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Bushido klaut Songs und muss blechen

Das tut weh: 60.000 Euro Schadenersatz wird Geldmaschine Bushido wohl noch verkraften, aber dass sein Erfolgsalbum "Von der Skyline zum Bordstein zurück" aus dem Verkehr gezogen wird, ist hart. Grund: Der Berliner Rapper hat geklaut.

Bittere Schlappe für Erfolgsrapper Bushido: Das Hamburger Landgericht hat den Musiker und seine Plattenfirma wegen Plagiatsvorwürfen verurteilt. Die französische Gothic-Band Dark Sanctuary hatte Bushido in einem Zivilprozess verklagt, weil er unerlaubt 16 Titel von ihr verwendet und als seine eigenen ausgegeben habe. Das Landgericht verurteilte den Musiker am Dienstag zur Zahlung eines Schadenersatzes an die Autoren in Höhe von mehr als 60.000 Euro.

Außerdem ordnete das Gericht an, dass elf CDs beziehungsweise Sampler aus dem Verkauf genommen und geschreddert werden müssen, wenn Titel mit gestohlenen Teilen auf ihnen enthalten sind. Dazu gehört Bushidos Erfolgs-Platte "Von der Skyline zum Bordstein zurück". Allein auf diesem Album, das dem deutschen Rapper eine Platin-Auszeichnung für mehr als 200.000 verkaufte Exemplare einbrachte, erkannten die Franzosen demnach bei acht Musikstücken ihre eigenen Titel wieder. Daneben geht es um die Alben "Janine", "Bravo Hits 56", oder "The Dome Vol. 41". Die geklauten Songs sind laut Gericht unter anderem: "Sex in the City", "Bloodsport2", "Goldrapper", "Janine", "Es ist ok", "Träne aus Blut" oder "Wieder von der Sykline zum Bordstein zurück".

"Da hätte man fünfmal fragen müssen"

"Bushido hat sich mit fremden Federn geschmückt", sagte der Vorsitzende Richter Bolko Rachow. Der Musiker habe in 13 der 16 umstrittenen Titel sogenannte "urheberrechtlich geschützte Tonfolgen" benutzt, unter Musikern Loops genannt. Die Loops hat Bushido laut Gericht dann mehrfach hintereinander geschnitten und einen neuen Text darübergelegt. Die Richter sprachen den französischen Künstlern auch deshalb Schadenersersatz zu, weil Bushido ungefragt seine teils brutalen Texte über ihre Musik gelegt hatte. "Da hätte man fünfmal fragen müssen", sagte Richter Rachow. Das Gericht verurteilte Bushido und seine Plattenfirma außerdem dazu, umfangreich über Verkäufe und andere Erlöse durch die umstrittenen Titel Auskunft zu geben. Dadurch können die Kläger noch weitere Schadenersatzansprüche geltend machen. Auch die Einnahmen aus der Rechteverwertung GEMA stehen laut Urteil den Klägern zu.

Berufung möglich

Bushido wurde nach dem Erscheinen des Albums "Von der Skyline zum Bordstein zurück" 2006 mit dem MTV Europe Music Award in der Kategorie "Best German Act" geehrt. Auch im Jahr darauf holte er sich den Titel. 2007 und 2008 erhielt er außerdem den Echo für den besten Hip-Hop-Act Deutschlands. Mit seiner im September erschienenen Autobiografie schaffte der in Bonn aufgewachsene Musiker tunesischer Abstammung den Sprung in die Bestsellerlisten. Seine Film-Biografie "Zeiten ändern dich" läuft derzeit im Kino. Mehrere Texte von ihm sind frauen- und schwulenfeindlich.

Bei dem Prozess am Dienstag in Hamburg war der Musiker im Gerichtssaal nicht anwesend. Gegen das Urteil können er und seine Verteidiger Berufung einlegen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

APN/APN

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