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Wir sehen uns in Düsseldorf

Neues Kleid, viel Bumm-Bumm und ein Pyrowasserfall: Cascada überzeugt bei ihrer ersten Probe zum ESC in Malmö. Deutsche Fans reiben sich verwundert die Augen. Plötzlich gilt sie als Favoritin.

Von Jens Maier, Malmö

  Neues Kleid - und schon klappt's mit dem Zuspruch: Cascada bei ihrer ersten Probe in Malmö

Neues Kleid - und schon klappt's mit dem Zuspruch: Cascada bei ihrer ersten Probe in Malmö

Das Urteil könnte kaum besser ausfallen. "We will see each other in Düsseldorf", ruft ein britischer Journalist durch das Pressezentrum. Gerade hat Cascada zum ersten Mal auf der Malmöer Grand-Prix-Bühne gestanden. Als ihr Song "Glorious" ausklingt, wird die Probe von den anwesenden Reportern und Fans mit spontanem Applaus quittiert. Auch wenn noch nicht alles rund lief, sind sie sich einig: Deutschland könnte beim Finale des Eurovision Song Contest am 18. Mai eine positive Überraschung erleben.

Einen Tag nach ihrer Ankunft in Schweden absolvierte Teilnehmerin Natalie Horler am Sonntagmittag ihre erste Probe. "Ich habe Respekt vor der Bühne", sagte die 31-Jährige zuvor. Doch von Aufregung war ihr in der Malmö-Arena nichts anzumerken. Konzentriert und gut gelaunt meisterte sie die vier Durchläufe. Schon die erste Einstellung löste unter deutschen Medienvertretern Erleichterung aus. Statt dem scheußlichen Schleifchenkleid vom Vorentscheid in Hannover war Horler in einem champagnerfarbenen und mit Strasssteinen besetzten Kleid zu sehen. Haute-Couture statt H&M. Probleme hatte Horler nur mit ihren Schuhen. "Die waren zu groß", sagte sie hinterher. Doch selbst davon ließ sich die gebürtige Bonnerin nicht aus der Ruhe bringen und machte einfach barfuß weiter.

Mit Bumm-Bumm und Piff-Paff gegen den Balladenbrei

Sie habe sich viele Gedanken über ihren Auftritt gemacht, sagt Horler. Herausgekommen ist eine Show, die sich zwar nicht mit der von Madonna oder Lady Gaga messen kann, aber mit der einer Helene Fischer allemal. Showtreppe, Bodennebel und ein 30 Meter breiter Pyro-Wasserfall am Schluss sorgen dafür, dass die Dancenummer nicht nur wie ein Dampfhammer klingt, sondern auch wie einer aussieht. Ein bisschen viel Bumm-Bumm und Piff-Paff, doch "Glorious" hebt sich damit noch mehr vom restlichen Balladenbrei ab.

Doch am Ende kommt es nicht auf Showeffekte, sondern auf Cascada an. Und die ist in Höchstform. Dass sie live hervorragend singen kann, hat sie bei unzähligen Konzerten unter Beweis gestellt. Doch noch viel wichtiger ist, dass sie den ESC in Malmö nicht als Bürde empfindet. Nach dem guten Abschneiden Deutschlands in den vergangenen Jahren, verspüre sie schon Druck, sagt Cascada. Kaum auszudenken welche Schlagzeilen über sie hereinbrächen, wenn sie gnadenlos scheitern würde. Trotzdem wolle sie sich den Spaß nicht nehmen lassen. "Ich habe Lust auf den Song Contest", sagt die Bonnerin.

Cascada ist der Spaß auf der Bühne anzusehen

Diese Lust ist ihr auf der Bühne anzumerken. Da steht kein verschüchtertest Reh, das Angst vor Kameras und 120 Millionen Fernsehzuschauern hat, sondern eine gereifte Künstlerin. Horler ist eine rheinische Frohnatur: frech, offen, sympathisch. Eine, die keine Allüren hat, die keine Diva ist. Das kommt an bei Journalisten und Fans und könnte in einem Wettbewerb, bei dem es in diesem Jahr keinen eindeutigen Favoriten gibt, am Ende den Ausschlag geben.

Vor allem bei ausländischen Medien gilt Cascada längst als Favoritin. "Pass auf Europa, Deutschland könnte bei der Punktevergabe abräumen - packt eure Sachen für Deutschland", schreibt zum Beispiel die irische ESC-Fanseite "Eurovisionisland". Bei englischen Buchmachern hat sich der deutsche Beitrag nach der Probe am Sonntag gleich um zwei Plätze verbessert und liegt jetzt auf Rang sechs.

Doch ob Cascada am Ende wirklich eine Chance gegen Charmebolzen Farid Mammadov aus Aserbaidschan oder die elfenhafte Emmelie de Forest aus Dänemark hat, ist völlig offen. Schon lange nicht mehr schien das Rennen um den Eurovision Song Contest so unvorhersehbar wie in diesem Jahr. Drei Jahre nach Lenas Sieg in Oslo kann Deutschland mit Cascada jedoch sicher sein, sich nicht zu blamieren. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns 2014 ja nicht in Baku oder Kopenhagen, sondern wirklich in Düsseldorf, Hannover oder Hamburg wieder.

Hier können Sie verfolgen, was der Autor beim ESC erlebt:

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