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Das sind die Favoriten für Oslo

Unter englischen Buchmachern laufen bereits die Wetten: Wer gewinnt den Eurovision Song Contest? Lena Meyer-Landruts härteste Konkurrenz kommt demnach aus dem Osten. Von Baku bis Berlin - das sind die Favoriten für Oslo.

Von Jens Maier

"Allez! Ola! Olé!" schallt es aus Frankreich, in Holland wird "Sha-la-lie, sha-la-la" gesungen und Norwegen schmettert verliebt "My Heart Is Yours": Die Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2010 stehen seit Montag fest. Die Chefs der Delegationen tagen derzeit in Oslo und haben die Beiträge jetzt offiziell eingereicht. Eine wahre Balladen-Flut kommt auf Europa zu. An Interpreten wird eine ehemalige Grand-Prix-Gewinnerin dabei sein, aber auch viel versprechende Newcomer. Und obwohl der Sieger des Wettbewerbs als nahezu unvorhersehbar gilt, zeichnen sich schon jetzt einige Favoriten ab.

Aserbaidschan

Erst zwei Mal hat Aserbaidschan teilgenommen und schaffte mit einem achten und einem vierten Platz gleich den Sprung unter die Top Ten. 2010 will die Kaukasusrepublik ganz an die Spitze. Die in einem aufwendigen Vorentscheid ausgesuchte 17-jährige Sängerin Safura punktet nicht nur mit ihren gesanglichen Qualitäten, sondern auch mit ihrem Aussehen. Mit fünf hübschen Tänzern an ihrer Seite überzeugt der Beitrag auch die homosexuelle Fangemeinde. Bei der Songauswahl hat man in Baku nichts dem Zufall überlassen. Schwedische Erfolgsautoren wurden engagiert, die mit "Drip Drop" ein Lied mit Ohrwurmpotential ablieferten. Der Refrain erinnert ein wenig an Lady Gaga, nur an ihrem osteuropäischen Akzent muss Safura noch feilen.

Norwegen

Didrik Solli-Tangen will mit seiner Schmachtballade "My Heart Is Yours" an den Erfolg von Alexander Rybak anknüpfen. Der 22-jährige Tenor aus Norwegen sieht dem Vorjahressieger nicht nur sehr ähnlich, sondern hat eine ebenso überzeugende Bühnepräsenz wie dieser. Hier hören die Ähnlichkeiten allerdings auf. Solli-Tangens Beitrag erinnert eher an eine klassische Arie als an Rybaks "Fairytale". Die Jurys wird er mit seiner hervorragenden gesanglichen Leistung jedenfalls auf seiner Seite haben und gilt deshalb als einer der Favoriten. Ob er am Ende auch die Herzen der Televoter erobern kann, bleibt abzuwarten.

Israel

Ihm fliegen die Herzen schon jetzt reihenweise zu: Harel Skaat wird von seinen Landsleuten unverblümt als der "attraktivste Eurovisionsteilnehmer aller Zeiten" vorgestellt. Der 28-jährige Israeli wurde 2004 in der Castingshow Kokhav Nolad ("Ein Star ist geboren") zwar nur Zweiter, avanciert seitdem aber zum Superstar. Der charmante Skaat stand von vornherein als Kandidat für Oslo fest, die Zuschauer durften aus vier von ihm vorgetragenen Songs wählen und entschieden sich schließlich für "Milim" ("Worte"). Bei den englischen Buchmachern schnellte die dramatische Ballade sofort auf den vorderen Platz, weswegen sich Israel berechtigte Hoffnungen auf seinen vierten Grand-Prix-Sieg machen darf.

Kroatien

Noch ohne Sieg, dafür aber mit drei starken Frauen, tritt Kroatien an. Die Gruppe Feminnem hat sich im kroatischen Vorentscheid gegen 15 Mitbewerber durchgesetzt. Die drei gutaussehenden Sängerinnen sind auf der Grand-Prix-Bühne keine Unbekannten. Bereits 2005 nahmen sie am Wettbewerb teil, damals allerdings für Bosnien-Herzegowina, landeten aber abgeschlagen auf dem 14. Platz. Dass sie jetzt für Kroatien als Hoffnungsträger gelten, liegt vor allem an ihrem starken Lied. "Lako je sve" ("Alles ist einfach") ist eine klassische Grand-Prix-Hymne mit dramatischem Schluss-Akkord. Der Refrain wird für mitteleuropäische Zungen zwar schwer mitzugrölen sein, sichere Punkte vom Balkan machen Feminnem aber zu Mit-Favoriten.

Deutschland

Sie hat bereits alle Chart-Rekorde gebrochen: Dank Lena Meyer-Landrut zählt Deutschland zum ersten Mal seit Jahren wieder zu den Favoriten. Die 18-jährige Schülerin aus Hannover gilt als unkonventionell und überzeugt vor allem durch ihre Bühnenpräsenz. Ihr Lied "Satellite" sticht unter den vielen gefühlsbetonten Balladen besonders positiv hervor und trifft den Geschmack von Skandinaviern und Angelsachsen. Besonders ihre große Fan-Unterstützung könnte ihr eine Platzierung ganz vorne bescheren, falls genügend Deutsche im benachbarten Ausland für Lena anrufen. Das Glück scheint jedenfalls schon auf ihrer Seite zu sein. Bei der Auslosung der Startreihenfolge fürs Finale hat Deutschland eine sogenannte Wildcard gezogen und durfte zwischen den Plätzen eins bis 25 frei wählen. Lena startet auf einem erfolgversprechenden 22. Platz.

Außenseiter-Chancen

Seit Wochen belegt Anna Bergendahl mit "This Is My Life" die schwedischen Charts, allerdings wird ihr Beitrag es unter den vielen Balladen schwer haben. Ganz anders als die Pop-Nummer "Run Away" aus Moldawien, der die englischen Buchmacher beste Außenseiterchancen einräumen, ebenso wie Armenien mit der Popnummer "Apricot Stone". Weißrussland könnte mit der Musical-Ballade "Butterflies" vor allem osteuropäische Herzen höher schlagen lassen. Mit der Türkei muss ebenfalls gerechnet werden, obwohl der rockige Beitrag der Band "Manga" eher unspektakulär klingt.

Chancenlos

Obwohl die Niederlande in diesem Jahr Vader Abraham - ja, der mit den Schlümpfen - als Komponisten ins Rennen schicken, dürfen sich unsere Nachbarn kaum Hoffnung auf ein Weiterkommen nach dem Semi-Finale machen. Und auch für Niamh Kavanagh, die 1993 den Grand Prix für Irland sogar gewonnen hat, wird es mit einer weiteren Ballade schwer werden. Frankreich liefert mit "Allez! Ola! Olé!" einen Vorgeschmack auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft, der eher als Mitgröhl-Song fürs Stadion konzipiert sein dürfte. Für Verstörung dürfte schließlich auch der Volksmusik-Beitrag aus Slowenien sorgen, der bei den britischen Buchmachern auf dem letzten Platz gewettet wird.

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