13 klassische Folksongs aus dem Repertoire des Protestsängers Pete Seeger hat Bruce Springsteen als Grundlage für sein neues Album genommen. Damit bestätigt der "Boss" einen aktuellen Musiktrend: zurück zu den Ursprüngen.

Auf seinem neuen Album kommt Bruce Springsteen folkloristisch daher© Sony BMG
Für sein neues Studio-Album "We Shall Overcome - The Seeger Sessions" brauchte Bruce Springsteen gar kein Studio - und High-Tech schon gar nicht: Er lud eine 17-köpfige Straßenband auf seine Farm in Rumson (New Jersey) ein, zündete Kerzen an, schenkte Alkohol aus und schrammelte drauf los. Geprobt wurden die Songs des amerikanischen Folksänger Pete Seeger vorher gar nicht, alles ist live aufgenommen. Weil es im Wohnzimmer etwas eng wurde, mussten die Hörner in den Flur ausgelagert werden, Springsteen rief den Bläsern die Einsätze zu. "Man hört nicht, wie die Musik gespielt wird, sondern wie sie gemacht wird. Wir hatten so viel Spaß dabei", sagt Springsteen zu seinem 21. Album.
Nach seiner Akustikscheibe "Devils & Dust" im vergangenen Jahr ist es schon das zweite Album, das Springsteen ohne seine berühmte E Street Band aufgenommen hat. Die kam zuletzt 2002 bei "The Rising" zum Einsatz. Aber keine Angst, mit Gitarrist Steve Van Zandt wird er sicher auch bald wieder auf der Bühne stehen. "Ich habe ein E Street Band Album, für das ich schon jede Menge Sachen geschrieben habe. Ich warte nur auf den richtigen Zeitpunkt, es zu machen", versprach Springsteen laut "New York Times".
Nicht dass das seine wahren Fans wirklich aus dem Konzept bringt: Das einzige deutsche Konzert am 17. Mai in der Frankfurter Festhalle war bereits nach wenigen Minuten ausverkauft. Seine 17 Straßenmusiker mitsamt Fiedel und Waschbrett nimmt Springsteen mit auf Europatournee. Nur die Kerzen werden dann wohl durch Scheinwerfer ersetzt.
Carla S. Reissman/DPA