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Von einem, dessen Musik auszog, ihn berühmt zu machen

Verkannt, verschollen, vergessen - und wiederentdeckt. Die Dokumentation "Searching for Sugar Man" erzählt die Geschichte des US-Musikers Rodriguez, der fast verpasst hätte, dass er berühmt ist.

Von Alf Burchardt

  Sixto Díaz Rodríguez kommt mit 70 Jahren zu spätem Ruhm. Die Dokumentation "Searching for Sugar Man" zeigt die Suche nach dem Mann, der in Südafrika ein gefeierter Musiker ist.

Sixto Díaz Rodríguez kommt mit 70 Jahren zu spätem Ruhm. Die Dokumentation "Searching for Sugar Man" zeigt die Suche nach dem Mann, der in Südafrika ein gefeierter Musiker ist.

  • Alf Burchardt

Es waren finstere Geschichten, die Stephen Segerman da in Johannesburg zu Ohren kamen: Der von ihm geschätzte Musiker Rodriguez sollte in den fernen USA im Drogensumpf versackt sein, möglicherweise gar nicht mehr am Leben - weil er sich auf einer Bühne erschossen hätte oder mit Benzin übergossen und angezündet. Segerman, von Freunden nach einem Rodriguez-Song "Sugarman" genannt, ließen die Gerüchte keine Ruhe. Weil er Genaueres erfahren wollte, stellte er im April 1997 die Seite "The Great Rodriguez Hunt" ins Netz und bat um Hinweise.

Jahre später verschlug es den schwedischen Filmemacher Malik Bendjelloul nach Südafrika. Auf der Suche nach guten Geschichten traf er den Rodriguez-Fan Segerman und ließ sich von ihm erzählen über Musik, die dort im Land verehrt wurde und die von einem Singer/Songwriter stammte, den niemand kannte. Von den wildesten Mutmaßungen, die über diesen Musiker kursierten und von der Suche nach ihm. Und vom Happy End: Denn Segerman hatte schließlich einen Sixto Díaz Rodríguez gefunden, der sich bester Gesundheit erfreute.

Dylan, Donovan, Rodriguez

Der verschollen Geglaubte war 1942 als Sohn mexikanischer Einwanderer in Detroit zur Welt gekommen. Mit 16 Jahren verließ er die Schule und zog mit seiner Gitarre durch die Bars und Clubs der Stadt. Bei einem der Auftritte entdeckten ihn Späher aus dem Umfeld der Hitfabrik Motown und luden ihn in ein Studio, wo er 1969 sein erstes Album "Cold Fact" mit mal souligen, mal psychedelischen Folksongs aufnahm. Ein neuer Bob Dylan? Ein neuer Donovan? Die Kritiker konnten sich nicht einigen, aber sie waren begeistert.

Doch alle Anerkennung half wenig, es gab keine Werbung für "Cold Fact", die Songs liefen nicht im Radio, und bald setzte die Platte Staub an. 1971 durfte Rodriguez mit "Coming from Reality" noch ein weiteres Album veröffentlichen. Wieder gab es viel Lob, wieder fanden sich kaum Käufer. Rodriguez suchte sich einen neuen Job, eine Karriere als Musiker hatte er abgeschrieben. Ende der Siebziger reiste er noch einmal für eine kurze Tour nach Australien - ein schöner Trip, aber das bisschen Anerkennung dort konnte seine Familie auch nicht ernähren.

So wichtig wie Jimi Hendrix

Auf rätselhaften Wegen waren in den Siebzigern auch wenige Exemplare von "Cold Fact" in das durch Apartheid abgeschottete Südafrika gelangt, bald kursierten im Land mehr und mehr Raubkopien. "Wer einen Plattenspieler hatte, wer bei Popmusik mitreden wollte, der hatte ein Exemplar des Albums", erzählt Stephen Segerman. Und für Jugendliche, die ihren Zwangsdienst in der Armee ableisten mussten, sei Rodriguez mit seiner Botschaft von Ungehorsam und Widerstand so wichtig gewesen wie es Jimi Hendrix für die US-Soldaten in Vietnam war.

Ein halbes Jahr nachdem Segerman im Internet seine Suche nach Rodriguez begonnen hatte, fand er einen Eintrag: "Rodriguez ist mein Vater. Und das ist kein Scherz!" Unterschrieben hatte eine Eva Rodriguez. Kurz darauf telefonierte Segerman zum ersten Mal mit seinem Idol; südafrikanische Zeitungen, Radio- und Fernsehsender berichteten bald vom Suchen und vom Finden. Im März 1998 reiste Rodriguez zu seiner ersten Tournee nach Südafrika und erlebte, dass es tatsächlich einen Flecken auf der Welt gab, wo er ein Star war. Die Hallen waren ausverkauft, die LP "Cold Fact" wurde neu veröffentlicht und bald darauf mit Gold ausgezeichnet.

Erst England, dann Südafrika

In seinem Film "Searching für Sugar Man" erzählt Regisseur Bendjelloul die unglaubliche Geschichte von einem Musiker, der mit seiner Kunst schon abgeschlossen hatte und dank Fans, von denen er nichts ahnte, noch einmal zum späten Helden wird. Bendjelloul beginnt mit Stephen Segerman in Johannesburg, geht anschließend in die USA, weit zurück, und trifft zunächst die Produzenten von Rodriguez' erstem Album. Aus Interviews, Archivmaterial und Aufnahmen von der ersten Südafrika-Tour setzt er chronologisch sein Pop-Märchen zusammen. Und es ist noch nicht zu Ende: Gerade war der 70-jährige Rodriguez in England auf Tournee, zu Beginn des Jahres 1013 folgen die nächsten Auftritte. In Südafrika.

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