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stern-Gespräch

"Ich komme aus der Gewalt, aber habe sie nie geliebt"

Er handelte mit Drogen, raubte Gold, saß im Knast. Der Rapper Xatar ist ein Star und will ein Vorbild sein, doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los.

Xatar, bürgerlich Giwar Hajabi, in seiner Shisha-Bar in Köln

Xatar, bürgerlich Giwar Hajabi, in seiner Shisha-Bar in Köln. Ein paar Monate zuvor kam es vor dem Laden zu einer Schießerei.

Eine Shisha-Bar in Köln, drinnen ziehen kirschduftgeschwängerte Wasserdampfschwaden im gedämpften Licht vorbei. Auf einem Flachbildfernseher an der Wand laufen Musikvideos, die Popsongs vermischen sich mit dem wohligen Blubbern der Shishas. In einer Ecke des Ladens sitzt ein Mann wie ein Berg. Er trägt einen Pullover mit der Aufschrift "Brudi" und trinkt Pfefferminztee. Der Mann heißt Giwar Hajabi, 35, besser bekannt unter dem Namen "Xatar", was ausgesprochen wird wie ein Kratzen im Hals. Es kommt aus dem Kurdischen und bedeutet "Gefahr". Im letzten halben Jahr hatte Xatar ein Nummer-eins-Album und Ärger mit der Polizei. Bislang hat sich der Rapper nicht dazu gegenüber Journalisten geäußert, das will er jetzt ändern.

Herr Hajabi, wir sitzen hier in Ihrer Shisha-Bar in . Im August vergangenen Jahres kam es vor diesem Laden zu einer Schießerei. Ein Mann wurde bei der Tat zuerst mit vier Messerstichen schwer verletzt. Als er sich blutend zum Auto schleppte, wurde auch geschossen.

Ja, aber direkt vorweg: Damit hatte ich überhaupt nichts zu tun.

Es gab einen Haftbefehl gegen Sie. Ihnen wurde die Beteiligung an versuchtem Totschlag beziehungsweise gefährlicher vorgeworfen.

Ich war aber nicht beteiligt, und der Haftbefehl wurde inzwischen aufgehoben. Kein Plan, was das für eine Scheiße war. Ich war zum Tatzeitpunkt nicht mal in Köln. Ich saß im Auto auf dem Rückweg von einem Festival in Hannover. Weil ich ein Facebook-Livevideo gemacht hatte, konnte ich das der auch beweisen. Und auch die Sendemastdaten, in denen mein Handy eingeloggt war, belegen das.

Warum wurden Sie trotzdem verdächtigt?

Es gab wohl jemanden, der behauptete, ich wäre dabei gewesen. Und diesem Zeugen hat die wohl Glauben geschenkt.

Angeblich ging es bei dem Streit um eine Fehde zwischen Ihnen und dem Rapper KC Rebell. Der Mann, der angegriffen wurde, war der Geschäftsführer von Rebells Shisha-Bar.

Ganz ehrlich? Wir sind nicht in den USA. Hier schießen Rapper nicht aufeinander. Für mich kam diese ganze Sache doch zu einem denkbar beschissenen Zeitpunkt. Gerade war mein Album mit "Haftbefehl" rausgekommen. Wir gaben Interviews in einer fetten Hotelsuite und standen kurz darauf auf Platz eins. Wir waren dabei, die Wodkaflaschen zu köpfen, als ich durch einen Anruf meines Anwalts erfuhr, dass ich per Haftbefehl gesucht werde.

Was hat Ihr Rapperkollege "Haftbefehl" zu Ihrem Haftbefehl gesagt?

Der meinte: Brudi, du verarschst mich doch. Ich meinte nur: Nein, Diggi. Dann bin ich geflüchtet.

Sie sagen, Sie hatten nichts mit dem Vorfall zu tun. Warum flohen Sie dann?

Viele Leute sitzen erst mal unschuldig in U-Haft. Und ich kenne mich aus mit der Justiz. Ich saß schon im Irak und in den USA im Knast. Deshalb wollte ich erst mit meinem Anwalt reden und erfahren, was die Staatsanwaltschaft mir vorwirft. Vier Tage lang habe ich mich in einer Wohnung in Berlin versteckt.

Was riet Ihnen Ihr Anwalt?

Der sagte, dass ich als gefährlich eingestuft werde. Die Polizei nahm wohl an, dass ich schwer bewaffnet auf der Flucht sei, was Bullshit war. Mein Anwalt sagte: Wenn es an der Tür klopft, zieh dich nackt aus und leg dich auf den Boden, sonst knallen die dich ab! Das war absurd. Ich saß in Socken, Boxershorts und mit einer Schüssel Cornflakes in meinem Versteck.

Einige Menschen behaupteten, die ganze Aktion war nur dafür da, um Werbung für Ihr Album zu machen.

Das ist Quatsch. Mit einer Stecherei mit richtigen Verletzten macht man in Deutschland keine Promo. Ein abgesessener Goldraub, okay. Aber Menschen totschlagen? Die Sache war totale Scheiße für mein Business. Alle Konzerte mussten abgesagt werden.

Nach einigen Tagen Flucht stellten Sie sich auf einer Polizeidienststelle in Köln.

Ich hatte schon die gepackte Knast-Tasche dabei. Schlappen, DVD-Player, Rap-CDs. Im Geist hatte ich mich darauf eingestellt, wieder einzusitzen. Ich war ja kein Unbekannter. Stattdessen erkundigten sich die Beamten, was denn ein Beef sei. Ich durfte dann für 50.000 Euro Kaution wieder gehen.

Sie sind immer noch auf Bewährung, weil Sie im Dezember 2009 als Polizist verkleidet einen Geldtransporter überfielen. Sie und zwei Komplizen raubten damals Schmuck und Zahngold im Wert von 1,7 Millionen Euro.

Die Sache habe ich fünf Jahre lang abgesessen. Eine Drogenlieferung lief damals schief. Plötzlich brauchte ich Geld, sehr viel Geld. Ich sah keine andere Möglichkeit, mich aus dieser Situation zu befreien.

Die Beute ist bis heute verschwunden. Es soll noch eine Soko geben, die danach sucht. Was können Sie zur Aufklärung beitragen?

Leider nichts. Ich habe keine Ahnung, wo das Geld ist.

Schwer zu glauben.

Ist aber so.

Vielleicht kommen wir ja bei Ihrer Herkunft weiter. Sie wurden als Teil einer kurdischen Minderheit im Iran geboren. Wie war Ihre Kindheit?

Die ersten Erinnerungen meines Lebens sind Erinnerungen an den Knast. Meine Eltern waren kurdische Freiheitskämpfer. Als ich drei Jahre alt war, wurden meine Eltern von irakischen Sicherheitskräften verhaftet. Wir landeten in einem Gefängnis in Samawa, einer Stadt in der Nähe von Bagdad. Dort hausten wir mit 20 Gefangenen in einer Zelle. Einige Monate lang. Die Hölle.

Ihre Eltern kämpften damals in der Demokratischen Partei Kurdistans.

Noch heute kämpfen Teile meiner Familie gegen den IS im Irak. Meine Familie war immer schon rebellisch. Eine Löwenfamilie. Für ihren Kampf um die Freiheit saß meine Mutter im Gefängnis. Sie sollten die Positionen der kurdischen Rebellen verraten. Aber sie schwieg, selbst unter Folter. Nur die Narben auf ihrem Körper erzählen bis heute davon. Ich bin froh, dass sie noch lebt. Zu Zeiten der Islamischen Revolution wurde sonst fast jeder einfach abgeknallt. Zwei meiner Onkel sind so gestorben, öffentlich hingerichtet im Fernsehen.

Als Sie fünf Jahre alt waren, kam Ihre Familie mithilfe einer Menschenrechtsorganisation erst nach Paris, dann nach Bonn. Ihr Vater arbeitete als Komponist und schrieb Sinfonien, die an der Frankfurter Oper aufgeführt wurden.

Wir waren arm, aber Bildung war eine große Sache in meiner Familie. Ich war einer der wenigen unter meinen Freunden, die es aufs Gymnasium schafften. Ich bemühte mich und war am Anfang ein richtiger Musterschüler, aber ich fühlte mich ungerecht behandelt. Mir erschien das Leben wie ein Restaurant, in dem ein riesiges Büfett aufgebaut war. Jeder nahm sich, was er wollte. Nur gab es vor diesem Büfett eine Art unsichtbare Glasscheibe für uns Kanaken. Ich konnte alles sehen, aber nie mitessen. Ich wollte aber auch was vom Büfett.

Statt Abitur machten Sie eine Gangsterkarriere.

Die Schule hatte mich damals abgefuckt, und zu Hause gab es nur Streit. Meine Eltern waren kurz davor, sich zu trennen. Deshalb war ich fast nur noch mit den Jungs auf der Straße unterwegs. Wir nannten uns "BBA" – die Brüser Berg Asis. Irgendwann boten mir ein paar ältere Jungs an, mir eine eigene Wohnung zu bezahlen. Für 700 Mark. Drei Zimmer. In einem schönen Viertel, wo nur Deutsche lebten. Viele Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums waren meine Nachbarn. Ich fühlte mich wie der König der Welt.

Warum?

Ich bekam Respekt. Meine Wohnung wurde zum Bunker für Drogen. Für Koks, für Gras, das wir verkauften. Ich war eigentlich noch ein Kind, aber ich genoss es, wie mir plötzlich auch ältere Jungs in den Hintern krochen und mir Respekt entgegenbrachten. Das war die Anerkennung, die mir sonst in meinem Alltag gefehlt hatte.

Nahmen Sie selbst auch Drogen?

Ich habe alles probiert, schon sehr früh, vor allem gekifft habe ich, aber irgendwann war alles nur minus, und ich hing nur noch faul herum. Da habe ich aufgehört.

Sie geben sich zwar als Asi, aber Sie können die Mondscheinsonate spielen. Wären Sie heute ein Klassik-Komponist wie Ihr Vater, hätten Sie doch auch soziale Anerkennung bekommen. Haben Sie rückblickend das Beste aus Ihren Chancen gemacht?

Keine Ahnung. Natürlich kann es sein, dass es auch anders gegangen wäre, aber damals fühlte es sich eben nicht so an. Ich war hungrig, ungeduldig, ein wütender Teenager. Ich dachte irgendwann: Ich muss einen anderen Weg gehen. Einen schnelleren – wer seine Träume leben will, darf nicht schlafen.

Sie wollten "para" machen, Geld. In Ihren Musikvideos tragen Sie dicke Goldketten. Warum ist Ihnen Geld so wichtig?

Ganz einfach, weil wir keins hatten. Meine Mutter ging putzen, mein Vater ist abgehauen. Es war nicht schön mit anzusehen, wie sich meine Mutter Tag für Tag abmühte. Dazu kam, dass ich auf dem Gymnasium wie ein Außenseiter behandelt wurde. Die Deutschen nannten mich einen Asi. Zu den Geburtstagen wurden alle eingeladen. Außer mir. Ich wurde dann der Asi, den sie wollten.

Rapper Xatar während eines Konzertes

Rapper Xatar während eines Konzertes


Sie haben mal gesagt: Als ich den Asi in der Schule spielte, bekam ich das erste Mal im Leben Anerkennung.

Ja, das stimmt. Und das ist bis heute so geblieben. Warum will plötzlich das Feuilleton großer Zeitungen mit mir reden? Warum sitzen wir jetzt hier zusammen? Das hat doch immer wieder mit meiner kriminellen Vergangenheit zu tun, mit dieser Schießerei, meinem Image und mit meiner Gangsterrapmusik, die viel von der Straße erzählt. Dann kommt plötzlich ein anerkannter Teil der Gesellschaft und will mit mir reden. Alles andere, was ich vorher probiert habe, hat nicht funktioniert. Da wollte keiner mit mir reden. Schauen Sie: Die Rapper, die aussehen wie ich und auf intellektuell machen, wo sind die? Ich kenne viele. Die rappen gut. Aber da läuft nichts. Will keiner hören, will keiner kaufen.

Haben Sie das kriminelle Leben inzwischen hinter sich gelassen?

Mit meinen Erfahrungen kann ich über die Zukunft nichts mehr sagen. Als ich aus dem Knast kam, dachte ich, ich bin raus aus dieser Art Leben. Und dann war ich doch wieder auf der "Bild"-Zeitung mit der Schlagzeile, dass ich europaweit per Haftbefehl gesucht werde. Ich habe den Willen, es besser zu machen, aber ausschließen kann ich es nicht.

Demnächst spielen Sie an der Seite von Moritz Bleibtreu in einem Kinofilm.

Ja, Moritz hatte eine Baba-Suite im Hyatt in Köln, und ich kam mit SSIO (Anmerkung der Redaktion: Rapper und Freund von Xatar) dahin. Wir saßen mit dem Regisseur Özgür Yildirim, und sie sagten, sie feiern unsere Musik seit Tag eins. War eine riesige Ehre für uns. Über den Film darf ich aber noch nichts verraten.

Die Rapperin Schwesta Ewa, die bei Ihrer Plattenfirma unter Vertrag steht, sitzt zurzeit in Untersuchungshaft. Ihr wird vorgeworfen, minderjährige Frauen, vermutlich Fans von ihr, zur Prostitution gezwungen zu haben.

Ja. Ein Schock.

Was sagen Sie zu den Vorwürfen?

Ich habe davon erst aus der Zeitung erfahren, und ich stehe voll hinter Ewa. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, und solang die Vorwürfe nicht bewiesen sind, gilt ganz klar die Unschuldsvermutung. Ewa hat viele Freunde aus dem Milieu, und da gibt es viel Neid, wenn einer mehr Geld hat als andere. Vielleicht wurde da etwas ausgesagt, um ihr zu schaden.


Wie haben sich der Rapper Xatar und die ehemalige Prostituierte Ewa Müller kennengelernt?

Ewa war immer auf dem Sommerstrich in Bonn. Die Jungs haben sie ins Viertel mitgebracht. Ewa war cool und hübsch. Wir haben zusammen gechillt, Gras geraucht und viel gefeiert. Wir waren wild. Immer Party, immer Schlägereien. Später ist sie, wie es bei Huren so ist, in andere Städte gegangen, aber sie kam immer wieder im Sommer nach Bonn.

Ewa Müller wollte es Ihnen gleichtun: Sie wollte eine Rapkarriere starten.

Als ich im Knast saß, kam sie mit ihrem Rap-Ding zu mir. Da habe ich gesagt: Dann sign ich dich, ich nehme dich bei meinem Label "Alles oder Nix" unter Vertrag. Das war ein großer Schritt, sie war eine Hure. Es ist ein Unterschied, ob du eine Hure bist, oder ob alle wissen, dass du mal eine warst. Da gibt es kein Zurück mehr, wenn es nicht läuft. Aber es ist gut gegangen. Sie war mit ihrem Debüt auf Platz elf. Keine Frau hat im Rap mehr verkauft seit Sabrina Setlur.

Haben Sie Ewa schon in Untersuchungshaft besucht?

Nächste Woche werde ich hinfahren. Ich hab ihr schon Rap-CDs ins Gefängnis geschickt. Ich weiß, wie es ist im Knast. Da dreht man schnell durch, wenn man nichts zu tun hat.

Für viele junge Fans sind Sie ein Vorbild. Haben Sie diese Anerkennung verdient?

Als ich wegen des Raubes in Untersuchungshaft in Stammheim saß, lernte ich einen jungen Typen kennen. Der hatte mit Freunden eine Spielhalle überfallen. Zur Einstimmung auf den Raub hatten die meine Musik gehört und sich dabei dicke Eier wachsen lassen. Ich hab zu ihm gesagt: Was willst du jetzt von mir? Dass ich dich dafür feiere? Du Vollidiot! Ich sehe deine Mutter jedes Mal im Besuchsraum weinen.

Sie haben Ihrer Mutter aber auch keine Tränen erspart.

Ja, und das ist das Einzige, was mich im Gefängnis wirklich mitgenommen hat: wenn mich weibliche Familienmitglieder besucht haben. Sie leiden am Herz. Was ich aber sagen will: Ich möchte heute kein Vorbild mehr dafür sein, dass Jugendliche Mist bauen. Im Gegenteil, ich möchte Kindern und Jugendlichen helfen, denn mir hat früher niemand geholfen. Sie sollen besser aufwachsen und an ihre Träume glauben. Gerade gründe ich eine Stiftung "Xatar – Für Kinder in Gefahr". Ich habe 2016 ein Benefizkonzert veranstaltet, um von den Einnahmen im Irak ein Waisenhaus zu bauen. Wir sammeln noch. Arafat (Abou-Chaker, Anm. d. Red.) hat auch schon Geld gespendet. Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich KC Rebell nicht auf seinen Track antworten werde.

KC Rebell hat Sie in einem Song beleidigt. Er nannte Sie einen "Dönerverkäufer ohne Hits" und verglich Ihr Gesicht mit seinem Schwanz. Warum wollen Sie ihm nichts, wie im Hip-Hop üblich, entgegnen?

Ich habe schon oft in meinem Leben Cowboy gespielt, aber dann richtig. Ich komme aus der Gewalt, aber habe sie nie geliebt. Ein Hip-Hop-Lied ist für mich kein Cowboyspiel. Musik ist für mich Kunst. Ich werde meine Kunst nicht für so einen Mist opfern. Die Zeiten gerade sind schon gewalttätig genug. Frauen werden in der U-Bahn die Treppe runtergetreten, die Stimmung ist aufgeheizt, Flüchtlinge, Krieg, IS. Da kann ich nicht noch kommen und die Stimmung noch weiter anheizen. Das ist asozial.


Das Interview mit Xatar ist übernommen aus dem aktuellen stern



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