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Die Wegbereiterin von Amy Winehouse ist tot

Lange bevor Amy Winehouse zum Superstar aufstieg, arbeitete Sharon Jones am Comeback des Retro-Soul. Nun ist die Sängerin im Alter von 60 Jahren ihrer Krebserkrankung erlegen.

Sharon Jones

Sharon Jones ist im Alter von 60 Jahren ihrer Krebserkrankung erlegen.

Ohne keine Amy Winehouse. Auf diese Formel könnte man das Wirken der amerikanischen Soulsängerin bringen, die am Freitag im Alter von 60 Jahren gestorben ist. Zusammen mit ihrer Begleitgruppe The Dap-Kings veröffentlichte sie seit 2002 insgesamt sieben Alben, die es zwar nie an die Spitze der Charts schafften, dafür großen Einfluss auf die Musikszene ausübten, indem sie den klassischen Soul wieder ins öffentliche Bewusstsein rief.

Sharon Jones hat eine für dieses Genre geradezu typische Karriere hingelegt. Sie kommt wie so viele Soulsänger aus dem Süden Amerikas. Geboren wurde sie 1956 in Augusta, Georgia, wo auch James Brown aufgewachsen ist. Sie durchlief die gleiche künstlerische Entwicklung wie ihre musikalischen Vorläufer, darunter Aretha Franklin, Ray Charles oder eben James Brown: Auch Jones begann zunächst als Sängerin in einem Gospel-Chor. 

Sharon Jones wartete lange auf den Durchbruch

In ihrer Jugend zog sie mit ihren Eltern nach New York. Ihr musikalischer Durchbruch ließ zunächst auf sich warten, so musste Sharon Jones zunächst als Gefängniswärterin arbeiten. Als sie 1996 ihre erste Single veröffentlichte, war sie 40. Aber auch das setzte ihre Karriere nicht in Gang. Es dauerte bis 2002, ehe alles passte. Sharon Jones war inzwischen beim neugegründeten Plattenlabel Daptone Records unter Vertrag. Hier fand sie endlich die Begleitmusiker, mit denen sie zusammen ihre aufnehmen konnte: The Dap-Kings. Die aus den Soul Providers hervorgegangene Band spielte einen Sound, der an die goldene Ära des Soul in den 60er Jahren erinnert, als Künstler wie Otis Redding, Wilson Pickett und das Label Stax den Soundtrack zur Bürgerrechtsbewegung lieferte.

Mit ihren Live-Auftritte erspielten sich Sharon Jones & The Dap-Kings einen exzellenten Ruf. Doch wie so oft in der Geschichte der populären Musik war es eine weiße Künstlerin, die mit der Musik der Schwarzen reich wurde. Für ihr zweites Album "Back to Black" heuerte 2006 die Dap-Kings an - und schaffte es damit in zahlreichen Ländern auf die Nummer 1, in den USA immerhin auf Platz 2. 

Der Erfolg von Amy Winehouse zog auch Sharon Jones mit

Immerhin: Auch Sharon Jones profitierte ein wenig von dem Erfolg. Ihre Konzerte erhielten im Windschatten von Amy Winehouse' Triumph größeren Zulauf, ihr Album "I Learned the Hard Way" schaffte es 2010 in den USA sogar auf Platz 15.

2013 wurde bei Sharon Jones ein Krebsleiden entdeckt. Die Sängerin sagte ihre für den Sommer geplante Tournee ab und unterzog sich einer Chemotherapie. 2014 kehrte sie auf die Bühne zurück, spielte auch in Deutschland fünf Konzerte. Mit "Give the People What They Want" (2014) und "It's a Holiday Soul Party" (2015) veröffentlichte sie noch zwei weitere Alben. Noch im Sommer dieses Jahres trat sie öffentlich auf. "Raus auf die Bühne zu gehen, das ist meine Therapie", sagte sie der "New York Times". Als sie starb, war nicht nur die Familie an ihrer Seite. Auch ihre musikalischen Weggefährten, die Dap-Kings, wachten an ihrem Totenbett.

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