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Auf ein paar Whisky-Cola mit Lemmy Kilmister

2006 traf er Lemmy Kilmister in Berlin zum Interview. Danach fragte er sich, ob er in seinem Leben etwas verpasst hat. Jochen Siemens über eine Begegnung, die bei ihm einiges ausgelöst hat.

Von Jochen Siemens

Lemmy Kilmister

Würden Sie diesen Herrn zum Dinner einladen? Lemmy Kilmister beim Konzert mit seiner Band Motörhead.

Der Tag an dem ich ihn treffen sollte fing um sieben Uhr morgens an. Wie immer, ich stand in der Küche und schüttelte die Milchflasche für meine zweijährige Tochter, es war noch still in Hamburg, die Sonne schien und ich schaute auf die Straße. Ein Taxi hielt. Ich sah einen Mann, jung, im Smoking, irgendwie konnte man sehen, wie er dem Fahrer Geldscheine gab und die Tür öffnete. Dann plumpste er heraus und lag halb und sass halb auf der Straße. Er lachte und schaute zu mir. Er war komplett betrunken und nur sein Smoking hielt ihn noch zusammen. Es war schon warm und ich ging auf den Balkon, die Milchflasche in der einen, eine Zigarette in der anderen Hand. Ich winkte ihm mit der Zigarette zu und dachte an diesen Satz von Kierkegaard "voller Sehnsucht grüßt der, der ich bin, den, der ich sein möchte" oder so ähnlich.

Ich war ewig nicht morgens um sieben betrunken aus einer Taxe geplumpst. Länger als ewig nicht. Zwei Stunden später war ich im ICE auf dem Weg nach Berlin und dachte darüber nach, ob der Betrunkene im Smoking vielleicht ein besseres Leben hat als ich. Ob er in der Nacht die Sau rausgelassen hat, ob er Bräute in den Hintern gekniffen, ob er in seinem Smoking geraucht und Wodkagläser mit dem Mund vom Boden geschnabelt und in sich hineingegossen hat. Wenn man zu Lemmy Kilmister fährt, kann man nur über solche Sachen nachdenken.

"Lemmy wer...?"

Klingt ja erstmal seltsam, Motörheads Lemmy Kilmister für diese Zeitschrift zu treffen. Geht eigentlich gar nicht. Lemmy ist nicht schön, nicht jung, nicht smart, nicht korrekt, nicht gar nichts. Außer vielleicht reich, was er auch noch bestreitet, aber dazu später. Mag sein, dass viele jetzt "Lemmy wer...?" fragen. Aber das sind die, die zwar Musik hören, sich jedoch nicht für Musik interessieren und die eine CD von Norah Jones oder Michael Bublé haben und die hören, als ob sie einen Zimmerbrunnen einschalten würden. Lemmy Kilmister also. Würde man irgendeine Motörhead-Platte mit voller Lautstärke hören, müsste man danach die Wohnung renovieren. Alles wäre von den Wänden geflogen, Bücher lägen zerfleddert auf dem Boden, Gläser kaputt.

Motörhead ist Heavy Rock, gespielt von einem Schlagzeuger, einem Gitarristen und Lemmy am Bass und Gesang. Na ja, Gesang, Lemmy bellt, kräht und rumpelt mehr die Worte heraus, was in seiner Gattung keine Beleidigung ist, eher das Gegenteil. "Dreckige Riffs, polternde Double Bass-Drum und manisch hasserfülltes Reibeisenorgan - Motörhead at their sickest best", schreibt einem die Plattenfirma über den letzten "Psychopathen des Rock".

Er ist Wut pur

Während man das im ICE nach Berlin liest, trifft man Matthias Matussek, der wirklich immer rote Hosenträger anhat, diesen scheußlichen ICE-Espresso trinkt und als man ihm sagt, auf dem Weg zu Lemmy Kilmister zu sein, lacht er "ach ja, wer...?". Man hätte gerne mit Matussek darüber gesprochen, ob er als Teenager auch Luftgitarre geschrubbt und "Eat the Rich" gebrüllt hat, ein Song von Motörhead übrigens. Oder ob er brav Geige gespielt hat und seine Wildheit heute nachholt indem er Deutschland so wütend liebt. Aber da war der Zug schon in Berlin, Matussek auf und davon und nun war es gar nicht mehr seltsam, Lemmy Kilmister für diese Zeitschrift zu treffen. Denn wütend waren wir alle mal. Nicht sauer oder so, sondern lebenswütend.

Wenn wir ehrlich sind, ist doch das einzig Gute an uns das, was von der Wut die Welt zu verbessern, übrig geblieben ist. Aus der Zeit, als wir die Türen knallten, dem Vermieter "fuck you" gesagt haben und mit einem Mädchen morgens im Bett Dosenbier, ja, Dosenbier, das gab es mal, getrunken haben.  Wenn etwas davon übrig geblieben ist und nicht in all den Kompromissen, Boss-Anzügen, Meetings, Ehen, VW-Golfs, Fitnessclubs, Nichtraucherzonen, Kochsendungen mit Kerner, Latte macchiati, SZ-Bibliotheken zum Sammeln, emotionalen Intelligenzen, Sylt, Dosenpfand und so weiter auf der Strecke geblieben ist. Deshalb ist Lemmy Kilmister heute so ein wichtiger Mann. Bei ihm ist nichts auf der Strecke geblieben, er ist Wut pur und man will wissen, ob es Lemmy im Leben besser geht als uns.

Lemmy Kilmister - seine besten Sprüche

Frage: Sind Sie religiös?

Lemmy Kilmister: Dünne Geschichte, die christliche Religion. Jungfrau wird schwanger von einem Geist, bleibt aber Jungfrau. Sagt zu ihrem Mann, ich bin schwanger, Darling, aber mach dir keine Sorgen, ich bin ja immer noch Jungfrau. Menschen, die sich so benehmen, verdienen es, in einem Stall übernachten zu müssen.

("Spiegel")

"Und ich hab' keine Lust auf eine Frau. Lemmydarling, wann kommst du heim? Wieso gehst du nur wieder in die Bar? Das geht nicht. So kann man nicht arbeiten. Ehefrauen auf Tournee sind schlimmer als der Zweite Weltkrieg. Ich hab' keine Lust drauf. Ist nichts Schlimmes. Ich behandel' sie wirklich alle mit Respekt, die Frauen, fragen Sie sie!"

("Süddeutsche Zeitung")

Und wie sind dann Ihre 2000 Frauen zusammengekommen? Einige davon haben doch bestimmt nach dem Konzert auf Sie gewartet. Und meine Frage ist, ob nicht sogar das auf Dauer langweilig wird?

Nein, ist ja jeden Abend 'ne andere.

(stern.de)

"Ich brauch keine schwermütigen Hymnen im Rolling Stone. Was sollen die Leute denken? Lemmy ist schwul geworden?"

("Süddeutsche Zeitung")

"So'n Typ steht vor mir und sagt: Lemmy ist Gott. Aber Gott kriegt doch keine Pickel, oder?"

(stern.de)

"Nimm die Bildende Kunst: Du kannst an den Preisen für die Bilder ablesen, wer gerade wen fickt."

("Süddeutsche Zeitung")

"Die Krankenversicherung, die mich nehmen würde, muss noch erfunden werden."

("Spiegel")

"Mit zwölf hatte ich Sex schon hinter mir. Damals gab's noch kein Fernsehen"

(stern.de)

Was ist Ihr schlimmster Albtraum?

Mit 200 60-jährigen Frauen auf einer einsamen Insel, kein Alkohol, keine Zigaretten, und ich kann nicht weg. Ist eigentlich meine Generation, ich sollte mich schämen.

(stern.de)

"Das war eine großartige Zeit, der Sommer '71. Ich erinnere mich nicht dran, aber ich werde ihn nie vergessen."


Wer schon einmal im Zoo war, kennt diese Häuser für die Schlangen und Echsen, meist sind es stilisierte Höhlen, die Temperatur ist hoch, die Luft feucht und das Licht düster. Man geht immer mit Respekt hinein, weil man weiß, dass man hier verlieren würde, wären die Tiere nicht hinter Glas. So ein Gefühl durchtränkt einen, wenn man ein Zimmer betritt, in dem Lemmy wartet. Er hat seine Band nicht dabei und auch keine Lautsprecher, aus denen Motörhead normalerweise mit 141 Dezibel musizieren, 130 Dezibel gilt als Hörschadengrenze. Sie waren einmal die lauteste Band der Welt, bis diese Schweinerocker von Manowar 160 Dezibel schafften - in der Heavy-Szene ist das wie eine 100-Meter-Bestmarke.

Lemmy ist also an der Leine, er steht auf, er ist 61, am 24. Dezember in Stoke-on-Trent in England geboren und wenn die Lebenswut einen sechzig Jahre so formt, wie sie Lemmy geformt hat, ist man ganz froh, nicht ganz so wütend zu sein. Er sieht aus wie ein verwitterter Fels nach einem gelöschten Waldbrand, seine langen Haare hängen wie schwarz verbranntes Gras auf seinem grauweißen steinigem Kopf, links hat er zwei Warzen, "nee, Leberflecken sind das", und sein Blick geht lauernd von unten nach oben. Seine Stimme klingt, als ob er Worte wie Kohlen aus dem Keller schaufelt, jeder Satz eine Schippe.

Zur ewigen Wut gehört auch, dass Lemmy nicht gerne redet und es sich jetzt erstmal leistet, nichts zu sagen und Whisky in ein Glas mit Cola gießt. Erster Neid. Nachmittags um zwei einen fetten Drink und keinen Bock auf Worte. Wir denken an unsere Meetings nach dem "Lunch", eine Flasche Volvic-Wasser und Gerede, das wir danach gleich vergessen und sowieso nicht einhalten. "Drink?" krächzt Lemmy und zeigt mit dem Finger auf die Flasche Bourbon. "Ähh, nein, gibt's vielleicht ein ... Bier?" Gibt es und Lemmy schaut auf die Flasche als ob es Alete-Pils wäre.

Gemeinde von Lebensfundamentalisten

Man muss ein paar Worte über Heavy Rocker wie Motörhead und ihr Publikum sagen. Sie sind eine große internationale Gemeinde von Lebensfundamentalisten. Sie fahren dicke Motorräder, haben oft dicke Bäuche, Bärte, schwarze Sachen an und ihre Frauen haben dicke Busen. Sie lieben den Metal-Rock, weil er sich so anhört, wie sie leben wollen - klar, laut, simpel. Die meisten von ihnen trinken nicht, sie saufen. Die meisten von ihnen haben alle Sorten Drogen ausprobiert oder probieren noch. Tief in ihrer Seele sind sie Piraten und wie alle Piraten mimosenhaft empfindlich und konservativ; gleichzeitig posieren sie mit Wehrmachtsstahlhelmen, Totenköpfen und was sonst an kriegerischem Klimbim zu finden ist.

Heavy- oder Hard-Rock verkauft weltweit zigmillionen Platten, ökonomisch ist jedes Album ein Bringer, weil unter Heavy-Fans fast jedes Marketing entfällt. Metallica, Manowar, Mötley Crüe, Judas Priest, Iron Maiden und über allen Motörhead - in der Gemeinde wird jedes Album gekauft, egal, was die Kritiken sagen. Motörhead bringt jetzt nach 31 Jahren das 23. Album "Kiss of Death" heraus und fragt man Lemmy, was darauf zu hören ist, sagt er "Songs, was sonst?" Na ja, was für Songs? Welche Idee? Langer Whisky-Cola-Schluck, "weiß ich nicht, sollen die Zuhörer sagen, bei denen löst die Musik was aus. Man kann über Musik nicht reden, man muss sie hören." Was löst sie denn aus? "Na Abhauen, mal weg zu sein aus dem öden Leben, mal einfach alles ausleben, was sonst nicht rauskommt“, schaufelt Lemmy auf den Tisch. Langer Schluck Whisky-Cola, nachschenken, Eiswürfel, Blick auf die Flasche Bier, Augenbrauen kurz hochgezogen, Marlboro in den Mund. Heavy Metal, das Wort mag Lemmy nicht, "wir machen Rock 'n' Roll, verstanden?"

"Betrunken werd ich schon lange nicht mehr"

Okay, wird ein wenig geölter jetzt. Der Flasche Whisky fehlt schon ein Viertel, Lemmy gießt nach, "mir schmeckt das einfach gut, so wie Brause. Betrunken werd ich schon lange nicht mehr", murmelt er und es klingt so, als ob er den Satz schon hundertmal gesagt hat. Überhaupt zieht schon nach zwanzig Minuten eine Müdigkeit über sein Gesicht, vielleicht hat er Recht und man sollte diesen Unsinn über Musik zu reden, lassen. "Heute morgen fiel bei mir vor der Tür ein Mann im Smoking betrunken aus der Taxe und ich hab mich gefragt, ob er Motörhead hört", sage ich. Lemmy grinst, lacht beinahe, "hoffentlich! Gibt ihm Freiheit, lüftet das Gehirn, macht glücklich." Ist Rock 'n' Roll ein Lebensentwurf? Kann man auch hinter einem Banktresen oder als Vorstandschef Rock 'n' Roller bleiben? "Im Herzen immer", sagt Lemmy, "du kannst doch den beschissensten Job der Welt machen, auch als Vorstand einer Bank. Kommt auf dich an, dich nicht verbiegen zu lassen. Aber wenn du nach Hause kommst und die Anlage aufdrehst oder in ein Motörhead-Konzert gehst, hast du Heimat."

Gutes Stichwort. Glauben ja nur die Ignoranten, dass Heavy-Rock-Konzerte eine Art Kriegsversammlungen sind und dass Motörhead-Fans Lemmys Zeilen darüber mitsingen ordentlich rumzuficken, sich blöd zu saufen, Gott in den Arsch zu treten und es dann auch tun. Rock und Gewalt - immer wenn wieder so ein Wahnsinniger ballernd durch seine Schule läuft, schreit das Bürgertum, die Musik sei schuld. Dabei stimmt oft das Gegenteil, Heavy-Rock-Konzerte haben etwas Karthatisches im Lessing'schen Sinne, etwas Selbstreinigendes, sie öffnen alle Schleusen und lassen den Müll, den Frust und auch den Hass wie aus einem Überdruckbehälter ab. Man beobachte die Gesichter von Heavy-Rock-Fans nach einem Konzert – hinter ihren Helmen und Bärten sieht man gelöste Babygesichter, ihre Augen glänzen, "das ist Glück" sagt Lemmy. Sagt auch mein Tankwart, Motörhead-Fan, wenn er die Zylinderköpfe seiner Norton Commando 850 mit einer Zartheit schleift als seien es Babypopos.

Die Melancholie des wilden Mannes

"Das Böse", sagt Lemmy, "ist im Rock 'n' Roll Zeichensprache, nichts weiter." Böse zu sein heißt nur, auf sein Recht des Lebensstils zu bestehen, es zu verteidigen und dieser Welt aus Spießern, Verkehrspolizisten und Vorgesetzten die Zähne zu zeigen. Das Leben selbst ist dann schon wieder die Melancholie des wilden Mannes – wenn Heavy Rocker zu einem Openair von Motörhead fahren ist das wie Campingplatz in Leder, sie grillen Würste, trinken Bier, vielleicht sagen sie nicht "mein Hase" zu ihrer Braut sondern "Schlampe", aber das ist ihre Form von Zärtlichkeit. Ansonsten können sie spießiger sein als Opelfahrer mit Wackeldackel, wenn es einer wagt, einen Fingerabdruck auf dem polierten Tank ihrer Harley zu hinterlassen. Die Wildheit, und hier kommen wir Lemmy empfindlich nahe, wird im Alter auch nur Pose.
Lemmy gießt nach, halbe Flasche jetzt, und raucht. Seine Finger haben die ockergelbe Patina eines harten Rauchers, die Haut ist verhornt und rissig, das kriegerische Basszupfen hat Spuren hinterlassen. Nö, obwohl ein Rock-Gott und Plattenmillionär, reich sei er nicht. Eine Wohnung in L.A. habe er, mehr nicht. Und die sei voll mit Nazi-Kram, er sammle diesen Plunder. Der gelbe Finger schnellt hoch, "ich bin aber kein Nazi!!" Es interessiert ihn nur dieses böseste Stück Weltgeschichte überhaupt. "Hitler war Vegetarier, ganz gegen die Natur des Menschen, wir sollen doch Fleisch essen, dazu haben wir doch Eckzähne. Hitler hat also nur Gemüse gegessen und ständig gefurzt."

Nächster Drink, neue Marlboro, man möchte ihm sagen, dass er wegen des Interviews jetzt nicht immer trinken und rauchen muss, aber man hat das verdammte Gefühl, das graue Geröll vor einem sitzt da in seinem Rock-'n'-Roll-Käfig und kann nicht heraus. Vor zwei Jahren ist er vor einem Interview einmal umgekippt und sie haben ihn eine Woche in der Charité behalten, von Kollaps war die Rede aber Lemmy hebt das Glas, schüttelt den Kopf und sagt "Quatsch, ich war dehydriert." Jetzt, sagt er, lässt er sich von Ärzten checken und "Lunge, Leber, alles okay. Ich wundere mich ja selbst."

Er kennt die deutsche Geschichte gut

1975 spielte er noch den Bass bei der Band Hawkwind, die schmiss ihn aber raus, als er an der kanadischen Grenze mit Drogen erwischt wurde. Motörhead war seine Idee, der Name bedeutet soviel wie Dröhnkopf und das "ö" hat er selbst hineingeschrieben, "klang böser und irgendwie Deutsch." Jetzt ist Lemmy in seinem Thema, er kennt die deutsche Geschichte gut. "Da hinten", er zeigt aus dem Fenster, "wollte Hitler sein Germania bauen, stell dir vor, dieses Riesending." Reichstag, Landwehrkanal, Zeughaus, alles kommt aus Lemmys Mund, als sei er ein Geschichtslehrer auf Klassenfahrt, "ich mein, es war eine Periode der Weltgeschichte die mein Leben, dein Leben, unser aller Leben gesteuert hat. Wir säßen heute nicht so hier, wenn es die Kriege nicht gegeben hätte."

Lemmy spricht und spricht, man könnte hinausschleichen, er würde weiter sprechen. Manchmal, wenn man in Hamburg nachts noch Zigaretten holen will, landet man in einer dieser Oldie-Kneipen, tabakbraune Wände, Rock-Mucke auf Zimmerlautstärke und ein paar Bärtige in Leder am Tresen, die vor sich hinreden ohne sich zuzuhören. Es sind Museen der 70er Jahre in denen man Lemmy sofort ausstellen könnte.
Schopenhauer sagte einmal, dass die Jugend eine Suche nach Glück und das Alter die Angst vor dem Unglück sei und als ich wieder im ICE sitze und über mich und Lemmy nachdenke und ganz froh bin, manche Teile der jungen Wut verloren zu haben und nun nicht an Cola-Whisky nuckeln zu müssen, fällt mir ein, warum es Menschen wie Lemmy besser geht. Sie haben vielleicht einen Hörschaden, sie kennen das Wort leise nicht und sie können nur noch sich selbst zuhören. Aber sie haben eines nicht, was uns andere so lähmt: Angst vor dem Unglück. "The Chase is better than the catch" heißt ein Lemmy-Song, die Jagd ist besser als die Beute.


Der Text erschien 2006 in dem Magazin "Park Avenue".

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