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Ganz Europa ist Lena

"Wunder gibt es immer wieder", sang Katja Ebstein beim Eurovision Song Contest 1970. Seit Samstagabend hat Deutschland wieder eines: den Sieg der Lena Meyer-Landrut.

Von Jens Maier, Oslo

Genau drei Minuten hat sie gebraucht, um die Arena in einen Rausch zu versetzen. Einer, der sich mit spontanen Zuckungen in den Beinen, totaler Verzückung und in Verliebtheit ausdrückt. In der Osloer Telenor-Arena erfasste er erst die deutschen Fans, die bei den ersten Klängen noch zitterten. Wie wird sie singen? Doch die Anspannung löste sich schon nach der ersten Strophe. Und die Antwort war einfach atemberaubend. So sehr sogar, dass es auch die restlichen Zuschauer nicht mehr auf ihren Plätzen hielt. 18.000 Zuschauer, sie taumelten. Und knapp zwei Stunden später war klar: Dieser Rausch hat ganz Europa erfasst.

Lena Meyer-Landrut hat geschafft, was viele bis zuletzt für unmöglich gehalten haben: Die 19-Jährige Abiturientin hat am Samstagabend den Eurovision Song Contest in Oslo gewonnen. Und das sogar mit deutlichem Abstand: 76 Punkte trennten Lena schließlich von der Türkei, die vor Rumänien, Dänemark und Aserbaidschan den zweiten Platz belegte. Mit insgesamt 243 Zählern hat Lena mehr Punkte gesammelt, als alle anderen deutschen Teilnehmer in den vergangenen sechs Jahren zusammen. Dabei sah zuerst alles nach einem Start-Ziel-Sieg für Dänemark aus.

Aus dem Sturm wird ein Lüftchen

Das Duo Chanée & N'evergreen hatte sich in den vergangenen Tagen als Lenas gefährlichste Konkurrenz entpuppt. Mit einer voll aufgedrehten Windmaschine und einem gefälligen Popsong wollten sie Europa im Sturm erobern. Und nach der Bekanntgabe der ersten beiden Votings aus Rumänien und Island sah es so aus, als würde er sich zu einem Orkan entwickeln. Aus beiden Ländern gab es zwölf Punkte für Dänemark, für Deutschland nur drei und acht. Aber aus dem Sturm wurde nur ein laues Lüftchen. Nach sechs Wertungen und jeweils zehn Punkten aus Albanien und der Türkei lag Lena bereits in Führung. Doch der Satz, auf den die mitgereisten deutschen Fans so sehr gehofft hatten, war noch nicht gefallen.

"And finally, our twelve points go to: Germany." Erlösung! "Wir lieben euch Finnland", schrie einer nach der Bekanntgabe der Punkte aus Helsinki. Unter Deutschland-Fahnen begraben lagen sich die deutschen Fans in den Armen. Es war so, als würde die gesamte Schmach der vergangenen Jahrzehnte, die Gracias und No Angels, von ihnen abfallen. Jetzt war klar: endlich nicht mehr Letzter! Und viele beschlich das eigentümliche Gefühl, dass da noch mehr drin sein könnte. Die Zweifler der vergangenen Tage, die immer wieder gesagt hatten: "Das wird wieder nix." Sie stimmten jetzt in den Lena-Jubel mit ein. Das deutsche Wunderkind aus Hannover hat es allen gezeigt.

Dabei wirkte Lena bei der ersten Generalprobe zum Finale am Freitagnachmittag noch unsicher. Sie traf nicht alle Töne, zeigte ihr verschmitztes Lena-Lächeln nur manchmal. Aber heute Abend, am Abend der Abende, gehörte die Bühne ihr. Alle Angst und Nervosität schienen wie weggeblasen. Eine Punktlandung. Wie im Finale von "Unser Star für Oslo" hat Lena erneut bewiesen, dass sie am besten performt, wenn's drauf ankommt. Im kurzen, schwarzen Kleidchen, schwarzen Strumpfhose und hohen Schuhen startete sie eine Charme-Offensive, die auf ganz Europa hypnotisch wirkte und selbst aufwendig inszenierte Bühnenshows der Konkurrenz alt aussehen ließ.

"Germany, 12 Points"

Nix wurde es mit der angeblich ach so starken Aserbaidschanerin Safura, die für ihre Tanzeinlagen extra den Choreografen von Beyonce engagiert hatte. Nix wurde es mit der Ethnopop-Hymne aus Armenien, bei der auf der Bühne ein Aprikosenbaum zum Blühen gebracht wurde. Und nix wurde es mit dem Mitgröl-Song aus Griechenland. Obwohl das Osloer Publikum in das "Opa" einstimmte und mit einem lauten "Hej" für Verstärkung beim Refrain sorgte, belegte Griechenland nur den achten Platz. Die vielen Vorhersagen waren plötzlich Makulatur. Nur eine sammelte Punkt um Punkt. Neun Mal hieß es schließlich: "Germany, 12 Points." Jeder Punkt für Deutschland wurde mit "Lena, Lena"-Rufen quittiert. Und nachdem auch Schweden uns mit der Höchstwertung bedacht hatte, dämmerte es auch dem letzten deutschen Fan: Der Sieg ist Lena nicht mehr zu nehmen. "Wir haben es", rief jemand, der mitgerechnet hatte, nach der 33. Wertung.

Doch nicht nur die Deutschen, auch die Norweger waren mit dieser Siegerin äußerst zufrieden. "Ihr hattet den besten Song, und ich liebe Lena", sagte ein Osloer, der sich unter die feiernden Deutschen vor der Bühne gemischt hatte. Dabei gab es für die Norweger eigentlich wenig Grund zur Freude. Für ihre große Hoffnung, den Opernsänger Didrik Solli-Tangen, sprang mit seiner Herz-Schmerz-Ballade "My Heart Is Yours" am Ende nur der 20. Platz heraus. Gefeiert wurde trotzdem - mit Tyskland. Denn unsere Lena hatten auch die Norweger ins Herz geschlossen. Und dann betritt sie, die geschafft hat, was viele für unmöglich, ja sogar ausgeschlossen gehalten hatten, die Bühne.

Lesen Sie auch bei unserem Partner prinz.de: "Wissenswertes zum Thema Eurovision Song Contest"

Lena landet heute in Hannover

"Ich glaube, ich bin nicht stark genug, um den lange zu halten", waren die ersten Worte der frisch gebackenen Königin des Eurovision Song Contest, als sie von Alexander Rybak, dem Vorjahressieger, den gläsernen Eurovisions-Pokal überreicht bekam. Die sonst so taffe 19-Jährige stand mit Tränen in den Augen da. "Muss ich jetzt noch einmal singen?", fragte sie. Unter einem Meer aus Schwarz-Rot-Gold stimmte sie dann noch einmal das Siegerlied an und die gesamte Arena fiel ein: "Love, oh, love, I gotta tell you how I feel about you!" Minuten, nachdem die Show vorbei ist, wurde Lena noch immer umjubelt gefeiert.

Einer stolzierte gar mit einer Deutschlandfahne die Bühne entlang und genoß den Augenblick. Es war Stefan Raab, und die Szene erinnert an Franz Beckenbauer, als dieser 1990 für Deutschland die Weltmeisterschaft gewonnen hatte und sichtlich gerührt und zufrieden die Arena in Rom abschritt. Und prompt rief jemand: "Stefan, du bist unser neuer Beckenbauer." Und in der Tat, Lenas Triumph dürfte der größte Moment für denjenigen sein, dem Deutschland die Entdeckung Lena Meyer-Landruts zu verdanken hat: Stefan Raab. "Ich bin total geschockt", sagt er hinterher auf der Pressekonferenz über den Sieg seines Schützlings. "Aber Deutschland kann sich selbst auf die Schulter klopfen, denn schließlich haben die deutschen Fernsehzuschauer Lena unter vielen Bewerbern selbst ausgesucht."

Und schon am Sonntagnachmittag werden sich alle Lena-Fans dafür ihre Belohnung abholen können. Denn die Party geht heute in Hannover weiter. Um 15.10 Uhr wird Lena in ihrer Heimatstadt landen und anschließend vor dem Rathaus empfangen werden. Und die Hannoveraner müssen sich wahrscheinlich mit dem Gedanken anfreunden, im Ausland nicht mehr die Stadt der Scorpions, sondern von Lena zu sein.

Alle Songs, alle Platzierungen, alle Länder finden Sie in der stern.de- Grafik zum Eurovision Song Contest .

Wer weiter über Lenas Sieg diskutieren will, Glückwünsche loswerden will etc., kann das auf der stern.de Facebook-Seite tun.

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