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"Lena braucht sich keine Sorgen zu machen"

Erst wollte sie den Titel verteidigen, jetzt "nicht Letzter" werden: Lena tritt mit "Taken By A Stranger" in Düsseldorf an. stern.de hat Michael Sonneck, Präsident des "Eurovision Fanclub Germany", um seine Einschätzung gebeten. Welche Chancen hat Lena?

Herr Sonneck, ist "Taken By A Stranger" der richtige Song für Deutschland?
Ich fand es von Anfang an das Beste aus dem Angebot. Es war auch mein Favorit.

Das klingt nicht gerade euphorisch.


Doch, durchaus. Ich bin begeistert vom deutschen Beitrag. Die anderen Liederer hörten sich - bis auf das schöne "Push forward" - für mich sehr ähnlich an und waren ziemlich austauschbar.

War es ein Fehler, Lena noch mal antreten zu lassen?


Ich habe da gemischte Gefühle. Auf der einen Seite fand ich gut, dass es dieses Mal nur um den Song ging - schließlich ist der Eurovision Song Contest ja ein Komponistenwettbewerb. Auf der anderen Seite hat die Faszination stark abgenommen, weil man Lena schon ein Jahr kennt.

Wie sehen Sie und die Fans die raabsche Übermacht beim Vorentscheid? Droht er, der neue Ralph Siegel zu werden?

Er hat den Eurovision Song Contest in Deutschland vor dem Untergang gerettet und für den zweiten Sieg gesorgt. Es gibt bei den Fans, soweit ich das beurteilen kann, da zwei Lager, für und gegen Stefan Raab. Er polarisiert halt ziemlich. Ich finde allerdings auch, dass die Gefahr besteht, dass es ein bisschen zuviel des Guten werden könnte.

Was muss sich nächstes Jahr beim Vorentscheid ändern?


Der NDR hat bereits angekündigt, 2012 wieder eine Castingshow à la "Unser Star für Oslo" zu machen. Es wird also ein neues und frisches Gesicht geben, das 2012 für uns antritt. Und das finde ich auch gut und richtig.

Ist die "Mission Titelverteidigung", wie Stefan Raab sie nennt, zum Scheitern verurteilt?
Das würde ich nicht sagen. Ich glaube, dass der Song beim Finale am 14. Mai in Düsseldorf gute Chancen hat, weit vorne zu landen. Vielleicht kann er am Ende sogar gewinnen.

Warum?


"Taken By A Stranger" fällt aus dem Rahmen, weil der Song direkt ins Ohr geht und das gewisse Etwas hat, er ist "geheimnisvoll" und bleibt in Erinnerung. Und das ist wichtig bei einem Wettbewerb, bei dem man alle Lieder nur einmal hören kann.

Aber könnte es nicht passieren, dass die Faszination Lena auch im Ausland stark abgenommen hat?


Das finde ich schwierig zu beantworten. Sicher kennt Lena schon jeder. Deshalb kann es aber auch sein, dass alle es ganz toll finden, dass die Vorjahressiegerin wieder dabei ist. Nur dieses Mal eben mit einem vollkommen anderen und neuen Lied.

Wo lauern Lenas größte Konkurrenten?


Noch stehen nicht alle Songs fest. Erst bis zum 15. März müssen die 43 Teilnehmerländer ihre Lieder eingereicht haben. Bei dem, was ich bisher gehört habe, braucht sich Lena aber keine Sorgen zu machen.

Der norwegische Song soll doch ganz flott sein.


Der gefällt mir überhaupt nicht. Ich halte es für eine Fehlentscheidung, dass die Norweger "Haba Haba" mit dieser billigen Shakira-Kopie nach Düsseldorf schicken. Ich hoffe, dass Griechenland, Schweden und England eine bessere Wahl treffen.

Wie viele Punkte würden Sie Lena denn geben?


Ganz klar, zwölf Punkte. Aber am Ende entscheiden ja nicht die deutschen Fans, sondern die ausländischen. Und der Grand Prix ist immer für Überraschungen gut.

Interview: Jens Maier

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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