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29. August 2006, 15:11 Uhr

Das Halleluja im Pop-Gewand

Zwei Münchner im Himmel: Nach Ratzefummel, Papst-Wein und Papst-Auto gibt es jetzt auch einen Papst-Popsong. Ein Produzentenduo hat für den Bayern-Besuch von Benedikt XVI "Habemus Papam" erschaffen. Von Kathrin Buchner

Zusammen mit Sänger Fabrizio Levita hat Produzent Lars B. Düysen "Habemus Papam" aufgenommen© Hümeyra Dueysen

Eigentlich verdient Lars Dueysen sein Geld als Produzent von Mainstream-Pop. Er arbeitet als Studiomusiker, komponiert Melodien für Fernsehserien und produziert Sänger wie Lou Bega oder Martin Kesici. Dafür wird er gut bezahlt. Offensichtlich ist sein kreatives Potential aber nicht ausgelastet. Denn mit seinem Münchner Kumpel Frank Didszuleit kam ihm die Idee, einen Papst-Popsong zu verfassen.

"Es gibt ja nicht nur den typischen Jugendlichen, den man vom Kirchentag kennt. Wir wollten für junge Papst-Fans einen Song schaffen, der nicht nach Lagerfeuerromantik und Gitarrengeklimper klingt", sagt Frank Didszuleit, der sich bei dem gemeinsamen Projekt um die Vermarktung und die Technik kümmert.

Gesungen wird "Habemus Papam" von Fabrizio Levita. Der gebürtige Italiener wurde 2003 Finalist bei der TV-Erfolgsserie "Popstars - Das Duell" und bekam einen Vertrag bei einer großen Plattenfirma. Für "Habemus Papam" wird sein Name allerdings nicht groß vermarktet, so Frank Didszuleit, schließlich ginge es ja um den Papst, da würden sie sich die Macher selbst eher im Hintergrund halten. Der Song, in gängigem Mainstream-Pop arrangiert und mit englischem Text, erzählt ein wenig von Leben und Werdegang des Heiligen Vaters.

"Habemus Papam"

Als gläubig würde sich Didszuleit selbst allerdings nicht bezeichnen. In dem Projekt ginge es mehr darum, für die Begeisterung, die Millionen Menschen offensichtlich für den deutschen Papst hegen, einen zeitgemäßen Sound zu finden. Mit Vertretern der Kirche hätten sie darüber schon mal gesprochen, aber nicht viel Unterstützung signalisiert bekommen, so dass sie das Projekt lieber in Eigenregie gestemmt hätten. "Bei solch einem sensiblen Thema muss man ja immer aufpassen, dass man niemanden auf die Füße tritt", so Didszuleit.

Ob "Habemus Papam" beim Benedikt-Besuch so ein allgegenwärtiger Gassenhauer wird wie "'54, '74, '90, 2006" von den Sportfreunden Stiller bei der Weltmeisterschaft, bleibt abzuwarten. Als Lohn für ihre Zeit, die sie in den Song investiert haben, reicht den himmlischen Münchnern aber schon das Gefühl, eine Idee auch tatsächlich in die Tat umgesetzt zu haben. Der kommerzielle Erfolg stünde dabei eher im Hintergrund, "deswegen bieten wir "Habemus Papam" ja auch als kostenlosen Download an", sagt Didszuleit. Mehr Infos dazu gibt es unter www.papst-song.de.

Von Kathrin Buchner
 
 
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