. .
Musik-News
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
30. Mai 2008, 09:58 Uhr

"Das war eine komische Geschichte"

Nicht nur ganz Recklinghausen stand hinter ihm: Haushoch gewann Thomas Godoj die Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar". Im Gespräch mit stern.de gibt er sein Erfolgsrezept preis und gesteht, welche Boygroup er auf Kassette hat.

DSDS, Godoj, Superstar, Casting

Thomas Godoj ist Deutschlands neuester Casting-"Superstar"© Picture Alliance/Jazz Archiv

Auf einer Skala von Eins bis Zehn - wie schräg ist der Rummel für Sie, der gerade um Ihre Person gemacht wird?

Zehn. Alles sehr neu, alles sehr lehrreich. Es ist viel, und auch stressig, man bekommt wenig Schlaf. Aber es macht Spaß. Den Sieg habe ich bisher noch nicht so ganz verarbeiten können, weil ich gar keine Zeit hatte, das alles Revue passieren zu lassen.

Nach dem Finale von DSDS wurden die Anrufer-Zahlen der einzelnen Sendungen bekannt gegeben: Sie lagen die ganze Zeit mit bis zu über 50 Prozent vorne.

Da war ich auch überrascht. Ich musste ja in zwei Sendungen nach vorne, obwohl mein Weiterkommen offensichtlich gar nicht auf der Kippe stand. Das war eine komische Geschichte.

Sie haben ja bereits in mehreren Bands gesungen. Wann genau haben Sie mit der Musik angefangen?

Ich habe 2001 meine erste Band gegründet. Dann haben wir in Recklinghausen einen Newcomer-Wettbewerb gewonnen und sind Publikums- und Jury-Sieger geworden.

Haben Sie in der Band die Songs geschrieben?

Wir haben das zusammen gemacht. Manchmal hatte ich eine Melodie im Kopf und wir haben gemeinsam daran gefeilt. Wir haben sehr viel Zeit im Proberaum verbracht.

Spielen Sie selber eigentlich auch Instrumente?

Ich kann ein paar Griffe auf der Gitarre, aber nicht so, dass ich gleichzeitig singen kann.

Ist es schwieriger, Songs zu singen, die man nicht selber gemacht hat?

Ja. Beim Covern kommt es eben immer drauf an, was man draus macht. Deswegen habe ich immer versucht, meine eigene Note rein zu bringen. Andererseits ist es wichtig, dass man das Stück noch wieder erkennt. Das war aber auch sehr wichtig für die Gesangslehrer.

Zwischendurch haben Sie in der Sendung häufiger verwundert gesagt: "Ich mach doch nichts anderes als vorher." Gab es einen Moment, an dem Sie gedacht haben: "Diesen Wettbewerb kann ich jetzt gewinnen!"?

Nee, ich bin eher so ein Typ, der versucht, sich nicht verrückt machen zu lassen. Ich hab mir immer gesagt: "Bleib locker, konzentrier dich auf die nächste Show. Finde deinen Weg, irgendwie." Man darf sich nie zu früh freuen. Auch jetzt nicht, auch als Sieger nicht. Man weiß einfach nicht, was auf einen zukommt und wie sich das entwickelt.

Wie wäre es Ihnen denn am liebsten?

Na ja, jetzt ist erst mal das Album geplant. Wir haben mit dem Management und der Plattenfirma Songs ausgesucht und werden eine gemischte Platte machen - mit deutschen und englischen Liedern.

Und wird es eine Band geben, mit der Sie auf Tour gehen?

Genau. Ich werde mir eine Band zusammensuchen. Gitarrist und Schlagzeuger kommen von meiner ehemaligen Band Wink.

Stichwort Bandauflösung: War für Sie von dem Moment an klar, dass Sie alleine weiter Musik machen würden?

Nein, das war mir überhaupt nicht klar. Ich war erstmal total down. Weil man soviel Zeit investiert hat und so viel Herz. Jedes mal, wenn sich eine Band trennt, ist das, als ob eine Beziehung auseinander geht. Die Band hat sich nicht aufgelöst, weil wir uns gestritten hätten - es waren, wie fast immer, finanzielle Gründe. Ob man mit mäßigem Erfolg weiterhin in einer Band spielen will, ist ja auch eine Entscheidung für ein gewisses Leben. Manche sagen: "Mann, zwei Jahre schon ohne Geld zu verdienen". Aber da muss man Geduld haben und durchhalten. Und natürlich auch finanzielle Abstriche machen. Heutzutage ist das nun mal so: Wenn du in Clubs auftreten willst, muss du erst mal in Vorkasse gehen und ein gewisses Kontingent an Karten kaufen. Am Ende kann man froh sein, wenn man plus minus null raus kommt. In Recklinghausen gibt es eine Band namens Heartbreak Motel, die spielen schon seit 7 Jahren zusammen. Die cruisen immer noch durch die Weltgeschichte mit ihrem kleinen Bulli. Und obwohl die richtig gut sind, spielen die fast für nix. Davor habe ich tiefen Respekt. Alle wollen Musik haben, aber keiner will dafür zahlen. Und wenn man keine große Fan-Base nachweisen kann, interessieren sich die Plattenfirmen einfach nicht für dich.

Welche Musik haben Sie gehört, bevor Sie selbst angefangen haben?

Also ich hab früher immer Metal gehört. Auch Gothic-Rock, Type 0 Negative, Nirvana, sehr breit gefächert. Ich hatte auch mal eine Kassette von New Kids On The Block. Da war ich allerdings erst 13.

Verfolgen Sie das, was zum Beispiel in der "Bild"-Zeitung über Sie steht?

Naja, ich kauf sie mir nicht. Da wird so viel geschrieben, das verwirrt einen nur. Ich habe versucht, meine Sache gut zu machen und mich nicht aus der Reserve locken zu lassen. Ich hab mir gesagt: Was sollst du dich jetzt verrückt machen. Die Leute schreiben eh was sie wollen.

Man kann es sowieso nicht kontrollieren.

Ich glaube, vom Kopf her lebt man besser, wenn man das gar nicht erst versucht.

Sie sind gerade bei der Grand-Prix-Party aufgetreten. Sind Sie nervös vor so einem Auftritt?

Naja, ich hab ja vorher schon Musik gemacht. Mit meiner Band Cure of Souls standen auch schon vier- bis fünftausend Leute vor der Bühne. Das war so mein erstes Highlight. Und der Auftritt mit Wink vor 2000 Leuten in der Münchner Muffat-Halle.

Wie wichtig ist Live-Spielen für Sie?

Sehr wichtig. Das ist so das wichtigste an der Musik, meiner Meinung nach. CD ja, aber die Leute wollen halt auch sehen, wie das live rüberkommt. Ich glaube, dass sich die Musik dadurch auch besser verkauft. Wenn ich jetzt von mir ausgehe, dann möchte ich ja auch sehen, wie ein Künstler, von dem ich die CD habe, das auf der Bühne macht. Und wenn das dann enttäuschend ist, sag ich auch, da lass ich die Finger von. Für ein schönes Konzert bezahl ich persönlich auch gern mal etwas Geld. Klar kann auch mal was schief gehen. Aber das gehört ja dazu.

Im Fernsehen war häufig zu hören, dass Ihre Mutter Sie überredet hätte, zum DSDS-Casting zu gehen.

Ja, schon vor 2 Jahren, als es die Band noch gab. Aber da wollte ich ja nicht. Da zählte nur die Band, Band, Band.

Also war's im Nachhinein gut für Sie, dass die Band sich aufgelöst hat - sonst wären Sie jetzt nicht hier?

Das kann man so und so sehen, nicht wahr?

Und wie hat Ihre Mutter Sie schließlich überredet?

Sie ist eine leidenschaftliche DSDS-Guckerin und hat immer gesagt: "Thomas, mach doch auch mal mit" Und ich sagte: "Nein!" Und nach der Bandauflösung stand ich eben vor der Frage: Was machst du jetzt eigentlich? Ich hab 8 Semester Bauwesen studiert, war schon 7 Jahre aus meinem Beruf aus Maschinenbauzeichner raus. Ich habe mich gefragt, ob ich es jetzt weiter mit der Musik versuchen soll. Oder ob ich etwas "Vernünftiges" mache. Sprich Bauzeichner oder Hochschulabschluss.

  zurück
1 2
 
 
KOMMENTARE (10 von 22)
 
ullale (31.05.2008, 16:53 Uhr)
Dankeschön
Ich möchte mich vollinhaltlich den Ausführungen von claupau (30.05.08 -11.54 Uhr) anschließen:
"Danke...
... für einen Artikel jenseits des seichten Boulevard-Journalismus
... dafür, daß Sie sich entschieden haben, nicht einen "Star", der keiner sein will, zu interviewen, sondern einen Musiker, der genau das mit Leib und Seele ist!"
Toll kommentiert - ebenso wie ihr Artikel recherchiert und geführt. Dafür noch einmal: Dankeschön!
MisterBrezeldent (30.05.2008, 15:02 Uhr)
Entschuldigung...
Hallo nochmal. .... Also ich hätte da einen sinnvollen Vorschlag für all die Heimsuchungswilligen hier. Wie wäre es denn mit einem medizinischen Grundstudium und der weiteren Spezialisierung zum Facharzt für Augenheilkunde. Sie könnten dann zusammen mit Herrn Polen in aller Ruhe nach dem Grauen und dem Grünen Star suchen ... ohne für einigermassen geradeausdenkende Mitbürger die Flimmerkiste zuzumüllen. Wäre eine echte Wohltat - nicht nur für die Ohren, sondern sogar auch fürs Auge.... Nö? War ja auch nur so eine Idee.
claupau (30.05.2008, 11:54 Uhr)
Danke...
... für einen Artikel jenseits des seichten Boulevard-Journalismus
... dafür, daß Sie sich entschieden haben, nicht einen "Star", der keiner sein will, zu interviewen, sondern einen Musiker, der genau das mit Leib und Seele ist!
Wie man sieht, kann man so gut vorbereitet wie Sie ein Interview mit Substanz und viel Informationsgehalt zu Stande bringen - davon könnten sich andere Journalisten gerne eine Scheibe abschneiden!
paulali (30.05.2008, 11:27 Uhr)
ich wünsche
Ich finde, Thomas ist einfach ein guter Typ und ich wünsche ihm ganz viel Erfolg, ganz viel Spass weiterhin und viel Geld !!
Feli2008 (30.05.2008, 11:10 Uhr)
Wohltat!
Endlich einmal ein Interview, dass sich aus dem Boulevarjournalismus der letzten Wochen zum Thema TG wohltuend hervorhebt. Hier geht es nur um das Wesentliche - um die Musik! Ich denke, auch für Thomas Godoj war es ein Highlight, endlich einmal über das reden zu dürfen, was ihm schon immer am Herzen gelegen hat, nämlich Musik machen! Ich wünsche ihm viel Erfolg und drücke ihm die Daumen, dass seine Fans auch nach einem Jahr hinter ihm stehen. Denn verdient hat er sich diesen Erfolg allemal nach den vielen Jahren harter Arbeit in diesem Genre.
Der Stern Verlag danke ich für dieses Interview!
rudipups (30.05.2008, 11:03 Uhr)
Fairness ist nicht immer selbstverständlich !
Danke für einen Artikel, der fair, respektvoll und mit sachlichem Hintergrund geführt worden ist. Dieses sind nach meinen Erfahrungen der letzten Tage Werte, die nicht immer bei deutschen Journalisten hoch gehalten werden. Da wird dann Höfflichkeit, Bodenständigkeit und Anstand als langweilig, miesepetrig und uninteressant hingestellt.
Thomas Godoj spaltet die Nation - und das ist gut so. Über Geschmack sollte man nicht streiten, nicht jeder muß alles mögen. Aber, jeder Künstler hat eine faire Chance verdient. Und es sollte nicht über die gelästert werden, die ihn als Fans unterstützen. Wer ihn nicht mag, kann wegsehen und seine Fans werden ihm hoffentlich in einem Jahr noch genauso zujubeln können.
laketahoe (30.05.2008, 09:58 Uhr)
@Clamaria
Von mir aus kann jeder hören, was immer gerade gefällt, auch wenn mir bei dieser Musik schlichtweg die Ohren abfallen und letztendlich auch so was wie Abba nach heutigen Maßstäben nur lustiger "Primitvpop" ist.
Ich wollte an dieser Stelle nur festhalten, dass sehr wohl Talent und Können in Castingshows zu beobachten sind; und dass dieser Abgesang auf die Castingshow-Produkte, ganz besonders dann, wenn er von irgendwelchen groß gewordenen Schülerbands und den sonstigen üblichen Verdächtigen kommt, einfach lächerlich ist.
Konkret: Wenn Judith Holofernes oder Nena über Linda aus DSDS lästern wollten, dann sollten sie erst mal ihre eigenen Hausaufgaben machen. Grausam, wer hier aller groß wird!
Soviel noch zur latent abwertenden Haltung den Castingprodukten gegenüber.
Und so gut wie Godoj singt hierzulande im U-Bereich bisher auch niemand. Aber Stimmen und erst recht Songs sollen selbstverständlich Geschmackssache bleiben.
Clamaria (30.05.2008, 09:57 Uhr)
Also.....
1. Ich mag TG
2. Ich gönne ihm seinen Erfolg und bin nicht neidisch.
Ich glaube aber, dass das inflationäre Produzieren von Songs und Alben nicht viel bringt. So.
Sublucem (30.05.2008, 09:48 Uhr)
Bitte draußen bleiben ;)
Wer es nicht mag, der hört eben nicht hin. Kinder, wo bleibt die gute Erziehung, oder liegt es an der Anonymität des Netzes. Rennt man als Tennis-Fan in die nächste Sitzung des örtlichen Fußballvereins um zu sagen, wie doof man Fußball findet?
Leute, Leute, Leute... Meinungsfreiheit ist schön und gut, aber dazu gehört auch, dass man nicht ständig mit dem Frust des anderen konfrontiert wird ;)
Felsen2000 (30.05.2008, 09:42 Uhr)
Klasse!
1. So sollte ein Interview sein! Man merkt, dass sich die Journalistin auf ihren Gesprächspartner vorbereitet hat. Eigentlich eine Selbstverständlichkiet. Eigentlich...
2. Wer TG nicht mag, muss ihn nicht anhören. Auch im Radio kann man nötigenfalls den Kanal wechseln.
3. Wer TG als Rhetortenmusiker bezeichnet, ist eindeutig ahnungslos. TG hat jahrelange Musik- und Bühnenerfahrung und entstammt der vielfältigen Musikszene des Ruhrgebietes. Damit ist TG das genaue Gegenteil eines "Rhetortenmusikers"; ganz im Gegenteil hat sich TG hochgearbeitet und entwickelt. Jeder kann das anhand der alten Aufnahmen auf YouTube selbst nachvollziehen.
4. Godoj ist nicht DSDS. TG kann nichts für DSDS, er hat das weder erfunden noch produziert. Er hat das nur als Spungbrett verwendet und daran ist ja wohl nichts verwerfliches.
MfG Frank
MEHR ZUM ARTIKEL
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft