Mit Destiny's Child ist Kelly Rowland berühmt geworden. "Dilemma", ihr Duett mit Rapper Nelly, schoss vor fünf Jahren weltweit in die Charts. Jetzt hat die 26-Jährige ihr zweites Soloalbum veröffentlicht. Im stern.de-Interview spricht sie über Frauenfeindlichkeit im HipHop, Männer und Gruselfilme.

Kelly Rowland, Ex-Mitglied von Destiny's Child, veröffentlicht ihr zweites Soloalbum© Sony BMG
Nein, im Gegenteil, mir wurde sogar letztens mein Lieblingsschmuck gestohlen: wunderschöne Diamantohrringe. Sie bedeuteten mir sehr viel. Wenn ich sie trug, fühlte ich mich stark und unabhängig. Nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Ich finde Menschen unangenehm, die sich wie ein Christbaum mit Gold oder Silber behängen. Aber ein wenig Lametta kann schon betörend wirken.
Natürlich nicht. HipHop ist als Kunstform zu verstehen - ähnlich wie Jazz oder Rock. Es ist zwar nicht schön, dass wir immer wieder als fester Bestandteil des HipHop so degradiert werden. Aber wenn Frauen in diesem Kontext als "Schlampen" tituliert werden, dann sollte das keine Frau persönlich nehmen. Es ist eben ein Stilmittel der Musik. Darüber sollten wir Frauen schon lange erhaben sein.
Ich bin immer noch ein braves Mädchen! Ich fühle mich nur zum ersten Mal in meinem Leben richtig wohl in meinem Körper und so selbstbewusst wie nie. Wenn andere Leute das sexy nennen, ist das völlig okay. Ich gehe in erster Linie zum Workout, um meine Umgebung mit meiner Figur zu beeindrucken. Als ich klein war, dachte ich immer, hässlich zu sein. Besonders meine große Nase mochte ich nicht besonders. Das ist jetzt anders.
Die Zeit heilt Gott sei dank alle Wunden. Ich war wirklich noch nach unserer Trennung in ihn verliebt. So etwas kann man nicht steuern, sonst wäre ich ein eiskaltes Stück. Ich wollte dieses Gefühl in einem Song umsetzen - und es scheint ja viele Fans zu berühren.
Momentan will mich keiner anknabbern. Aber Orlando Bloom könnte sich gerne mal melden - den mag ich wirklich gerne.
Das stimmt. Auf dem vorigen Album dominierten Gitarren, es war eindeutig rockiger - ich stehe ja auch auf Alternative-Musik. Deshalb hatte damals auch Robert Smith von The Cure am Album gearbeitet. Aber in meinen Venen fließt mehr Pop und R&B. Jetzt bin ich wieder zu meinen Wurzeln zurückgekehrt. Ich habe buchstäblich wirklich mein Herz und meine Seele in dieses Album gelegt und sehr persönliche Songs geschrieben.
Gestern Abend. Ich hatte den ganzen Tag Interviews gegeben und fühlte mich am Ende total ausgepowert. Da stellte ich mir kurz vor, wie Michelle und Beyoncé neben mir auf dem Sofa sitzen und Grimassen ziehen. Ich musste lachen und fühlte mich gleich besser.
Absolut nicht! Ich bin stolz auf beide, weil sie sich durch den Erfolg überhaupt nicht verändert haben. Besonders Beyoncé, die ich schon aus der Sandkiste kenne, respektiere ich sehr. Michelle und ich haben bei Beyoncés Video zu "Get Me Bodies" mitgewirkt. Wir sind alle Freunde geblieben und haben ein heimliches Abkommen geschlossen - wir Veröffentlichen niemals unsere Alben in zeitlicher Nähe.
Sie dürfen gerne spekulieren...
Wir haben als Band schon alles erreicht, sind in der Welt herumgekommen. Und unsere Konten mussten wir bislang nicht überziehen. Sie sehen, Geld ist sicherlich nicht der Antrieb, um wieder zusammen Musik zu machen.
Ganz ehrlich: Ich habe mich bei den Dreharbeiten zu Tode gegruselt. Was gut für meine Rolle war, denn ich brauchte keine großen Schauspielkünste, um authentisch zu wirken. Mein Bruder, ein großer Freddy-Krüger-Fan, ist seitdem sehr stolz auf mich. Aber ich wäre jetzt bereit für die nächste romantische Komödie.
Ich liebe es zwar in andere Rollen zu schlüpfen und finde die Schauspielerei großartig - doch mein Herz schlägt eindeutig für die Musik. Trotzdem würde ich wahnsinnig gerne noch einen Film machen.
Das zweite Soloalbum "Ms Kelly" Sie habe wirklich ihr Herz und ihre Seele in dieses Album gelegt, sagt Ex-Destiny's Child-Mitglied Kelly Rowland, 26, über ihr zweites Solo-Album. Tja. Das sollte man doch wohl auch erwarten dürfen, oder? "Ms. Kelly" bietet den üblichen, gerade schwer angesagten R&B-Mix, den auch Beyoncé und Rihanna erfolgreich verkaufen. Rowlands Balladen ("This Is Love") haben tatsächlich Herz und Seele, der Rest klingt (wie so oft bei R&B) überproduziert und austauschbar.