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Was macht eigentlich Donovan?

Mit Hits wie "Universal soldier", "Atlantis" und "Catch the wind" wurde er in den 60er Jahren bekannt. Und noch immer macht Donovan Musik. Kurz vor seinem 67. Geburtstag zog er im Gespräch Bilanz.

  Der schottische Sänger und Songwriter Donovan im Garten seiner Finca auf Mallorca

Der schottische Sänger und Songwriter Donovan im Garten seiner Finca auf Mallorca

Guten Morgen, Donovan, heute schon meditiert?
Natürlich! Meine Frau und ich meditieren jeden Morgen zwanzig Minuten. Das macht uns offen und ruhig für den Tag.

Woher kommt die Liebe zur Meditation?


Ich war sechzehn und las Jack Kerouacs Roman "Unterwegs". Ich spürte, dass es eine transzendentale Welt gibt, die in den Mythen, Legenden und Märchen weiterlebt. Deshalb hieß übrigens mein zweites Album "Fairy Tale".

Warum hat man so lange nichts mehr von Ihnen gehört?


Ich brauchte Zeit zum Reflektieren. Aber ich habe immer an meiner Musik gearbeitet, Alben herausgebracht.

Angefangen haben Sie als Straßenmusiker ...


Ich war Teenager, hörte Buddy Holly, die Everly Brothers und Popmusik. Ich komme aus einer irisch-schottischen Arbeiterfamilie, da wurde Folk gehört. Als ich von Zuhause abhaute, war ich sechzehn, lebte auf der Straße, am Strand und sang fürs Abendessen.

Sie galten als Inbegriff der Flower-Power-Jahre.


Ich kämpfte für Bürgerrechte und eine bessere Welt. Wir wollten wissen, warum es zu zwei Weltkriegen kommen konnte, warum so viele Menschen im Elend lebten. Flower Power war eine Antwort.

"This machine kills fascists" stand zu jener Zeit auf ihrer Gitarre - heute auch noch?
Den Slogan hatte ich von Woody Guthrie, dem großen amerikanischen Folksänger. Zuerst dachte ich: Hey, es gibt doch gar keine Faschisten mehr, aber das war ein Irrtum. Die Gitarre hab ich inzwischen verschenkt.

Gehen Sie heute noch auf Friedensdemos?


Natürlich! Ich habe mich über all die Jahre daran beteiligt. 1980 gab es in Deutschland eine große Bewegung gegen die Neutronenbombe. Bei uns in Großbritannien war die Anti-Atombewegung eingeschlafen. Deshalb schrieb ich das Album "Neutronica". Heute wird darüber viel zu wenig gesprochen.

Sie sind jetzt 66 und gehen noch immer auf Tournee.


Singen ist keine Frage des Alters. Das Publikum kennt meine Songs, es gibt eine ganz besondere Atmosphäre.

Sie haben vier Kinder. Arbeiten die auch an einer Musikkarriere?


Wissen Sie, mittlerweile habe ich sogar Enkelkinder. Eines ist 18, eine Künstlerin. Sie schreibt und studiert Philosophie, großartig! Meine älteren beiden Kinder interessieren sich sehr für Kunst und Musik. Oriole schreibt für ihr Leben gern, Astrella ist Sängerin und arbeitet bereits im Musikgeschäft.

Oriole und Astrella, ziemlich ungewöhnliche Namen ...


Künstler geben ihren Kindern häufig seltsame Namen. Astrella hat mit den Sternen und dem Kosmos zu tun, Oriole ist eine Goldamsel, ein farbenprächtiger Vogel.

Schön hier auf Mallorca, von Ihrem Schreibtisch guckt man direkt auf das Meer ...


Stimmt, ein wunderbares Fleckchen Erde. Unsere Finca steht auf einer Anhöhe, wir schauen auf die Berge und das Mittelmeer. Nachts ist der Himmel voller Sterne und selbst im Winter ist es noch immer grün. Jetzt blühen gerade die Mandelbäume. Ein Paradies!

Interview: Michael Marek
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