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7. Dezember 2004, 17:54 Uhr

Alter Glanz mit neuer Akustik

Die Oper, die am Dienstagabend gespielt wird, ist die gleiche wie zur Eröffnung 1778 - "L'Europa riconosciuta" von Salieri. Für 61 Millionen Euro wurde die Mailänder Scala umgebaut - und feiert nun ihre Wiedereröffnung.

Frisch renoviert und mit mehr Platz: die Mailänder Scala© Luca Bruno/AP

Italien feiert sein Kulturereignis des Jahres: Nach mehr als zweijähriger Renovierung erstrahlt die Mailänder Scala, eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt, wieder im alten Glanz. Die Kosten belaufen sich auf 61 Millionen Euro. Zur Wiedereröffnung am Dienstagabend steht die feierliche Aufführung von "L'Europa riconosciuta" (Die wiederentdeckte Europa) von Antonio Salieri auf dem Programm.

Dirigent ist Riccardo Muti, in den Hauptrollen spielen die deutsche Sopranistin Diana Damrau und die Italienerin Desirée Rancatore, Regie führt Luca Ronconi. Als Stargäste wurden Filmdiva Sophia Loren und Modemacher Georgio Armani erwartet. Die Salieri-Oper über die Entführung und den Kampf um die schöne Prinzessin Europa, wurde bisher in Mailand nur ein einziges Mal aufgeführt. Und zwar am 3. August 1778 - zur Eröffnung des ehrwürdigen Theaters.

"Die neue Scala hat ihre Vergangenheit nicht verraten"

Doch der eigentliche Star des Abends ist die Scala selbst. "Die neue Scala hat ihre Vergangenheit nicht verraten", schwärmte die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera". Das ganze Land ist stolz auf das Ergebnis dieser ersten "Rundumerneuerung" des über 200 Jahre alten Hauses. Die goldene Pracht der hohen Logenreihen wurde erhalten. Auch bei den luxuriösen Aufgängen mit ihren reichen Wandverzierungen, bis hin zu dem tonnenschweren Riesenleuchter über dem Parkett blieb alles beim Alten.

Das eigentliche Highlight, schwärmten Muti und die Musiker bereits bei den Proben, sei die Akustik, die wesentlich verbessert worden sei. Experten hatten in der Vergangenheit immer mal wieder anklingen lassen, dass die Akustik unter dem eiligen und unsachgemäßen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg schwer gelitten habe. Neu, supermodern und gigantisch ist auch die Bühnentechnik, der Bühnenturm ist 38 Meter hoch. Um den Spielplan der Scala zu vergrößern, können künftig drei Inszenierungen parallel eingeübt werden.

Mehr Zuschauer und Displays in den Sitzen

Auch fasst die Scala künftig mehr Zuschauer: Gut 2000 statt bisher 1500 Sitze. Die sind zwar wie einst mit rotem Stoff überzogen, bergen aber trotzdem Hightech. Auf der Rückseite haben sie ein Display, auf dem der Hintermann das Opernlibretto in mehreren Sprachen mitlesen kann.

DPA
 
 
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