Er kann auf ein bewegtes Leben zurückschauen: Er hatte eine wilde Drogenzeit, hat mit Elvis Presley gespielt und zahlreiche große Erfolge gefeiert. Jetzt wird Johnny Cash 70.
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Cash gilt als besonders glaubwürdig© AP
Ohne viele Kompromisse hat Johnny Cash gelebt, und dass er seine wilden Drogenjahre überlebt hat, ist fast ein Wunder. Nach über 40 Jahren schillernder Karriere erwartete eigentlich niemand mehr wirklich Bahnbrechendes von der Country-Ikone, als Cash in den 90ern ein Riesen-Comeback feierte. Heute wird Cash 70, und er ist einer der ganz wenigen, die über Generationen und Musikszenen hinweg bekannt und beliebt sind. Neuveröffentlichungen zeigen, dass Cash sogar für junge deutsche Musiker und Bands wieder zum Vorbild geworden ist.
Mit »American Recordings« war es ausgerechnet ein unzeitgemäß ruhiges Album, das Cashs späten Siegeszug 1994 einleitete. Eigentlich sind nur der damals 62-Jährige und seine Gitarre zu hören, produziert von dem 30-jährigen Rick Rubin, der zwar Beastie Boys und Run DMC unter Vertrag, aber mit Country noch nie etwas zu tun gehabt hatte.1996 bringen Cash und Rubin »Unchained« und 2000 »American III: Solitary Man«, unter anderem mit Soundgarden- und Nick-Cave-Liedern, heraus - Erfolge im Heute, den andere Säulenheilige des Country wie Willie Nelson, Waylon Jennings oder Merle Haggard so nicht hatten. Cash bekommt jubelnde Rezensionen, zehntausende neue Fans auch in Europa und zwei Grammys.
Rund 40 Alben hat Cash seit 1955 vorgelegt, bei Elvis Presley hat er gespielt, Hits wie »Ring Of Fire« oder »A Boy Named Sue« gemacht, Live-Alben in brodelnden US-Gefängnissen, religiöse und Kinderplatten sowie Sprechalben zur US-Geschichte - ein ausuferndes »uvre«. Was es verbindet, ist die Haltung des dunkel gekleideten »Man in Black«.