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15. März 2010, 18:20 Uhr

So gut sind ihre Sieg-Chancen in Oslo

Deutschland im Lena-Rausch: Die Siegerin von "Unser Star für Oslo" erobert die Download-Charts. Hat Lena Meyer-Landrut auch das Zeug, in Oslo zu siegen? Fünf Gründe, warum unsere Chancen selten so gut standen. Von Jens Maier

Lena Meyer-Landrut, Oslo, OSFO, Grand Prix,

Hat derzeit mehr Angst vor dem Abitur als vor dem ESC-Finale: Lena Meyer-Landrut© Jörg Carstensen/DPA

Genau 28 Jahre ist es jetzt her, dass Deutschland beim Eurovision Song Contest gewonnen hat. Nicole sang sich 1982 mit "Ein bisschen Frieden" in die Herzen der europäischen Jurys. Neun Mal hieß es schließlich "Germany, 12 Points". Es war der erste und einzige Sieg für Deutschland. Nach einem letzten Platz 2008 (No Angels mit "Disappear") und Rang 20 im vergangenen Jahr (Alex Swings Oscar Sings mit "Miss Kiss Kiss Bang") hat Stefan Raab mit der Casting-Show "Unser Star für Oslo" neue Hoffnung geweckt. Sein Versprechen war, einen Kandidaten zu finden, mit dem das heimische Publikum mitfiebert und hinter dem das ganze Land steht. Und Stefan Raab hat Wort gehalten.

Lena Meyer-Landrut ist bereits jetzt ein Star. Sie belegt als erster Musiker in der deutschen Geschichte die ersten drei Plätze bei den beiden wichtigsten deutschen Musikdownload-Portalen "iTunes" und "Musicload". Sie ist das Gespräch auf Schulhöfen, ihr Siegertitel "Satellite" ein Ohrwurm. Der angestrebte Platz unter den Top Ten scheint ihr so gut wie sicher zu sein und deutsche Grand-Prix-Fans wittern Morgenluft. Ist da eventuell noch mehr drin? Fünf Gründe, warum die Chancen für einen erneuten Grand-Prix-Erfolg selten so gut standen wie in diesem Jahr.

1. Sympathie
Bei englischen Buchmachern wird Lena Meyer-Landrut bereits als Favoritin gehandelt, quer durch Europa findet ihre unkonventionelle Art und ihre ungewöhnliche Stimme in Fanforen Zustimmung. Das Phänomen Lena, es scheint auch im europäischen Ausland anzukommen. "Man spricht über sie wie über eine seltene Pflanze, die so kostbar ist, dass sie leidenschaftliche Pflege verdient", sagt Grand-Prix-Blogger Jan Feddersen und schwärmt überschwänglich von "Königin Lena". Tritt sie in Oslo so auf wie bei den Vorentscheid-Shows in Köln, könnte sie Europas Herzen im Sturm erobern.

2. Aussehen
Lena ist sexy, braucht dafür aber keinen kurzen Rock und kein Dekolletee. Sie verführt mit ihrer einzigartigen Ausstrahlung. Ideal um beim Publikum zu punkten, ohne die Jurys zu verschrecken.

3. Fan-Mobilisierung
Bereits 30.000 haben sich auf ihrer Fanseite beim sozialen Netzwerk Facebook angemeldet: Lena Meyer-Landrut mobilisiert die Massen. Eine starke Unterstützung von Fans spielt vor allem für Deutschland eine entscheidende Rolle, denn kaum ein anderer Teilnehmer hat so viele Nachbarländer wie wir: Als Guildo Horn 1998 antrat, organisierten Fanclubs Busreisen ins benachbarte Ausland, um dann dort für den deutschen Beitrag abzustimmen. Um die zwölf Punkte aus Holland, Belgien und Dänemark müssen wir uns bei Lena keine Sorgen machen.

4. Song
Das Gefährliche am Grand-Prix sei, dass die Länder so unglaublich verschiedene Geschmäcker hätten, sagt Stefan Raab. Mit "Satellite" scheinen die Deutschen zumindest den von Skandinaviern und Angelsachsen getroffen zu haben. In dortigen Eurovisions-Foren wurde der Song fast ausnahmslos gut angenommen. Und die restlichen Nationen? Im ehemaligen Ostblock wird es die Britpop-Nummer deutlich schwerer haben. "Wichtig ist, dass er in Erinnerung bleibt", sagt Eurovisions-Experte Dr. Irving Wolther. Das wird "Satellite" - sowohl bei den Jurys, als auch beim Publikum.

5. Schwache Konkurrenz
"Sha-la-lie, Sha-la-la" tönt es aus Holland, die Schweiz schickt einen Ross-Anthony-Verschnitt mit Segelohren. "Die Konkurrenz ist in diesem Jahr ganz außerordentlich gruselig", attestiert Kolumnist Stefan Niggemeier den Teilnehmern in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Selbst Länder wie die Türkei oder die Ukraine, sonst immer für einen der vorderen Plätze gut, schwächeln. Einzig Kroatien mit der Girl-Band Feminnem, Israel mit dem charmanten Harel Skaat, die armenische Nachwuchssängerin Eva Rivas und "Idol"-Star Anna Bergendahl aus Schweden scheinen eine ernsthafte Konkurrenz zu sein.

Ob das alles letztlich dafür reicht, dass der Eurovision Song Contest 2011 in Berlin stattfinden kann, ist nicht vorhersehbar. Dass Favoriten scheitern und Außenseiter siegen, dass eben noch unbekannte Künstler auf der Grand-Prix-Bühne zum Star werden - gerade das macht dieses Event so spannend. Eine gute Chance hat Lena Meyer-Landrut in jedem Fall. Und wie sang Katja Ebstein 1970 so trefflich: "Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie gescheh'n."

Abstimmung

Kann Lena Meyer-Landrut den European Song Contest gewinnen?

Abstimmen Ergebnis anzeigen
Von Jens Maier
 
 
KOMMENTARE (10 von 29)
 
Malt (18.03.2010, 15:04 Uhr)
Hype
Unter Medienrummel (engl. ?Hype? ? von Hyperbel) werden meist kurzlebige, in den Massenmedien aufgebauschte oder übertriebene Nachrichten verstanden, die gezielt von Interessensträgern zur Werbung für bestimmte Ideen oder Produkte lanciert wurden
mantrid (17.03.2010, 11:47 Uhr)
dafür statt dagegen
Lasst die Kleine doch einfach singen. Nach dem, was wir in den letzten Jahren zum ESC geschickt haben, kann es ja nicht schlechter werden. Beim ECS hat noch nie das beste Lied gewonnen, sondern es kam immer auf die Ausstrahlung der Darbietung an und da kann man meckern was man will, Lena fällt da aus dem üblichen Rahmen.

Und Ätsch, liebe Mecker-Köppe, Dauer-Nörgler, Schlecht-Macher usw. beim ECS wird nicht gegen, sondern für einen Beitrag abgestimmt, also werdet ihr nicht gefragt und eure Meinung ist völlig unbedeutend.

Ich lasse mir meinen Spaß jedenfalls nicht verderben und drücke unserem "Crazy-Huhn" alle vorhandenen Daumen. Diese tolle Erfahrung kann ihr sowieso niemand mehr nehmen.
ginasimmons (16.03.2010, 14:21 Uhr)
Warum nicht einfach freuen?
Lena ist süß, herzig, hat Hirn, Charme, Persönlichkeit und Talent. Sie wird ihren Weg gehen - mit einer guten Platzierung in Oslo oder ohne! http://schule-der-rockgitarre.de/de/magazin/114
paulali (16.03.2010, 13:14 Uhr)
Deutschland deine Nörgler... woher kommt das eigentlich ? das ist eine ganz schreckliche Angewohnheit. Überall sind die Menschen am jammern, über alles. Mein Gott das Mädel ist sympathisch, sie ist anders und das Lied ist erfrischend schön (mir gefällt es immer besser) und sie vertritt nun mal bei diesem Format Deutschland. Lasst es doch mal dabei und freut euch des Lebens. Liebe Nörgler, nörgeln macht hässlich und ist hässlich.
Ich wünsche Lena zumindestens viel Erfolg und viel Spass in Oslo und werde mir das Spektakel natürlich anschauen.
iosono (16.03.2010, 12:51 Uhr)
deutsche mentalität?
also,durch diese mentalität (nörgeln,nie zufrieden sein) haben unsere produkte weltniveau erreicht.-)
ausserdem ist mir eal ob lena gewinnt.ich find sie klasse.da brauche ich keine bewertung des internationalen grandprix-publikums.
sollen doch die anderen gewinnen-wir werden fussballweltmeister,formel1 weltmeister,export-vizeweltmeister,haufen olympiasieger.......lasst doch mal die osteuropäer gewinnen.
gerade hatten wir eine debatte über ''gier'' die letzten monate -nix gelernt?
Popobawa (16.03.2010, 12:49 Uhr)
@philmoe80
Sie haben komische Vorstellungen, das ist reinster Pop mit Brechgesang äh Sprechgesang einlagen. Das Lied ist nicht mal selber Geschrieben und Talent ist auch ein dehnbarer Begriff. Durch Hypen wird der nicht größer wie wir bei den anderen Ausschuss aus DSDS gesehen haben. Man könnte meinen Deutschland sei so arm das wir keine normalen Künstler mehr haben die nur noch durch Unterschichtfernseher produziert werden müssen, was zum Glück nicht stimmt. Ich nenne da nur Rammstein, Lacrimosa und In Extremo. Künstler aus Grundsätzlich verschiedenen Stilrichtungen mit Internationalen Erfolg den sie sich selber Stückt für Stück und Jahr für Jahr erarbeitet haben.
philmoe80 (16.03.2010, 11:55 Uhr)
kommt leute
wenn ich mir die kommentare so durchlese, erkenne ich wiedermal die gute alte deutsche mentalität: nörgeln und motzen, kritisieren und alles sofort im keim ersticken.

hey, lasst uns doch einfach absagen, dann können wir uns in ruhe der nächsten sache widmen, die wir alle doof und blöd finden.
da finden sich bestimmt einige dinge!

ich finde unseren diesjährigen beitrag wirklich sehr gut - das hebt sich endlich gesanglich mal ab von dem ganzen pop-gedudel.

beste grüße!
derSchmu (16.03.2010, 11:36 Uhr)
ist schon heftig...
wenn man mal einen Beitrag im Stern liest, wo man nciht direkt das Kotzen kriegt und sich danach die Kommentare anschaut...meine Guete, sind wir Deutschen wirklich die Jammerkinder Europas?

Jetzt wird hier auch noch ne junge Saengerin in Grund und Boden zerredet...meine Guete, dann machts doch besser oder haltet die Klappe.

Wenn ich schon die Argumentation mit dem Punktezuschustern in den Ostblockstaaten hoere...absoulter Schwachsinn. Natuerlich, gehen da viele Punkte floeten, weil die sich die Gegenseitig zuschustern. Aber in den letzten Jahren waren die Sieger immer so deutlich bei der Abstimmung, dass das Ergebnis ob mit oder ohne den Osteuropaeischen Punkteschiebereien das gleiche gewesen waere...da sollte man sich einfach mal informieren und sich nicht einfach der Bild-Propaganda hingeben.

Das Deutschland musikalisch ein wenig abgestumpft ist mag ja sein und will ich nicht bestreiten (man hoere sich die Superhits-Radiosender an, denen man mal Geld spenden sollte, damit sie in ihrem Repertoire demnaechst mal mehr als 100 Lieder haben, die sie tagtaeglich nach einem Plan runternudeln)..

Ich weiss echt nicht, warum einige hier den deutschen Teilnehmer so zerreden...nicht eure Musik oder einfach nur skeptisch gegenueber dem Status, dem der Grandprix hier und da anscheinend zu Teil wird? Wer s nich mag brauchts nich zu gucken, ich fuer meinen Teil hab da auch meistens besseres zu tun und ja, wenn man sich die bisherigen Sieger anschaut, weiss ich auch nicht, was die nun davon haben. Aus meiner Sicht als DJ gehoeren die Grandprix-Teilnehmer bzw. Gewinner zu den Liedern, die ich unter den bekanntesten Titeln des Jahres am seltensten spiele. Naja aber manches Lied muss ja nicht die leite vom Hocker reissen, sondern einfach nur ueber den Bruchteil einer Zeit den Menschen ablenken...wie Pop eben.
Mopar (16.03.2010, 11:28 Uhr)
@ laketahoe
Volle Zustimmung - schön, dass es auch noch vernünftige Menschen gibt ;)
Hirnfreund (16.03.2010, 11:04 Uhr)
Null Chancen und das ist gut so !
Hoffentlich ratter die gnadenlos unten durch. 0 Punkte, das wäre schön.
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