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Prince verlässt das Internet

Elvis left the building, Prince left the internet. Der divenhafte Popstar hat beinahe alle Accounts im Netz gelöscht. Nun rätselt die Popwelt, was das zu bedeuten hat.

Von Sophie "Cat" Albers Ben Chamo

Prince ist jetzt offline (fast).

Prince ist jetzt offline (fast).

Schon 2010 hatte Prince verkündet, dass die beste Zeit des Internets vorbei sei. Im vergangenen Jahr hat er trotzdem seinen ersten Tweet abgesetzt. Vier Jahre später zieht der Popstar nun doch die digitalen Konsequenzen: Die Accounts auf Facebook, Instagram, Twitter, Soundcloud und Youtube sind leergeräumt oder abgestellt. Fast alle Videos, Tweets und Posts sind verschwunden. Einzig die Website funktioniert noch, ist allerdings kaum mehr als eine Kaufaufforderung.

Eine Erklärung für die überstürzte "Abreise" gibt es bisher nicht, vermeldet der "Guardian". Allerdings war Princes Beziehung zum WWW nie wirklich entspannt. Einst drohte er, Ebay, Youtube und Torrent zu verklagen - wegen der "illegalen Verbreitung" seiner Musik. Auch Fans ging er an, die ihre Lieblings-Prince-Songs teilten. Allerdings hat der Ausnahmemusiker es nie zum Prozess kommen lassen, sondern verschiedene Online-Plattformen schließlich auch zur Eigenwerbung genutzt.

"Räum' dein Leben auf"

Prince-mäßig grotesk war allerdings eine "exklusive Frage-Antwort-Aktion" im Oktober auf Facebook, bei der der 56-Jährige dann lediglich eine Frage beantwortete - und die auch nur die Aufforderung darstellte, seine Musik nur über High-Resolution-Radiostationen zu hören.

"Das Internet ist wie MTV. Einst war MTV hip und plötzlich war es veraltet. All die Computer und das digitale Spielzeug taugen nichts. Sie stopfen nur lauter Zahlen in deinen Kopf", sagte Prince 2010 im Interview mit der "Daily Mail". Vielleicht wollte der große Musiker ja nur den Kopf frei kriegen. Passenderweise steht auf Vevo tatsächlich noch das einsame "Fix your life up" (Räum' dein Leben auf).

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo