Music/Fabien Prauss

Romano ist derzeit das wohl einprägsamste Gesicht für den vom Berliner Partyvolk und der It-Society bisher weitestgehend vernachlässigten Stadtteil .

Rund zwei Jahre nach seinem Durchbruch hat der Rap-Boy mit den blonden Flechtzöpfen sein zweites Album veröffentlicht. «Copyshop» kommt als eine Art Milieustudie über den Bezirk im äußersten Südostrand daher, zeigt aber zugleich die dunkle B-Seite der ganzen Hauptstadt.

Vor zwei Jahren galt Romano mit seinem Mix aus Rap und Electro als Newcomer der Stunde. Seine neue Platte räumt er nun frei für die Außenseiter und vermeintlichen Verlierer. Über eine dicke Hook feiert er etwa im Titeltrack den Charme von Plagiaten, Handtaschen-Knock-offs und «Masse statt Klasse»: Raubkopierer, die eigentlichen Originale. Und so geht es auf dem Album weiter: Romano richtet die Scheinwerfer auf die Schattenwelt.

Mit der Energiebombe «Mutti» (im Videoclip gespielt von Katharina Thalbach) zelebriert er knallend rotzig den White Trash: Bomberjacke, Leopardenlook, Gabriela-Sabatini-Parfum. «Mutti bezahlt wenn überhaupt nur die Hälfte.» Im Jugendsong «Karl May» (damals genauso einer, der draußen stand) reicht der Wilde Westen bis in die Ost-Platte - samt Refrain, in dem Ex-Puhdys-Frontmann Dieter «Maschine» Birr weiter nach dem «Schatz im Müggelsee» sucht.

Der wohl beste Beat der Platte dröhnt durch das Soundmonster «Tourizocke». «Rote Ampel, Kofferraum auf, sogar das Verbandszeug geklaut.» Hier zeigt Romano, welch genaue Beobachtung seiner Umwelt in «Copyshop» einfließt. Einmal heißt es süffisant: «Du gehst zur Polizei, doch du kriegst keinen Termin - willkommen in !» Ein Witz, über den am Ende wohl nur Nichtberliner lachen können.

Es geht um Verschwörungstheoretiker («Ufo Joe») und schmierige Rechtsvertreter («Anwalt»), um Rentner, die «in Hemdtaschen aschen» («Champagner Bar»), und Jugendliche, denen die Straße Schule ist («König der Hunde»). Romano findet in vielen seiner Songs den Ton und die Worte, die seinen Protagonisten gerecht werden. Und dass er dies oft in fantastisch auf den Punkt gebrachten Sprachbildern schafft, zeigt: Neukölln ist erstmal raus, ein Hoch auf Köpenick.

dpa

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