Das Internet hat die Show verändert

6. November 2012, 08:16 Uhr

Er ist der Kopf hinter den "MTV Europe Music Awards": Richard Godfrey. Im Interview spricht der "Executive Producer" über Veränderungen, die Gala und Publikum im Laufe der Zeit miterlebten.

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Richard Godfrey ist der Produzent der MTV-Gala in der Frankfurter Festhalle©

Richard Godfrey ist seit 1996 bei den "MTV Europe Musik Awards" dabei und zieht die Strippen der Show. Die europäische Version der US-Awards wurde 1994 ins Leben gerufen und findet am 11. November in Frankfurt statt.

Die Awards werden in diesem Jahr zum 19. Mal vergeben. Die Gala findet immer in einer anderen Stadt statt, zum fünften Mal fiel die Wahl auf Deutschland - Frankfurt war bereits 2001 Austragungsort. Die Show wird nach Angaben von Kruger Media auf 60 Kanälen in fast 700 Millionen Haushalte übertragen. MTV und VIVA senden ab 21 Uhr live. Godfrey kennt sich aus mit der Show und erzählt, welche Veränderungen die Macher im Laufe der Jahre meistern mussten.

Wie haben sich die MTV Europe Music Awards in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten verändert?

"Vieles hat sich geändert, vor allem durch das Internet. Als wir anfingen, gab es gerade mal E-Mails, aber das war's dann schon. Jetzt erleben die Menschen die Show vor allem online: indem sie abstimmen, Streams ansehen, Twitter folgen... Die Menschen interagieren viel stärker mit der Show als früher."

Der Musik-Sender MTV spielt für Jugendliche kaum noch eine Rolle, aber die MTV-Awards sind immer noch eine große Nummer. Wie erklären Sie sich diesen Widerspruch?

"Der Grund, weshalb die Show so populär geblieben ist, ist vielleicht, dass es sich um ein klassisches Format handelt. Die Menschen mögen solche Shows: mit ein bisschen Erbe und Geschichte dahinter. Die meisten TV-Formate haben sich viel stärker verändert."

Was ist eigentlich europäisch an den Europe Music Awards? Kritiker sagen, sie sind nur ein Abklatsch der amerikanischen Original-Show.

"Die MTV Video Music Awards sind auf das amerikanische Publikum zugeschnitten. Wir haben versucht, die Show so nah wie möglich an die Menschen in Europa heranzubringen. Auch wenn viele Stars aus den USA kommen und die Menschen weltweit abstimmen dürfen: Die Show kommt aus einer europäischen Metropole. Das ist der Kern."

Was ist das Besondere, wenn die Party in Deutschland steigt?

"Wir waren ja schon oft in Deutschland. Daher weiß ich, dass die Deutschen unterschiedlich sind in verschiedenen Teilen des Landes. In Berlin sind sie ziemlich cool, in Frankfurt sind sie sehr begeisterungsfähig. Als wir 2001 schon einmal in der Festhalle waren, sah es dort aus wie in der Tokioter U-Bahn. Die Stimmung war phänomenal."

Worauf freuen Sie sich persönlich am meisten am 11. November?

"Ich freue mich am meisten auf 23 Uhr, wenn es vorbei ist und alles gutgegangen ist. Das ist wahnsinnig aufregend, so eine weltweite TV-Live-Show. Da steckt so viel Arbeit drin von so vielen Menschen über so lange Zeit - und dann ist das Ganze in wenigen Stunden vorbei."

Sandra Trauner, DPA
 
 
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