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"An Kampf zu denken, liegt mir nicht"

Sie ist unsere Hoffnung für Oslo: Nach ihrem Sieg verrät Lena Meyer-Landrut im Interview mit stern.de, wie es sich anfühlt, als Star gefeiert zu werden, welche Platzierung in Oslo drin ist, wie sie über Castingshows denkt und was ihr Freund sagt.

Frau Meyer-Landrut, fast fünf Millionen Fernsehzuschauer haben Ihren Sieg am Freitagabend verfolgt. Ihre Songs belegen die ersten drei Plätze in den Charts des Musikdownloadportals "iTunes". Am Dienstag werden Sie in ihrer Heimatstadt Hannover sogar vom Bürgermeister empfangen. Wie fühlt es sich an, ein Star zu sein? Star hört sich ganz komisch an. Im Moment ist es einfach nur ein wahnsinnig schönes Gefühl, gewonnen zu haben. Aber es hat auch etwas Irreales, vor allem weil alles so verdammt schnell ging. Erst im Februar habe ich erfahren, dass ich unter den letzten 20 Kandidaten von "Unser Star für Oslo" bin und jetzt fahre ich nach Oslo. Wahnsinn!

Von vielen werden Sie als neue Nicole gefeiert, der Erfolgs- und Erwartungsdruck steigt. Wie gehen Sie damit um? Ich versuche, mich von äußeren Erwartungen nicht beeindrucken zu lassen, sondern meine Sache so gut zu machen, dass ich, dass die Welt, dass die deutschen Zuschauer mit mir zufrieden sein können. Wenn alle sagen 'das hat sie toll gemacht', wäre ich wahnsinnig stolz.

Aber das Ziel ist es schon, unter die ersten zehn zu kommen.

Ich werde mein Bestes dafür geben. Ob's hinterher reicht, entscheiden die europäischen Zuschauer.

Die meisten Vorentscheide in unseren Nachbarländern sind abgeschlossen. Hatten Sie schon Zeit, ihre Konkurrenten zu begutachten?

Ich habe ein paar Titel schon gehört, einige Teilnehmer waren ja auch in einem Einspieler in der Show zu sehen. Aber ich würde da ungern von Konkurrenten sprechen. In Kategorien wie "Kampf" zu denken, liegt mir nicht.

Sie sorgen im Ausland bereits für Gesprächsstoff. In Foren wird über Ihren ausgeprägten britischen Akzent diskutiert. Engländer behaupten allerdings, der sei nicht britisch, sondern klänge total deutsch. Ich habe meinen Akzent nicht in Großbritannien gelernt, sondern von meinem Englischlehrer übernommen. Also haben die vermutlich Recht.

Sie haben noch in der Nacht von Freitag auf Samstag das Musikvideo zum Siegertitel "Satellite" gedreht, wie geht es jetzt weiter? Wie wird Ihr Weg nach Oslo aussehen?

Das weiß ich noch gar nicht so genau. Ich werde vermutlich viele Interviews geben und Auftritte haben. Mein Abitur will ich aber auf jeden Fall zu Ende machen, im April stehen die schriftlichen Prüfungen an.

Sind sie eine gute Schülerin?

Ich bin keine Einser-Kandidatin, so viel verrate ich. Aber ich denke mal, dass ich es trotzdem packen werde.

Wird Ihnen Stefan Raab, der ja schon dreifache Grand-Prix-Erfahrung gesammelt hat, auf dem Weg nach Oslo weiter zur Seite stehen? Wenn er sich weiter so um mich kümmert wie bisher, kann ich nur sagen 'Jucheh'. Stefan stand während der ganzen Zeit allen Kandidaten immer mit Rat und Tat zur Seite, hat uns Tipps gegeben und stand voll hinter uns. Er war ein sehr guter Chef.

Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es aber. Die Zuschauer haben Sie mit "Satellite" nach Oslo geschickt. Ihrem Gesichtsausdruck am Freitagabend konnte man allerdings entnehmen, dass Sie auch sehr gerne "Love me" gesungen hätten. Einen Titel, den Sie gemeinsam mit Stefan Raab geschrieben haben.

Ich hätte auch sehr gerne 'Bee' gesungen. Alle drei Titel waren toll, und ich bin froh, dass es 'Satellite' geworden ist. Am Freitagabend fiel die ganze Anspannung von mir ab. Ich war vor der Show total nervös, stand unter einem tierischen Stress und war nach den anstrengenden Proben sehr müde. So professionell, dass man mir das nicht anmerkt, bin ich leider nicht. Mit 'Satellite' bin ich aber total zufrieden.

Auf der Bühne wirken Sie, als hätten Sie kein Lampenfieber.

Es ist schön, dass das so wirkt, ist aber überhaupt nicht so. Ich dachte, ich klappe zusammen, so aufgeregt war ich. Während des Auftritts lässt das dann nach, weil ich mich sehr wohl beim Singen fühle. Wahrscheinlich merkt man mir das an. Aber mich als 'cool' zu bezeichnen, wäre absolut falsch.

Was sagt Ihr Freund zu Ihrem Erfolg?

Haha, guter Trick. Ich wurde sogar schon gefragt, ob ich einen Freund oder eine Freundin habe. Darauf sage ich dann immer: Ich bin zum achten Mal zwangsverheiratet.

Die Kandidaten anderer Castingshows, wie zum Beispiel DSDS, plaudern sehr freizügig über ihr Privatleben.

Gerade das hat mich daran immer sehr gestört. Es soll doch der Gesang im Vordergrund stehen und nicht das Private.

Es hat schon einmal eine Lena für Deutschland beim Eurovision Song Contest teilgenommen. Wissen Sie welche?

Hmh, ne. Komm ich jetzt nicht drauf.

Lena Valeitis 1981 mit "Johnny Blue".

Stimmt, den Song kenne ich.

Sie hat damals den zweiten Platz belegt. Welche Platzierung schaffen Sie in Oslo?

Wenn ich in die Zukunft gucken könnte, würde ich das jetzt sagen. Ich hoffe, dass den Zuschauern mein Auftritt Spaß machen wird und er ihnen gefällt. Wenn mein Vorname dabei ein gutes Omen ist, umso besser.

Interview: Jens Maier
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