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12. April 2006, 05:01 Uhr

Musik, Fußball und Nächstenliebe

Er ist mit dem Boot in die Tiefsee getaucht und hat die inoffizielle Hymne zum Vatertag verfasst. Vor allem in seiner Heimat Bochum wird Herbert Grönemeyer nach wie vor verehrt - schrieb er doch die inoffizielle Stadthymne.

Er kann wieder lachen: Herbert Grönemeyer bei einem Open-Air in Würzburg© Johannes Simon/DDP

Besonders für die Menschen im Ruhrgebiet ist "Herbert" spätestens seit der 1984 erschienen Hommage an seine Heimatstadt "Bochum - ich komm aus Dir" ein musikalisches Idol. Die LP "4630 Bochum", die mit dem Song "Männer" auch noch dem Männlichkeitswahn einen Hieb versetzt, wird zum ersten Großerfolg. Zuvor erwiesen sich frühe Alben wie "Grönemeyer" meist als Ladenhüter.

Fest verwurzelt in der proletarischen Heimat

Geboren ist Herbert Grönemeyer am 12. April 1956 in Göttingen. "Wir sind aber noch im gleichen Jahr nach Bochum gezogen", sagt Dietrich, der ältere Bruder. Dort ging der Ingenieurssohn Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer vor allem zwei Hobbys nach: Musik und Fußball. Auf dem Gymnasium gründete er als Zwölfjähriger seine erste Band und schrieb später die Musik für ein Beatles-Musical am Schauspielhaus Bochum. Nach dem Abitur holte ihn Intendant Peter Zadek als musikalischen Leiter an seine Bühne. Nebenbei studierte Grönemeyer Rechts- und Musikwissenschaft.

Vor dem Singen war er Schauspieler

Das Schauspielhaus ließ ihn auch in der Folgezeit nicht los. Bis 1981 stand er in Hamburg, Berlin, Stuttgart und Köln auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Zwischendurch war er auch im Fernsehen zu sehen. Zu Ruhm als Schauspieler gelangte Herbert Grönemeyer 1981 als Leutnant Werner in Wolfgang Petersens "Das Boot". Der Kinohit brachte ihm weitere attraktive Filmangebote ein. Fortan stand er an der Seite von Stars wie Nastassja Kinski, Burt Lancaster oder Bruno Ganz.

Private Desaster, berufliche Highlights

Nach privaten Schicksalsschlägen blieb er allein mit seinen Kindern Felix und Marie in London. 1998 starben kurz hintereinander sein Bruder Wilhelm und seine Frau, die frühere Schauspielerin Anna Henkel, an Krebs. Es entstand sein einfühlsamstes Werk "Mensch". Seit 2002 verkaufte sich das Album drei Millionen Mal in Deutschland und stellte spätestens jetzt den politisch engagierten Sänger auf eine Stufe mit Westernhagen, BAP und den Toten Hosen.

Wolfgang Dahlmann/DPA
 
 
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