Anlässlich der Veröffentlichung ihres fünften Albums "Haiku Ambulanz" sprach stern.de-Mitarbeiterin Birgit Helms mit Nils Koppruch, dem Sänger der Gruppe Fink.

Fink-Sänger Nils Koppruch© www.finkmusik.de
Mit Nils Koppruch, dem Sänger der Musikgruppe Fink, sprach Birgit Helms
Eigentlich ist das relativ profan. Irgendwann hab ich Richard Brautigan entdeckt und dieses "Haiku Ambulanz" ist hängen geblieben. Eines der Charakteristika vom Haiku ist ja, dass es eine Momentaufnahme ist, aus der Zeit herausgenommen, die im Prinzip einen Mikrokosmos abbildet. Im Laufe der Zeit war einfach klar, dass das Album Haiku Ambulanz heißen muss, nicht nur inhaltlich, sondern auch, weil es ein toller Titel für eine Platte ist. Er lässt Raum für alle möglichen Assoziationen und ist keine Anleitung: Wir wollen auf nichts Bestimmtes hinweisen mit dieser Platte.
...oder dass man hofft, einen Weg aus dem Hamsterrad heraus zu finden.
Im Prinzip gibt es ja zwei Konzepte von Band. So wie wir es jetzt drei Jahre und vorher auch schon einmal gemacht haben: Da sind vier Leute, die basisdemokratisch die Entscheidungen treffen – so waren unsere Konstellationen bisher immer. Das setzt aber voraus, dass das Interesse von allen konstant gleich bleibt, sich miteinander auseinander zu setzen und dabei zu bleiben. Das ging immer über eine bestimmte Zeit gut. Es ist immer ein bisschen traurig, wenn man feststellt - wie in einer Beziehung -, dass man es nicht geschafft hat, sich über einen längeren Zeitraum hinaus zu inspirieren und zu befruchten. Aber andererseits liegt darin auch eine große Chance, weil ich keine Lust auf ein Band-Konzept habe, bei dem nur wichtig ist, dass man zusammen bleibt. Dann kann man auch eine Skat-Runde machen.
...ja, aber es war schon klar: Bis Henning sich entgültig entschieden hat, hatte er sich schon weitgehend rausgezogen. Wir haben ja im März noch die Tour gemacht, aber man merkte schon ziemlich stark, dass Henning mit dem Kopf woanders war. Ich seh das jetzt als Chance, wieder etwas mit anderen Leuten zu probieren... Eine dauerhafte Dynamik mit vielen Leuten herzustellen, ist unglaublich schwer.
Ja, wir geben jetzt keine Anzeige auf, "Bandmitglieder gesucht". Wenn sich irgendwas Beständiges herauskristallisiert, passiert es sowieso.