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Johnny Rotten

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Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten
Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten
Auch ein Punk braucht mal Butter

"No Future" und "Anarchy in the UK" waren einst die Parolen, mit denen die britischen Punk-Band Sex Pistols das Königreich aufschreckte. Mittlerweile sind die Herren in die Jahre gekommen und ganz streichzart geworden. Sänger Johnny Rotten ist nicht nur im Dschungelcamp, sondern macht auch TV-Werbung.

Johnny Rotten
Johnny Rotten
Für immer Punk will ich sein

Die Punk-Legende Johnny Rotten, der einstige Sänger der Sex Pistols, wird in der britischen Version der Dschungel-Show auftreten. Die Meinungen darüber gehen auseinander: Für die einen ist das Punk in letzter Konsequenz, andere sind entsetzt.

Palmen, Strand und Bürgerkrieg
Blog "Palmen, Strand und Bürgerkrieg"
Johnny Rottens Affenstall

Was haben die Schimpansen im Urwald kurz hinter Freetown in Sierra Leone mit den Sex Pistols gemein? Sie sind alle Anarchisten? Sie wurden alle wahllos von einer Plattenfirma zusammengecastet? Sie lieben alle unkontrolliertes Gebrüll vor Publikum? Sie werfen alle mit Steinen nach Touristen? Alles richtig. Aber der wahre Grund ist: Sie wurden alle von der Gesellschaft mißhandelt. Und Johnny Rotten ist ihr Sponsor. Ich weiß nicht, ob die beiderseitige gesellschaftliche Traumatisierung der Grund dafür ist, weshalb John Lyndon alias Johnny Rotten, bis vor 30 Jahren Sänger der Sex Pistols, den „Tacugama Chimpanzee Sanctuary“ sponsort. Es gab meinem Besuch dort aber doch ein gewisses anarchistisches Flair (Nicht, daß ich davon in Freetown nicht schon genug hätte). Dankbarerweise nahm mich mein israelischer Kumpel mit seinem fetten SUV (Renault Kangoo) mit auf die Reise. Und Dank eines vorzüglichen Fahrers sind wir auch fast bis zum Park gekommen. Nur die letzten Meter hat die Schüssel nicht gepackt. Was soll’s. Johnny Rotten ist seinerzeit bestimmt direkt und geradeaus durch den Urwald gegangen, nur seine rechte Hand als Machete benutzend. Die Tour sollte um 16 Uhr beginnen. Allerlei Touristen-Gesindel trieb sich schon im Warte-Pavillon herum. Rauchen darf man im Park übrigens nicht. Ein paar der Schimpansen sind Ex-Raucher mit hohem Rückfallrisiko und man sollte sie nicht in Versuchung bringen. Also dann, Kippen ausgedrückt, Mr. Willie, unser Schimpansenführer mit Schneid, bläst zum Rundgang. Der Tacugama-Park ist eine Auffangstation für von Menschen mißhandelten Schimpansen. Die älteren Tiere gelten als kulinarische Delikatesse und Rohstoff für jede Menge Busch-Zauberei, die Jungtiere sind als Haustiere begehrt. Das Problem Letzterer ist, daß sie irgendwann ziemlich groß und erwachsen sind. Dann eignen sie sich nicht mehr als Haustier, dann fressen sie ihre Besitzer auf. Der Tacugama-Park nimmt all diese gestörten und mißhandelten Kreaturen auf und gibt Ihnen ein Zuhause, mit dem Ziel, sie irgendwann einmal auswildern zu können. Eine gute Sache also, aber wer hätte daran gezweifelt, wenn sich Johnny Rotten hier engagiert? Station 1: Die Babys. „Ach sind die süüüüüß!“. Station 2: Die Kastrations-Abteilung. Nicht mehr ganz so süß. Station 3: Das Gehege mit den noch nicht völlig ausgewilderten Schimpansen. Mr. Willie warnt die Anwesenden vor fliegenden Steinen und wütenden Affen: „An angry chimp is as strong as five men“. Mir schießt durch den Kopf: „A drunk German is as strong as five Chimps,“. Ich lache mich innerlich kaputt über diesen formidablen Witz, behalte ihn aber für mich. Aus Respekt vor den Affen. Und Johnny Rotten, natürlich. Ein Helferlein kommt herbei und wirft Fressen über den Zaun. „Alles nicht so einfach, mit den Schimpansen. Sehr sensible Tiere,“ sagt Mr. Willie, „Wenn das Alpha-Männchen das Essen akzeptiert, bleiben wir unbeschadet. Wenn nicht, müssen wir rennen.“ Ich bin fasziniert von dieser Parallele zwischen Mensch und Affe, gleichzeitig aber auch dankbar, daß ein Elektrozaun die Tiere von mir trennt. Schimpansen können Malaria kriegen. Und Schnupfen. Und sie haben uns ja angeblich auch AIDS gebracht. 98,6 % gleiches genetisches Material. Faszinierend, faszinierend. Faszinierend, was für ein Unterschied 1,4 % ausmachen. Ich kann nämlich mit Messer und Gabel essen, das Alpha-Männchen offensichtlich nicht. Trotzdem hat das Alpha-Männchen mehr Frauen als ich. Irgendwie stolz auf meine 1,4 % geht’s weiter durch den Dschungel, zum nächsten Gehege. Auf dem Weg dorthin passieren wir eine Schutzhütte. Vor drei Jahren sind fünf oder sechs Schimpansen aus Tucugama ausgebrochen. Echter Punk Rock. Auf ihrer Terror-Tour durch den Busch haben sie sogar einen Menschen getötet. Irgendwann kamen sie alle wieder in den Park zurückgekrochen. Ist wohl doch bequemer jeden Tag seine drei Mahlzeiten serviert zu bekommen. Nur einer der Burschen blieb verschollen. Der Mörder-Affe, „Bruno“ wurde er gerufen. Bruno treibt vielleicht immer noch sein Unwesen, im Busch, in den Vorstädten, im Haus nebenan. Ißt kleine Kinder und erschreckt Omis. Vielleicht war Johnny Rotten der Pate von Bruno. Station 4: Die fast total ausgewilderten Schimpansen. Man sieht: Urwald. Mr. Willie probt den Begrüßungsschrei. Im Urwald rührt sich nichts, dafür aber lautes Gejaule von der Kastrationsabteilung. Man schmunzelt. Das ist ja echt Natur pur, wenn man nichts sieht. Nach ein paar Minuten schleppt sich ein fauler Affe in vierzig Metern Entfernung einen Baum hoch. "Ohhh..! Ahhh..!“ Der helle Wahnsinn. Man hätte meinen können, wir hätten nicht vor fünf Minuten einen Affen zwei Meter vor uns gehabt. Ich frage mich, was Bruno darüber denken würde, und alle Punk Rocker der ersten Stunde. Anarchie ist das auf jeden Fall nicht. Station 5: Wir klettern zurück durch das feucht-fröhliche Urwald-Laub. Schon unheimlich, irgendwie. Nicht so wirklich Schwarzwald oder Hunsrück. Alles zirpt herum und macht Geräusche. Dazu das Affen-Tamtam in der Ferne. Fühle mich ein wenig wie Livingstone in Erwartung der Victoria-Fälle. Statt dessen kommen wir wieder an einem Affen-Gehege vorbei. Ein Schimpanse imitiert Flatulenzgeräusche und guckt mich dabei an. „1,4 %, mein Freund,“ sage ich zu ihm, „und deshalb blähe ich auch nicht in der Gegend herum“. Der Affe nimmt einen Stein und wirft ihn nach mir. Er trifft mich am Fuß. Sein Kollege schleppt einen 30-cm-Brocken an. Zeit sich zu verdünnisieren. Station 6: Spielplatz, abermals, knapp vor dem Ausgang. Ich stelle Mr. Willie fachbiologische Fragen: „Das letzte mal, im Zoo, da haben die Affen die ganze Zeit Sex gemacht. War das wegen dem Käfig und der nicht artgerechten Haltung?“ Mr. Willie ist selbstverständlich kein Freund der Käfighaltung, aber er weist mich darauf hin, daß es eklatante Unterschiede zwischen Schimpansen und Bonobos gäbe, und die Bonobos, die ich offensichtlich im Zoo gesehen hätte, die neigten zu ‚sexuellen Spielchen‘, das sei der normale Zeitvertreib. Ich wollte Mr Willie nicht weiter mit meinen Kindheitstraumata behelligen und bedankte mich für die Disziplin seiner Schimpansen. Gleichzeitig sinnierte ich über die 1,4%. Während ich den Spielplatz verließ kam ich nah an einem jungen Schimpansen vorbei. Wir schnitten Grimassen und machten Furzgeräusche, es war ein Heidenspaß. 1,4 %, dachte ich, vielleicht doch nicht so viel. Als ich ging, hörte ich was durch die Blätter rauschen, wieder hatte ein Affe einen Stein geschmissen. Im August werden mich zwei Freunde besuchen kommen. Sie werden mit „Bellview Air“ fliegen. Einer der Piloten von „Bellview Air“ ist Bruce Dickinson. Ich befinde mich im Zentrum der Rockmusik. Und die Affen scheinen das zu wissen.

Plädoyer
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Nie wieder ... rosa Herrenhemden!

Sonny Crockett, Nelson Mandela, Johnny Rotten - es gab in der jüngeren Geschichte nur wenige Vertreter des starken Geschlechts, die mit Anstand und Würde die wohl schwierigste Farbe der Männermode tragen konnten. Für alle anderen: Lasst es endlich sein! Rosa ist was für Mädchen.

Manager der Sex Pistols
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Punk-Ikone Malcolm McLaren ist tot

Der frühere Manager der Sex Pistols ist gestorben. Mit 64 Jahren erlag Malcolm McLaren einem Krebsleiden. Zusammen mit Vivienne Westwood hatte er in den 70er Jahren die Modeszene aufgemischt und Punkmusik salonfähig gemacht. Er wird auch als Provokateur in Erinnerung bleiben.

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"Vielleicht hätten wir uns auflösen sollen"

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Die rätselhafte Miss Riley

Sie sieht aus wie Lolitas morbide Schwester, und ihre Sätze treffen ins Schwarze: Gwendoline Riley ist das hochgelobte Nachwuchstalent der britischen Literatur. Ein Besuch in Manchester.

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Ein popkultureller Glücksfall

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Gibt es sonst noch irgendeinen Rockstar, der so alt geworden und so unpeinlich geblieben ist?

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Ein Exklusiv-Interview mit dem englischen Schriftsteller Nick Hornby ("High Fidelity") zu der Frage, wie Elvis, Hendrix und Co. die Welt veränderten.

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