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13. Mai 2007, 18:13 Uhr
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Genöle aus Germany

Nach dem 19. Platz von Roger Cicero wird hierzulande über die "Balkan-Mafia" gejammert - dabei folgte auch die 52. Ausgabe des Eurovision Song Contest nur den üblichen Gesetzmäßigkeiten. Ein Plädoyer für mehr Größe in der Niederlage. Von Peter Luley

Während sich die serbische Sängerin Marija Serifovic über ihren Sieg freut, zeigen sich viele Deutsche als schlechte Verlierer© Roland Magunia/DDP

Es ist schon nach Mitternacht, der 52. Eurovision Song Contest in Helsinki hat seinen Sieger gefunden, und ein langer Fernsehabend neigt sich allmählich dem Ende zu, als in der ARD harte Worte fallen: Der Eiserne Vorhang stehe ja seit heute wieder, verkündet Thomas Hermanns, Conférencier der deutschen Aufwärm- und Nachbereitungs-Show, aus einem kleinen Varieté in der Hamburger Speicherstadt. Sein Co-Moderator Georg Uecker befindet schnoddrig-liderlich, es habe eine Lesbe über eine Transe triumphiert. Und der notorische Altrocker Heinz Rudolf Kunze, selbst bei nationalen Vorentscheid gescheitert, gibt sich aufrichtig "empört" über das Ergebnis.

"Die Diskussion geht weiter", hatte zuvor sogar der sanft-ironische NDR-Kommentator Peter Urban die über dreistündige Live-Übertragung aus der finnischen Hauptstadt abmoderiert - für seine Verhältnisse eine geradezu dramatisch-dräuende Äußerung. Was, um Himmels Willen, war geschehen?

Die großen Grand-Prix-Nationen landen am Ende

Der serbische Beitrag "Molitva" (Gebet) von Marija Serifovic, eine mit Inbrunst vorgetragene Herzschmerz-Ballade in schwülstiger Grand-Prix-Tradition, hatte gerade den Wettbewerb sehr deutlich für sich entschieden - und dabei die Drag Queen Verka Serduchka aus der Ukraine mit einer Gaga-Polka sowie ein sexy Russinnen-Trio auf die Plätze zwei und drei verwiesen. Der Schmachtfetzen erhielt von neun der 42 abstimmenden TV-Nationen die Maximalwertung zwölf Punkte, unter anderem aus Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Slowenien, Mazedonien und Ungarn. Der deutsche Beitrag "Frauen regier'n die Welt" von Roger Cicero musste sich derweil mit Platz 19 von 24 begnügen - einträchtig abgeschlagen mit den anderen großen Grand-Prix-Nationen (und Finanziers) Spanien (20.), Frankreich (22.) und Großbritannien (23.).

Nun also tobt die Debatte über verdächtige Solidarität unter ehemaligen sozialistischen Bruderstaaten, die schon seit dem Halbfinale am Donnerstag schwelte, so richtig. Der Boulevard kann sich über die "Balkan-Mafia" erregen und die Chancenlosigkeit vermeintlicher Qualitäts-Songs aus dem Westen gegenüber Ethno-Getrommel und Gestampfe aus dem Osten beklagen. Andere reißen Witzchen über die Türkei als "westlichstes Land" auf den vorderen Rängen und fordern bereits eine Änderung des Reglements.

Wer auffällt, gewinnt

Dabei folgte die Veranstaltung eigentlich nur den seit Jahren bekannten Gesetzmäßigkeiten, zu denen es nun mal gehört, dass nicht unbedingt die musikalisch gehaltvollste Nummer gewinnt, sondern eine, die auffällt, durch intensiven Vortrag in Erinnerung bleibt, womöglich sogar durch schlechten Geschmack provoziert. Zur Erinnerung: Der Sangeswettstreit fand diesmal in Helsinki statt, weil im Vorjahr die grausamen finnischen Gruftrocker Lordi gewonnen hatten. Und Diskussionen über Länderseilschaften beim legendären Telefonvoting gibt es etwa genauso lang wie den Wettbewerb selbst.

Zur Einordnung der jüngsten Runde in den Gesamtzusammenhang helfen vielleicht folgende Fakten: Auch Österreich, Finnland und die Schweiz, mithin keine Ostländer, vergaben ihre Höchstpunktzahl an Serbien. Zumindest die spanischen und englischen Beiträge - Euro-Trash par excellence - landeten verdientermaßen am Tabellenende. Und dass nicht der kalkulierte Schulmädchen-Sex des Russentrios Serebro oder die gewagt geschnittene Lederhose der moldawischen Sängerin Natalia Barbu prämiert wurden, ließe sich sogar als Votum für den Vorrang der Musik vor der Optik werten. Im Übrigen gab es die typische Mixtur aus kleinen Perlen und Groteskem: Ein schön röhrender Janis-Joplin-Blues aus Ungarn stand neben Windmaschinen-Pop aus Finnland und Mazedonien, herzig-esoterischer Folk aus Irland neben Glamrock aus Schweden und italienisch singenden Barden aus Lettland.

Merkwürdige Kandidatenauswahl in Deutschland

Dass die handwerklich solide, aber brav-unspektakuläre Swing-Nummer des Hutträgers Roger Cicero letztlich keine Chance auf einen vorderen Platz haben würde - wer hätte ernsthaft etwas anderes erwarten können? Mindestens genauso auffällig wie die aktuelle Ost-Dominanz ist dagegen die derzeit mal wieder gedämpfte Anteilnahme an dem Event hierzulande: Nach dem letzten Platz von Gracia im Jahr 2005 hat der ausrichtende NDR die Modalitäten geändert und schon den Rahmen des Vorentscheids verkleinert. Seither wird aus einem nach nicht nachvollziehbaren Kriterien zusammengestellten Dreier-Feld ein Kandidat ermittelt, von dem man den Eindruck hat, die Deutschen wollten in erster Linie für ihren Mut zu Außenseitertum und Selbstironie gemocht werden. Das galt schon im vergangenen Jahr für die nette Country-Combo Texas Lightning - nur dass damals noch 10,49 Millionen Bundesbürger zuschauten, während sich diesmal nur 7,38 Millionen für den Ausgang des Spektakels interessierten.

Frenetischen (Lokal-)Patriotismus und teilweise absurd hysterische Leidenschaft, wie sie beim Eurovision Song Contest aktuell der wilde Osten demonstriert, der nach Aufmerksamkeit und Anerkennung dürstet, überlässt man hierzulande derzeit Stefan Raab und seinem Bundesvision Song Contest auf ProSieben, wo Matadore wie Jan Delay für Hamburg und Seeed für Berlin antreten. Das kann man sicherlich so machen. Nur verträgt sich solche Sophistication nicht mit anschließendem Genörgel über mangelnde Anerkennung, mit Schmähungen der Sieger und Forderungen nach Reglement-Änderungen. Da wäre doch mehr Größe in der Niederlage wünschenswert.

Aber was soll's: Der Grand-Prix-Zirkus wird das Genöle aus Germany sowieso lässig wegstecken. Die alte Pop-Maschinerie zieht einfach weiter, im nächsten Jahr halt mal nach Belgrad.

Von Peter Luley
KOMMENTARE (10 von 42)
 
ESC-Fan (15.05.2007, 05:09 Uhr)
Peter Urban ist eine Zumutung.
Hallo allerseits.
Ich habe alle Beiträge sorgfältig gelesen. Ich muss sagen, dass hier viele die Augen vor der Wahrheit verschließen. Der serbische Beitrag hat verdient gewonnen, weil die Performance voller Inbrunst und Leidenschaft war. Außerdem hatte die Sängerin eine tolle Stimme. Das könnte euch sogar Dieter Bohlen bestätigen und er würde Marija Serifovic sicherlich mit Kusshand zur nächsten DSDS casten. Da wäre sie die Nachfolgerin von Mark Medlock als Dieter Bohlen's Schoßhündchen. Das die sogenannten G4-Nationen wie Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien die hinteren Plätze belegt haben, war vollkommen richtig. Der einzige Beitrag, der davon qualitativ solide war, war der von Roger Cicero und daher hatte es Deutschland verdient mit dem 19. Platz den besten der G4 zu belegen. So nun zu Peter Urban. Dieser Mensch kommentiert nur schon seit vielen Jahren den Grand Prix d' Eurovision de la Chanson, der vor kurzer Zeit in Eurovision Song Contest umgetauft wurde. Man muss sich fragen, was ist dieser Wettbewerb eigentlich ursprünglich? Es ist ein Schlager- bzw. Chansonwettbewerb und war es auch schon immer. Daher bin ich mit der Siegerin völlig einverstanden, weil sie genau so eine Musikrichtung dargeboten hat. Deshalb finde ich die vielleicht ironisch gemeinten, aber doch unfair und neidisch vorgebrachten Äußerungen von Peter Urban gegenüber manchen meist osteuropäischen Wettbewerbsvertreter für einen erfahrenen Mann wie ihn total albern und unangemessen. Er müsste doch ein Vorbild von Fairness und Anstand sein. Oder stimmt das Klischee etwa, das die Menschen in Deutschland nicht verlieren können und nur eigene Siege akzeptieren? In Zeiten der immer größer werdenden Europäischen Union kann das doch nicht unser Ernst sein. Ich meine, dass Peter Urban abgenutzt erscheint und er schnellstmöglich durch einen weitaus jüngeren Menschen voller Akzeptanz, Toleranz und Fairness den anderen Teilnehmer gegenüber abgelöst werden sollte, der vor allem auch eine zeitgemäßere Einstellung als er hat. Ich denke, dass der NDR da vielen Leuten einen Gefallen tun würde. Vor allem muss man den NDR wegen seinem neuen Auswahlmodus mit 3 vorselektierten Bewerbern im nationalen Vorentscheid an den Pranger stellen. Man muss zu dem alten Modus mit 20 Teilnehmern an der deutschen Vorauswahl zurückkehren. Außerdem hätten dann viele gute junge deutsche Bands eine Chance, Deutschland besser und vor allem zeitgemäßer und moderner in Europa zu vertreten. Bands wie Silbermond, Rosenstolz, Seeed, Tokio Hotel, ebenso junge Sänger mit Perspektiven wie Yvonne Catterfeld, Sammy de Luxe, Bushido oder gar der neue frischgebackene DSDS-Sieger Mark Medlock hätten da sicherlich Siegchancen. Man sollte nicht immer nur am Bewertungsmodus nörgeln. Ich meine, wer hat den Zuschauer-TED denn eingeführt? Das waren die sogenannten "westlichen Länder", wenn man das in Zeiten der baldigen "Vereinigten Staaten von Europa" überhaupt noch behaupten kann. Das schlechte Abschneiden von Deutschland in den letzten Jahren ist ganz klar hausgemacht. Da wurde zu wenig für das Zuschauerinteresse getan, der ESC wurde als Wettbewerb zu wenig gefördert. Es wurde zu wenig dafür geworben, um es vor allen den jungen Leuten schmackhaft zu machen. Ich bin sicher, dass viele deutsche Heranwachsende den ESC gar nicht kennen. Da muss nachträglich Aufklärungsarbeit geleistet werden. Immerhin sind sie es doch, die so umstrittene Beiträge wie im letzten Jahr die der Band "Lordi" oder in diesem Jahr die der Drag Queen „Verka Serduchka" auf die vorderen Plätze wählen. Man sollte sich einfach mal fragen, was kann man tun, um den ESC moderner und zeitgemäßer zu machen? Da bringt die beste Nörgelei keine Besserung. Und das Schreien nach anderen Bewertungskriterien ist doch auch albern. Dabei haben die G4 doch gar nichts zu meckern. Sie haben selber entschieden, dass sie künftig fix qualifiziert sind, weil sie das meiste Geld in den Wettbewerb pumpen. Ich finde, dass das schon eine Unverschämtheit war. Das hat mit wahrem Wettbewerb und Fairness der anderen Länder gegenüber nichts mehr zu tun. Es werden sich immer die Nationen benachteiligt fühlen, die später beim Wettbewerb das Nachsehen haben. Rechtmachen wird man es allen nie machen können. Daher seht die Sache locker und freut euch das nächste Jahr auf den Wettbewerb in Belgrad und drückt dem sicherlich besseren deutschen Beitrag zahlreich die Daumen. Da wird dann sicher auch ein befriedigenderes Ergebnis am Schluss zu Buche stehen.
WeitWeg (14.05.2007, 23:30 Uhr)
Hier! Ich!
*aufzeig* Hier ist schon mal ein westeuropäischer Mitbürger ohne Migrantenhintergrund, der für Serbien gestimmt hat. War nämlich ein schönes Lied.
Blacky85 (14.05.2007, 22:25 Uhr)
Beweise der Ostschiebung lachhaft!
Zu der Punktevergabe der Westländer muss ich mal einiges loswerden! Wer schaut den in Westeuropa noch ESC? Das dürften in der Mehrheit wohl die Migrannten sein! Bei dem schlechtesten Zuschauerschnitt der ARD seit Jahren (7,38 Millionen)schaut das doch schon fast keiner mehr an!
In deutschland leben über 4,5 Millionen türkischstämmige Mitbürger. Dann noch ca eine Million Griechisch stämmige und auch die Serben, Kroaten, Bosnier ect. sind zusammen genommen auch keine Minderheit! In Österreich leben ebenfalls eine große Anzahl Migranten von Balkanländern und der Türkei. Das gleiche gilt für Belgien, Frankreich, Niederlande und den United Kingdome! Und da die zuschauerzahlen genauso Rückläufig sind wie in Deutschland, fällt das Voting da auch nicht anders aus! Wenn Deutschland theoretisch ausgeschieden wäre, was würde es mir bringen den ESC zu schauen! Nicht wirklich viel - interessiert mich dann einfach nicht mehr so! Also bitte, diese Votings sind doch eindeutig auf das Migranntenvoting zurück zu führen! Machen Sie doch mal eine Umfrage nur unter Österreichern oder nur unter Schweizer, Franzosen, Briten, Belgier oder Deutschen ohne Migrationshintergrund! Ich bin gespannt ob das Voting aus diesen Ländern auch so "eindeutig" ausfallen würde! Darüber kann ich nur lachen!
Sonnenuntergang19 (14.05.2007, 18:23 Uhr)
Hier der Beweis das es keine Osteuropäische Schiebung ist
Platz Platz Land Punkte
1 1 Serbien 128
2 2 Ukraine 111
3 4 Türkei 111
4 3 Russland 84
5 5 Bulgarien 80
6 9 Ungarn 79
7 8 Armenien 76
8 7 Griechenland 69
9 13 Rumänien 58
10 11 Bosnien-Herz. 56
11 18 Schweden 51
12 10 Moldau 50
13 17 Finnland 41
14 19 Deutschland 40
15 6 Weißrussland 38
16 12 Georgien 31
17 20 Spanien 27
18 16 Lettland 24
19 23 Großbritannien 19
20 21 Litauen 16
21 15 Slowenien 13
22 14 Mazedonien 8
23 22 Frankreich 8
24 24 Irland 0
Hier das Ergebnis wenn mann nur die Punkte aus den Westlichen Ländern zusammenzählt und zwar den Ländern Andorra, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Israel, Malta Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Türkei, Zypern.
Heiko50 (14.05.2007, 17:03 Uhr)
Was für ein Artikel...
Natürlich sollte man in der Niederlage mehr Größe zeigen. Natürlich sollte man diesen Song Contest nicht überbewerten. Aber wer glaubt, dass es Samstag Nacht bei der Abstimmung mit rechten Dingen zugegangen ist, der kann nur als obernaiv bezeichnet werden.
Ach ja, die "Fakten":
Was bitte unterschied den Beitrag der Ukraine von dem Großbritanniens oder Frankreichs? Der einzige Unterschied ist die Diskrepanz in den Platzierungen.
Auch Österreich (und damit nicht nur die ehemaligen jugoslawischen Republiken) hat Serbien 12 Punkte gegeben? Die Türkei bekommt seit Jahren 12 Punkte aus Deutschland, natürlich nur, weil den Deutschen die türkischen Beiträge seit Jahren am besten gefallen. Hahaha...
Vincent_Vega (14.05.2007, 16:39 Uhr)
Mit Größe verlieren
Lohnt es sich überhaupt, über den Ausgang zu nörgeln?
SWING als Musikrichtung ist nun mal nicht jedermanns Sache und auch wenn ich bei der Siegerin den Eindruck hatte, als fiel sie fast von der Bühne (wozu der Chor im Hintergrund) und bei der Ukraine verwirrt den Sender wechseln wollte, da ich mich bei STAR WARS auf Pro7 wähnte, ist es doch nun mal so, dass wir uns nicht das Recht haben, uns groß zu beschweren: Guildo Horn als Musikclown und Stefan Raab mit seinem Gaga-Text "Wadde hadde Dudde da?" wurden in erster Linie auch nur von ihrer Fangemeinde gepusht (Stefan Raabs Song und Show fand ich eigentlich noch gut, aber für einen internationalen Wettbewerb ???).
Auch was sonst auf D-Land kam ("Let´s get happy") war zum Abwinken.
Dass die Balkan-Länder Ostblockstaaten sich gegenseitig zuschieben ist auch legitim: immerhin kennen sie sich einander besser und treffen eher den eigenen Musikgeschmack.
Warum sollen sie dann für einen Sänger stimmen, dessen Musikstil sie nicht teilen?
Und warum im jeden Jahr dieses beinahetraditionelle Genörgel an dem ESContest? Ist das typisch deutsch, zu nörgeln? Letztes Jahr zur WM waren wir lockerer, auch nach der Niederlage.
Ein letzter Kommentar zu einem Beitrag, der sich über die serbische Fahne, beschwert, da er sie mit dem Völkermord vor "zehn Jahren" (Zitat) verbindet: NEUN Jahre nach dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg durften wir in Bern Fußball-Weltmeister werden. Und Fahne hin oder her: was wir im WKII anrichteten war weitaus schlimmer.
edendorfer (14.05.2007, 14:43 Uhr)
andere Wege?
Zunächst einmal muss ich sagen, dass der serbische Beitrag mit das Beste war, was geboten wurde. Egal ob lesbisch, transsexuell oder evangelisch...Immerhin geht es hier um Musik und nicht darum, wer die trashigsten Klamotten trägt (Ukraine!). Somit bin ich persönlich mit dem Siegertitel zufrieden. Dass der deutsche Beitrag nur 19. wurde, war mir schon nach dem deutschen Vorentscheid klar. Swing ist nicht jedermanns Fall. Und warum sollte Europa auf so eine Nummer abfahren, die ja nicht einmal in Deutschland uneingeschränktes Wohlwollen genießt? Platz 19 hat meine Erwartungen jedenfalls voll erfüllt. Die Tatsache, dass die Türkei seit einigen Jahren 12 Punkte von Deutschland bekommt, ist völlig normal, aber deshalb nicht unbedingt leistungsgerecht. Ich denke, die Türkei könnte auch ihr Mikro falsch einstellen lassen, so dass man 3 min lang den Übersteuerungston hört. Die in Deutschland lebenden Türken würden trotzdem so zahlreich für ihr Land anrufen und die Telekom würde erneut Jubelsprünge machen, wie eifrig doch Ali, Ahmet und Aische angerufen haben... Klar, die Deutschen haben auch Telefone, aber eben nicht diesen fast schon übertriebenen Nationalstolz. Ist auch okay. Und wenn ich ehrlich bin - der türkische Beitrag war wirklich Grütze mit Milch dieses Jahr. Und darum stellt sich mir die Frage: Warum ändern die Geldgeber Deutschland, Frankreich, Großbritannien nicht die Regeln und lassen den Osten einen eigenen Vorentscheid austragen? Die Zahl der ehemaligen Ostblockstaaten würde so beu der Entscheidung auf 10 oder 12 Länder begrenzt... Wem das nicht passt, darf gern wegbleiben... Vielleicht gelingt es so, den ESC wieder salonfähig und zu einem Musikwettbewerb zu machen...
Blacky85 (14.05.2007, 13:32 Uhr)
Haben wir generel eine Chance?
Roger Ciceros Auftritt war wirklich super! Er hat eine phantastische Stimme und hat seinen Song hervorragend vorgetragen! Da kann man ihm keine Vorwurf machen!
Ich denke das bei diesem Songcontest schon lange nicht mehr die Sangesqualität zählt, sondern in erster Linie nur noch Show! Ausserdem hätten wir doch genausogut Verka Serduchca aus der Ukraine hinschicken können - ich bin sicher wir wäre nie zweiter geworden! Weil uns die Osteuropäischen Länder nie Punkte geben würden! Also no chance für uns!!!
Der Osten hat einen ganz anderen Musikgeschmack als der Westen! Die Ostländer halten an Ihrer Tradition fest! Würden wir eine Gruppe bringen die eine Polka oder eine Schuhplattler vortragen würde, würde man uns wohl auslachen! Also brauchen wir es mit Folklore erst garnicht versuchen! In den letzten Jahren hatten wir so ziemlich alle Musikrichtungen durchprobiert - nichts davon kam in Europa an! Es ist schon sehr auffällig das dieses Jahr eine klassische Ballade gewinnt, Frankreich und Deutschland haben dies mehrmals versucht doch das hat nie geklappt - jetzt auf einmal klappt das??? Woran kann das Liegen - stimmlich waren diese Beiträge doch mindestens im Vergleich gleichwertig! Also muss es nur an der Sprache oder an dem Land liegen! Vielleicht müssen wir nächstes Jahr mal auf russisch, kroatisch oder serbisch singen!
Das interesse hierzulande am ESC ist schon seit Jahren rückläufig! Hier muss man dem NDR große Vorwürfe machen! Zuerst einmal die komische Vorauswahl der Kandidaten!
Warum werden nur noch drei Kandidaten aufgestellt und wer wählt diese grausame Zusammenstellung immer aus! Das zweite ist die lächerliche Show vor dem Grand Prix Abend! Vorbei die alten schönen Zeiten als noch Zehntausende auf der Reeperbahn unter freim Himmel die Liveshow verfolgten! Vielleicht sollte man sich mal ernsthaft Überlegen dies wieder einzuführen! Ausserdem macht der NDR so gut wie keine Werbung mehr für den Songcontest! Da brauch sich niemand wundern, dass die Einschaltquoten Rückläufig sind!
In anderen Ländern werden mit den ESC Teilnehmern große Tourneen, auch in den Nachbarländern veranstaltet, es gibt große Live-Konzerte und bei uns - garnichts! Was hat man schon viel von Roger Ciceron gehört, ein paar kleine Berichte in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, einige kleinere TV-Auftritte, dass wars!
So können wir doch gleich aufhören! Wozu sollen wir denn noch daran teilnehmen, wenn nichteinmal der veranstaltende Fersehsender NDR sich ein bisschen ins Zeug legt um ein bisschen Stimmung zu machen!
gruni36 (14.05.2007, 10:27 Uhr)
Qualität made in Westeuropa ?
warum eigentlich so ein Geschrei ? Wir entsenden einen auch hierzulande eher unbekannten Barden der mit einem Lied was man vielleicht als Nischenangebot bezeichnen kann. Hallo ? Ich hab den Song nicht ein einziges mal vorher im Radio gehört. Die Iren? Die Briten ? Die kennt doch kein Mensch dort. Wir haben in Deutschland geniale Bands zur Zeit die allesamt auch noch deutsch singen und auch im Ausland gut ankommen und dann schicken wir einen Beitrag wie aus dem Kulturcafe. Die ersten drei fand ich allesamt nicht schlecht und ich bin kein Osteuropäer. Die Beiträge aus Deutschland und auch die anderen aus Westeuropa waren langweilig oder peinlich, meist beides. Also bis zum nächsten mal in Belgrad.
tomcat68 (14.05.2007, 07:21 Uhr)
Song Contest-Schei***
Dem Artikel kann ich nichts abgewinnen und diesem Song Contest-gegröle nehme ich sowieso nicht mehr ernst. Was dort schon seit Jahren geboten wird ist doch unterste Schublade. Wer nicht erkennen kann, dass sich die Osteuropäer untereinander die Stimmen zuschustern, der ist Blind und erkennt die Realität nicht.
Der Siegertitel ist doch mehr als grottenschlecht. Schafft diese Song-Contestverarsche ab.
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