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13. Februar 2012, 11:38 Uhr

Musikwelt verneigt sich vor der Souldiva

Der Tod von Souldiva Whitney Houston schockte am Wochenende die Welt. Bei der Verleihung der Grammy Awards, nur einen Tag später, zollte die gesamte Musikbranche der Ausnahmesängerin Respekt.

Überschattet vom Tod der Pop-Diva Whitney Houston sind in Los Angeles die Grammy-Musikpreise verliehen worden. Mit einem Gebet und der Darbietung des Houston-Hits "I will always love you" verneigte sich die Musikwelt bei der Gala vor der verstorbenen Sängerin. Große Gewinnerin der Grammys war die Britin Adele mit sechs Trophäen, darunter die Auszeichnungen für die beste Single und das bestes Album.

"Es führt kein Weg daran vorbei: Wir hatten einen Todesfall in unserer Familie", sagte der Rapper LL Cool J, der die 54. Grammys moderierte. Nach dem Eröffnungssong der Rocklegende Bruce Springsteen sprach LL Cool J ein kurzes Gebet für Houston, die am Samstag mit 48 Jahren unter ungeklärten Umständen in ihren Hotelzimmer in Beverly Hills gestorben war.

Anschließend wurde ein Filmausschnitt gezeigt, in dem Houston ihren Hit "I will always love you" singt. "Whitney, wir werden dich immer lieben", sagte LL Cool J, während sich das Publikum klatschend von den Sitzen erhob. Die Sängerin Jennifer Hudson trug die Pop-Ballade später ganz in schwarz gekleidet auf der abgedunkelten Bühne zum Gedenken an Houston live vor.

Adele räumt ab

Adele holte Grammys in allen sechs Kategorien, in denen sie für eines der kleinen goldenen Grammophone nominiert war. "Oh Gott, ganz vielen Dank", sagte die zu Tränen gerührte Sängerin, als ihre Platte "21" zum Album des Jahres gekürt wurde. Die Scheibe bekam auch den Preis als bestes Popalbum. "Die Inspiration für dieses Album war etwas, das wirklich normal ist und das jeder durchgemacht hat: eine schlechte Beziehung", sagte die Britin.

Adeles Hit "Rolling in the Deep" wählte die Grammy-Jury nicht nur zur besten Single und zum besten Song, sondern zeichnete auch noch das dazugehörige Kurz-Musikvideo aus. Adele sang das Lied bei der Gala live und feierte damit ein umjubeltes Comeback nach einer Stimmband-Operation im November. Außerdem erhielt die 23-jährige Sängerin mit ihrem Lied "Someone Like You" den Grammy für die beste Sololeistung eines Popkünstlers.

Einen erfolgreichen Abend hatte auch die US-Band Foo Fighters, die fünf Grammys abräumte - unter anderem für den besten Rocksong ("Walk") und das beste Rockalbum ("Wasting Light"). Der US-Rapper Kanye West holte vier Trophäen, darunter die Preise für den Rapsong ("All of the Lights") und das Rapalbum des Jahres ("My Beautiful Dark Twisted Fantasy"). Die US-Folkband Bon Iver wurde als musikalische Neuentdeckung des Jahres ausgezeichnet. Deutsche Bewerber, die in verschiedenen Klassikkategorien nominiert waren, gingen leer aus.

Nicht alle kamen in Schwarz

Mehrere Stars waren wegen des plötzlichen Tods von Whitney Houston in Schwarz gekleidet zu der Verleihung erschienen. Immer wieder drückten Laudatoren und Preisträger auf der Bühne ihren Respekt für die Pop-Diva aus. "An Whitney, die im Himmel ist - wir alle lieben dich", sagte etwa Soul-Legende Stevie Wonder. Die Sängerinnen Alicia Keys und Bonnie Rait beendeten ihren Auftritt mit den Worten: "Whitney, wir werden Dich nie vergessen."

Die Grammy-Verleihung rief auch den Tod der Soulsängerin Amy Winehouse wieder ins Gedächtnis, die im vergangenen Juli im Alter von 27 Jahren gestorben war. Winehouse wurde posthum für ihr Duett "Body and Soul" mit der Jazz-Ikone Tony Bennett ausgezeichnet. Ihr Vater Mitch nahm den Grammy entgegen und sagte mit Blick auf den Tod von Whitney Houston: "Im Himmel gibt es jetzt eine wunderschöne Mädchenband."

hw/AFP
 
 
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