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19. Juni 2009, 15:18 Uhr

Popkomm-Absage als Protest gegen Internetpiraterie

Die Musikbranche sagt eine ihrer wichtigsten Messen ab: Die für September geplante Popkomm in Berlin fällt aus. Zu geringe Anmeldezahlen und die weitreichenden Folgen der Internetpiraterie seien die Gründe, so Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie.

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When the Music's over: Ein geknickter Gorny knickt die Popkomm 2009© Bildfunk

Die Messe - einer der wichtigsten Treffs der Branche - war vom 16. bis 18. September geplant. Außer der Ausstellung wurden auch das geplante Festival und der Kongress abgesagt. Gorny betonte, dies sei als Aufforderung an die Politik zu werten, mehr gegen Internetpiraterie zu tun. Bereits im vergangenen Jahr war das Interesse an der Popkomm leicht zurückgegangen. Damals hatten 14.000 Fachbesucher (minus 1000) die Messe mit 843 Ausstellern (minus 43) besucht. Der Branchentreff ist seit 2004 in Berlin, davor fand er alljährlich in Köln statt.

Gorny zur offiziellen Absage: "Wir hätten aufgrund der Anmeldezahlen keine gute Popkomm hinbekommen. Die digitale Krise schlägt voll auf die Musikwirtschaft durch. Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen. Die Großen können das noch wegstecken, die Kleinen aber nicht - und die sind mit 95 Prozent auf der Popkomm in der Mehrzahl."

Obwohl die Lage sich laut Gorny in den letzten Monaten in Deutschland wieder gefestigt habe, ist besonders das internationale Popbusiness in konjunkturelle Untiefen geraten. "Die Lage stabilisiert sich in Deutschland, weil wir stark auf die CD setzen. Es gibt aber eine weltweite Musikkrise wegen der ungeklärten Situation im Internet. Da der Anteil internationaler Firmen an der Popkomm bei rund 65 Prozent liegt, schlägt das voll auf die Popkomm durch."

Von einem endgültigen Aus für die traditionsreiche Popmesse kann jedoch nicht die Rede sein und auch der Standort Berlin sei nicht in Frage gestellt. Gorny weiter: "Es hat gar nichts mit Berlin zu tun, und auch nicht mit der Messe selbst. Wir wollen 2010 mit einer neuen und guten Popkomm in Berlin auftauchen."

ins/Gespräch: Rolf Westermann, dpa

 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
seppmaier (20.06.2009, 14:34 Uhr)
hohles geblubber
ich kann es wirklich nicht mehr hören.
kein wort der selbstkritik.
das musikgeschäft wird beherrscht von einer handvoll monopolisten. sie verkaufen einheitsware. die meißten künstler sind jediglich eine projektionsfläche für von pr-agenturen kreeirte images.
mit immer kürzerern halbwertszeiten.
das paradoxe ist, dass sich die zahle der potenziellen CD-käufer zwar ständig erhöht, das angebot an CDs aber diese kunden nicht interessiert.
natürlich hat sich auch ein großer anteil der musikvermarktung ins internet verlagert. zu spät haben die musikkonzerne ihre strategien angepasst.
es ist doch so, dass die CD eine eigentlich überholte technologie ist, deren weiterbestand nur den mayor-labels dient.
immer mehr künstler lassen daher ihre verträge auslaufen und vermarkten sich selbst via net.
eine sehr gute entwicklung die die wege zwischen künstler und publikum verkürzt und die parasiten überflüssig macht.
es wird natürlich immer den hardcore-fan geben der eine CD mit cover-artwork unsw. dem digitalen nichts vorzieht. allerdings wird davon eine musikindustrie nicht in gewohnter allmacht regieren können.
das sind marktgestze und haben mit illegalen downloads nix zu tun.
eine industrie die ihren leistungsträgern, den musikern, songautoren, komponisten unsw. immer weniger anteil am kuchen zugesteht, gräbt sich nun einmal langfistig das eigene grabich als künstler/musiker, suche mir einfach neue wege der vermarktung die mir auch noch die rechte an meiner musik und meine künstlerische freiheit lässt.
raptor-xl (19.06.2009, 16:15 Uhr)
albern...
...jetzt sind wieder die piraten schuld. zu meiner zeit gab es noch vinyl. so um die 16 mark für eine lp. konnte sich aber auch nicht jeder leisten. also hatte einer in der klasse die lp, zehn andere den kassettenmitschnitt.
was ist daran nun anders? ausser, dass es professioneller und besser in der der qualität wurde?
es lahmt doch eher an angeboten. keine wirklichen stars. nur alte, die für geld immer wieder auf die bühne gezerrt werden oder "superstars", die immer auf platz 1 der chatrs sind, aber ich selbst keinen kenne, der von den dsds oder anderen castings eine cd hat. wer kauft das eigentlich wirklich? ich vermute ja immer, dass da schummelkäufe getätigt werden.
der herr madlock trat hier letzten in berlin beim baumarkt auf. familienfest und rund 200 schauten ihm zu...
letzte woche war auch depeche mode hier. da waren es 68.000 zuschauer! noch fragen???
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