Der Musiker, das Management, die Mimik

13. September 2013, 10:56 Uhr

1970 gelangen John Cohen sehr private Aufnahmen von Bob Dylan. Dann gab er die Fotos dem Management, wo sie für 40 Jaher verschwanden. Nun sind sie wieder da. Ein Gespräch mit dem Fotografen.

Bob Dylan, John Cohen

Der Fotograf John Cohen machte 1970 Aufnahmen von Bob Dylan - und kam dem Meister sehr nah©

Mr Cohen, Sie sind 81 Jahre alt. Erinnern Sie sich noch an das Jahr 1970, als Sie Bob Dylan fotografierten?
Natürlich, es war Anfang des Jahres, noch nicht Frühling, das sieht man auch auf den Fotos. Ich hatte Dylan schon mehrfach fotografiert und wurde gebeten, weitere Aufnahmen zu machen.

Wo fanden die Aufnahmen statt?
Auf dem Gelände meines Studios in Putnam Valley im Bundesstaat New York. Jetzt gerade, wo wir telefonieren, bin ich nur ein paar Meter entfernt von den Plätzen, wo die Aufnahmen entstanden.

Auf manchen Fotos sieht Bob Dylan ziemlich unglücklich aus. Das Jahr 1970 war ja kein ganz leichtes für ihn. Dylan hatte es satt, das Folk-Idol zu sein, wollte sich verändern und brachte das hoch umstrittene Album "Self Portrait" voller süßlicher Coverversionen heraus.
Wir hatten bei den Aufnahmen keine bestimmte Intention, keine Agenda. Wir machten einfach Fotos. Verlassen Sie sich nicht auf Dylans Gesichtsausdruck. Seine Mimik konnte auf die vollkommen falsche Fährte führen.

Wie kam es, dass diese Bilder so lange in Vergessenheit gerieten?
Ich fotografierte auf Diafilm. Die Dias habe ich nach der Entwicklung nur kurz gesichtet und dann bei Dylans Management abgegeben. Dort verschwanden sie dann im Archiv. Erst nach über 40 Jahren kehrten die Aufnahmen ans Licht zurück. Was war das für eine wunderbare Überraschung, als ich sie nach so langer Zeit wiedersah. Manches Dia hatte ich damals nur Sekunden in meinen Händen gehabt. Jetzt sind die Aufnahmen Teil einer CD-Box, hängen in einer Galerie und kommen im Steidl-Verlag als Buch heraus. Großartig!

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Bob Dylan Frühling Intention Mimik Self Portrait Vergessenheit
Kultur
stern TV-Programm
Kostenlos downloaden: stern TV-Programm für iPhone, iPad und Android-Smartphones und -Tablets Mehr Infos über die App
 
Humor
Tetsche, Haderer, Mette und Co. Tetsche, Haderer, Mette und Co.
 
TV-Tipps des Tages
Empfehlungen aus der Redaktion Empfehlungen aus der Redaktion
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von harun: Mein Hund hat Angst vor der Fahrt

 

  von Gast: darf ich den feuermelder drücken bei einer schlägerei im zug

 

  von maily: Beschäftigung von Rentner

 

  von dorfdepp: Wird es in 20 Jahren noch LKW-Fahrer, Lokführer und Piloten geben?

 

  von bh_roth: Win 8.1 Energiesparen

 

  von Gast: WARUM FÜHREN MANCHE KAPSELN ZUR VERSTOPFUNG?

 

  von Gast 98746: Chiptuning Mercedes Benz E 200 T CDI Erstzulassung 06/13

 

  von BitteFreundlich: Welcher Körperteil ist am häufigsten von Osteochondrose betroffen?

 

  von Gast 98742: Altmietvertrag aus der ehemaligen DDR

 

  von Gast: Das iPhone meiner Freundin hat ne seltsame Macke. schwarzer Bildschirm. anrufe kommen rein, man...

 

  von Amos: Muß die Frage nochmal stellen: Überweisung per Online-Banking auf ein Unterkonto bei derselben...

 

  von Gast: Stern-Sudoku-Gewinnspiel

 

  von Gast: Kann man Handelsübliches Jodsalz in ein Fußsprudelbad geben wenn die Haut verletzt ist?

 

  von Gast: zerbrochene Fensterscheibe

 

  von Amos: Wenn zum Bau eines Hauses Wasser aus einem städtischen Hydranten entnommen wird: wie wird das...

 

  von Der_Denis: Kunststoff - warum so schlechtes Image

 

  von Gast 98682: Wenn ich ein Konto in der Schweiz eröffne, wie hoch ist die Mindesteinlage?

 

  von Gast 98680: Welche Programme gibt es für Zuschüsse an gemeinnützige vereine

 

  von Gast 98676: Führerschein vergleischen

 

  von Amos: Mineralwasser aus dem Schwarzwald nennt sich Black Forrest: ist das ein Gag, ein MIßgriff oder...