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25. September 2002, 18:03 Uhr

"Wir waren uns nie ähnlich"

Differenzen als Beziehungskitt: Mick Jagger über 40 Jahre Rolling Stones, die Strapazen einer Welttournee und den Charme des Zuhausebleibens.

"Noch mal 19 sein wäre nicht schlecht": Mick Jagger heute, mit 59 Jahren© Foto: MJ Kim, Reuters

Mr Jagger, es ist bekannt, dass Sie es hassen, über Ihre Vergangenheit zu reden.

Nein, ich es hasse es nicht. Ich erinnere mich bloß an so wenig.

Sie haben mal gesagt: "Die Leute wollen, dass wir so sind wie 1969, weil sonst mit uns auch ihre eigene Jugend vergeht. Das ist eigennützig, aber verständlich."

Sehen Sie, daran kann ich mich nicht erinnern. In welchem Magazin war das?

Was fällt Ihnen denn noch ein, wenn Sie an Ihren legendären ersten Gig 1962 im Marquee Club in London denken?

Wir haben zuerst im Ealing Club gespielt, immer Dienstagnacht, nur Blues, es ist fast keiner gekommen. Aber wir kamen so wenigstens regelmäßig zum Spielen. Später sind wir ein paar Mal im Marquee Club aufgetreten, aber ich fand das nicht so prickelnd. Der bessere Gig war im Richmond Station. Das war unser erster wirklich erfolgreicher Auftritt.

Von all den Konzerten, die Sie seitdem gegeben haben - welches war das beste?

Es waren Hunderte, da ragt keines heraus. Wir waren ja auch viel auf Tour.

Sie sind jetzt auf Welttournee, mit der Sie Ihr 40-jähriges Bestehen feiern und die Sie nächsten Sommer auch nach Deutschland führt. Im Gegensatz zu früher haben Sie heute einen Fitness-Trainer. Hat er Ihnen für die strapaziöse Tour ein Spezialprogramm entwickelt?

Yeah. Ich tanze und fahre Fahrrad. Aber drinnen. Jeden Tag ein paar Stunden.

Würden Sie gern noch einmal 25 sein?

Klar. 19 wäre vielleicht noch besser. Dann hätte ich die Jahre bis 25 noch vor mir, und die haben viel Spaß gemacht. Damit wir uns recht verstehen: Ich würde nicht bei 25 hängen bleiben wollen. Aber wenn jemand sagen würde, du kannst noch einmal leben, würde ich sagen, danke, ausgezeichnet.

Kürzlich wurde Ihnen der Titel Sir verliehen für Ihre »Verdienste um die populäre Musik«. Bedeutet Ihnen der Ritterschlag etwas?

Das war ein nettes Kompliment von der britischen Regierung - oder wer immer diese Titel vergibt. Man muss das locker sehen.

Gefällt es Ihnen, wenn man Sie »Sir Mick« nennt?

Ach was, nein. Ich habe viele Freunde, die Titel haben. Aber die meisten benutzen sie nie.

Stones-Biograf Philip Norman....

Er ist ein Idiot.

Mag sein, aber...

... und ein sehr ekliger, gehässiger Mann.

Er sagt jedenfalls, der größte Akt der Rebellion sei gewesen, dass Sie bei der Ordensverleihung die Hand in der Hosentasche behalten hätten. Ist das der Rock'n'Roll im Jahr 2002?

Ich beantworte keine Fragen, die sich auf Philip Norman beziehen. Er ist ein verbogener, gehässiger, alter Mann. Schreiben Sie das.

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