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Rum, Rock und Revolution

Früher verpönt, jetzt gefeiert: Nach der Abreise von US-Präsident Obama haben die Rolling Stones ihren großen Auftritt in Havanna. "Die Zeiten ändern sich", meinte Mick Jagger. Zu dem Gratis-Konzert strömten fast eine halbe Million Kubaner.

  Zuschauer auf dem Weg zum Gratis-Konzert der Rolling Stones am 25. März in Havanna

Zuschauer auf dem Weg zum Gratis-Konzert der Rolling Stones am 25. März in Havanna

Die Rolling Stones gibt es fast so lange wie die Revolution in Kuba - sie rocken seit 1962, als die Welt wegen der Stationierung sowjetischer Raketen auf der Insel am Rande eines Atomkrieges stand.

Dass sie in Havanna noch einmal so richtig aufdrehen dürfen, gar in der Woche, wo schon US-Präsident Barack Obama mit seinem Besuch beim früheren sozialistischen Erzfeind politische Geschichte geschrieben hat, ist etwas Besonders für die Stones.

Unter Revolutionsführer Fidel Castro war die Musik der Briten verpönt, sie galt als dekadenter Auswuchs des Kapitalismus. Der rockhistorische Auftritt, der auch Tausende Briten, Deutsche und Stones-Fans aus anderen lateinamerikanischen Staaten angelockt hat, fehlte den Briten in ihrer Vita.

Nach Angaben der Stones wurde das kostenlose Konzert auch mit Hilfe einer Stiftung von der Karibikinsel Curaçao finanziert, die sich für internationale Verständigung und kulturellen Austausch einsetzt.


Ein Anti-Kommerz-Konzert

Keine Verkaufsstände mit Essen, Getränken, Platten und T-Shirts. Die Fans haben - trotz offiziellem Alkoholverbot - Tüten-Rum der Marke Tumbao dabei, schon sechs Stunden vor Beginn strömen sie auf das Gelände. Hier gibt es nur Zigarren-, keinen Marihuana-Geruch. Als kubanische Version des Dixi-Klos dienen Metallboxen, die auf Gullideckel gestellt wurden, Männer wie Frauen müssen den Toilettengang im Stehen verrichten, alles läuft direkt in die Kanalisation.

Mitte April steht der Parteikongress der kommunistischen Partei an. Da wird sich zeigen, ob der von Raúl Castro nach dem Abtritt seines Bruders Fidel verstärkte Öffnungsprozess fortgesetzt wird. Er will mehr Touristen anlocken und das US-Embargo komplett zu Fall bringen, um den Handel auszuweiten und so die Staatskasse zu füllen.

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