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20. Mai 2008, 11:48 Uhr

Neue Regeln gegen die "Ostblockmafia"

Von Schiebung und "Ostblockmafia" war die Rede: Nach dem verheerenden Abschneiden der Westeuropäer beim Grand Prix 2007 sind die Regeln dieses Jahr geändert worden. Sympathie-Wertungen sollen verhindert werden. Ob das klappt, ist allerdings fraglich. Von Jens Maier

Ob die neuen Regeln ihr das Handwerk legen? Ani Lorak aus der Ukraine gilt bei den englischen Buchmachern als eine der Favoritinnen© Marko Djurica/Reuters

Das Geschrei im vergangenen Jahr war groß: Kein westliches Land konnte sich im Halbfinale von Helsinki durchsetzen, im Finale gewann dann auch noch eine Serbin. Von "Ostblock- " oder "Balkanmafia" war deshalb die Rede und davon, dass der Osten sich die Stimmen gegenseitig zuschustern würde. Der Hauptvorwurf: Die Stimmen würden nicht aufgrund der Güte eines Liedes, sondern aufgrund von Sympathien für die einzelnen Länder verteilt.

Dass der serbische Siegertitel "Molitva" wegen der osteuropäischen Punktwertungen gewann, hat sich zwar als falsch erwiesen - Marija Serifovic hätten auch die Punkten aus West- und Mitteleuropa zum Sieg gereicht-, doch da war das Lauffeuer schon entfacht. Die Empörung war besonders bei den Ländern mit wenigen Punkten groß: Großbritannien erreichte nur 19 Punkte, davon übrigens zwölf aus dem ehemaligen Ostblockstaat Litauen, die anderen sieben kamen aus Island; Frankreich, ebenfalls 19 Punkte, davon elf aus dem Osten; Spanien mit 43 Punkten und Deutschland mit immerhin 49 Punkten. Zum Vergleich: Die Siegerin Serifovic erhielt ganze 249 Punkte.

Qualität der Lieder fraglich

Lauthals wurde eine Regeländerung verlangt. Ob die schlechte Bewertung vielleicht mit der Qualität der Lieder zu tun haben könnte - England ließ beispielsweise vier als Flugbegleiter verkleidete, stimmlich wenig begabte Interpreten über die Bühne hüpfen-, wurde nicht hinterfragt. Schließlich handelte es sich bei den Kritiker-Nationen um die "Big Four", die größten Geldgeber des Wettbewerbs. Die European Broadcasting Union (EBU) hat deshalb die Regeln für den Wettbewerb 2008 angepasst.

Erstmals finden zwei Halbfinals statt, mit je 19 Teilnehmern. Über die Reihenfolge und die Zuordnung zu welchem Halbfinale hat das Los entschieden. Neun der 19 Kandidaten bekommen aufgrund des Televotings einen Platz im Finale. Aber dieses Mal haben nur die Teilnehmer des jeweiligen Finals das Recht, für die jeweils anderen Teilnehmer abzustimmen. Beispiel: Russland, das im ersten Halbfinale dabei ist, darf für Griechenland voten, das ebenfalls im ersten Halbfinale gesetzt ist. Russland darf aber nicht für Weißrussland abstimmen, das erst im zweiten Halbfinale dran ist.

Alles klar? Dann wird es jetzt noch verwirrender. Die vier Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien müssen sich als größte Geldgeber der Veranstaltung keinem Halbfinale stellen, sondern sind gesetzt. Ebenso ist es beim Gastgeberland Serbien. Damit die Zuschauer dieser Länder trotzdem im Halbfinale abstimmen dürfen, werden sie einem der beiden Finals zugelost. Deutsche und Spanier stimmen in der ersten Runde ab, die Zuschauer der anderen drei Nationen in der zweiten.

Zusätzlich wird es eine "Back-up-Jury" geben, die aus jedem Halbfinale einen weiteren Kandidaten ins Finale schicken darf, der es aufgrund des Abstimmungsergebnisses nicht geschafft hätte. Somit kommen aus jedem Halbfinale zehn Teilnehmer in die Endrunde, plus die fünf gesetzten Kandidaten, aus 43 Bewerbern bleiben also 25 Starter.

Im Finale stimmen wieder alle ab

Vor der letzten Konsequent hat die EBU allerdings zurückgeschreckt: Die Beschränkung der Stimmabgabe bezieht sich nicht aufs Finale. Am Samstag dürfen alle 45 Nationen für ihren Favoriten anrufen, egal, ob sie im Halbfinale dabei waren oder nicht. Ob sich die neuen Regeln bewähren, wird sich also am Dienstag und Donnerstag zeigen, wenn die beiden Halbfinals stattfinden.

Insbesondere die Wahl der "Back-up-Jury" könnte Anlass zur Kritik sein. Zuschauervotings mögen zwar nicht immer fair, aber dennoch transparent sein, was man von Jury-Entscheidungen nicht behaupten kann. Auch ist unklar, wie sich die neuen Regeln auf die Einschaltquoten auswirken. Der NDR zum Beispiel wird nur das erste Halbfinale live ausstrahlen, in dem Deutschland auch abstimmen darf. Die zweite Runde hat einen undankbaren Sendeplatz Freitag früh um 0.45 Uhr erhalten.

Spannend wird es übrigens für den zweiten Halbfinal-Teilnehmer Türkei. Seit der Einführung des Zuschauervotings sind stets zehn oder zwölf Punkte aus Deutschland an den Bosporus gegangen. Am Donnerstag wird es erstmals null geben, denn Deutschland wird nicht abstimmen dürfen.

Der Eurovision Song Contest im TV Der NDR überträgt das erste Halbfinale am Dienstagabend live ab 21 Uhr im Dritten. Das zweite Halbfinale am Donnerstag wird nur als Aufzeichnung in der Nacht zu Freitag um 0.45 Uhr gesendet. Das Finale am Samstag überträgt dann die ARD ab 20.15 Uhr.

Von Jens Maier
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
twister34 (23.05.2008, 21:30 Uhr)
@jedifreund82
Wenn die Türkei der EU nicht beitreten dürfen wird, dann wird es nur wegen ängstlichen und ahnungslosen Leuten sein wie du. Und nicht wegen dieses Landes alleine. Du kannst aber trotzdem froh sein, dass Deutschland in einer Union ist, wo Länder wie Rumänien und Bulgarien, welche viel unterentwickelter sind als die Türkei; und Zypern, welches geographisch überhaupt keine Verbindung zu der EU hat, dabei sind. Glaube mir; Wir, Türken, sind auch so ganz fröhlich.
turk-punk (21.05.2008, 12:38 Uhr)
@PADAWAN JEDI FEUND82
@jedifreund82
......aus dir spricht wut und neid PADAWAN!
..natürlich wollen wir nicht in diesen MOLOCH EU (EUROPÄISCHE UNWISSENHEIT)!
diesen GULAG könnt ihr behalten..korrupt,dekadent,inzestuös und rassistisch.
..nee danke ,da sind wir schon deutlich weiter.
......MÖGE DIE ERLEUCHTUNG MIT DIR SEIN!
mit kameradschaftlichem gruss
typhoon33 (21.05.2008, 10:22 Uhr)
Gelichmäßige Verteilung der Kosten !!!!
>Am besten waere es, wenn >Deutschland an diesem Wettbewerb >nicht mehr teilnehmen wuerde.
Sehe ich nicht so. Nur wenn man nicht gewinnt, heisst es lange nicht dass man nicht mitmachen soll !!
Meiner Meinung nach sollten die Kosten aber gleichmäßig auf alle Länder verteilt werden. Das gesparte Geld sollte dann lieber für sinnvolle Dinge eingesetzt werden.
WeitWeg (21.05.2008, 00:33 Uhr)
Ein bisschen Spaß muss sein...
Kerl, was seid Ihr hier (fast) alle bitter und destruktiv... der ESC soll doch wohl in erster Linie Spaß machen und mittels musikalischem-Postkarten-Effekt ein bisschen für den Kulturaustausch zwischen den Völkern sorgen. Muss man da gleich verbalen Krieg draus machen und allen, die sich noch mit diesem "Schrott" "abgeben" auf Teufel komm raus schlechten Geschmack oder Böswilligkeit unterstellen?
..
Leute, Leute... kommt doch mal ein bisschen von Eurem hohen "Groooong Priiie dö Schooooongssoooon"-Ross runter. Die Zeiten ändern sich, die Musik ändert sich, der Geschmack ändert sich, aber Geschmack bleibt's trotzdem. Ihr Nörgler seid _nicht_ das Maß aller Dinge.
..
"Molitva" ist übrigens bis zum heutigen Tage eines meiner absoluten Lieblingslieder, dass ich mir häufig anhöre und mitsinge, obwohl ich gar kein Serbisch kann... war ein absolut verdienter Sieger, und ich freu mich schon auf den Live-Auftritt am Samstag!
..
PS: Deutschland wird auch diesmal nicht gewinnen, weil der No Angels-Song genaugenommen einfach nur langweilig ist. Vielleicht stimm ich ja trotzdem dafür ab, aus alter Heimatliebe (denn so funktioniert das ja bekanntlich allüberall mit der Punktevergabe - alles nur Betrüger... wird aber trotzdem nicht reichen). ;-P
ikaron (20.05.2008, 23:14 Uhr)
Verarschen...
... müssen wir uns nicht lassen, das machen wir doch schon! Hey, wer hat denn Vollpfosten wie Stefan Raab und Guildo Horn geschickt? Ich schaue das seit Jahen nicht mehr, Ausnahme war 2007, Roger Cicero ist super und Lordi sehen zwar aus wie´n Sack Müll, aber die Musik ist genial.
Einfach nicht zu ernst nehmen... Die Frage ist eben nur ob der Spass dann so teuer sein muss...
deinemama (20.05.2008, 23:05 Uhr)
Wieso...
... tun wir uns diesen Sch... eigentlich jedes Jahr an? Die Zeit des großen europäischen Chansons ist schon seit ca. 30 Jahren vorbei. Ernstgenommen wird diese Chose doch wirklich nicht mehr, oder? Der NDR könnte so ein nettes Sümmchen sparen und für sinnvollere Produktionen ausgeben. Oder - noch besser - die GEZ-Gebühren senken... ;)
jedifreund82 (20.05.2008, 21:05 Uhr)
@turk-punk
Ihr seid doch eh nicht in der EU. Aber hauptsache einen auf dicke Hose machen. Die Türkei wird in 50 Jahren nicht in die EU kommen - worüber ihr doch eigentlich froh sein könntet. Wären wirs nur nicht ... dann hätten wir viel weniger Stress.
turk-punk (20.05.2008, 20:23 Uhr)
DAS"ALTE EUROPA " KANN NICHT VERLIEREN.....heheheh!
.........schon wieder ein ANTI-TÜRKEN-GESETZ!
......man seid ihr peinlich
bundes-klinsi (20.05.2008, 20:16 Uhr)
Zu hause bleiben
Am besten waere es, wenn Deutschland an diesem Wettbewerb nicht mehr teilnehmen wuerde. Das ganze ist nur eine gigantische Geldverschwendung und ich moechte, dass meine GEZ-Gebuehren sinnvoller eingesetzt werden.
babylon (20.05.2008, 19:21 Uhr)
wer diesen
scheiß noch guckt oder unterstützt hat wirklich selber schuld!
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