Cro war früher mal Cartoonist, jetzt ist er erfolgreicher Rapper - und der erste deutsche Facebookstar. Für den stern ließ er sich auf ein besonderes Interview ein: Er zeichnete die Antworten. Von Nora Gantenbrink und Aicha Reh
Die Geschichte von Rapper Cro ist ein deutsches Facebook-Märchen. Der Held dieser Geschichte trägt eine Pandamaske, und ähnlich kuschelig sind auch seine Songs. Der Name des Pandas: Carlo Waibel. Er ist Anfang 20, möchte nicht erkannt werden und wohnt in der Nähe von Stuttgart, zurzeit bei Mama. Aber viel daheim ist er nicht mehr. Seine Tour war ausgebucht. Sein Album "Raop" stand wochenlang an der Spitze der Charts. Die Musikausstattung, die er für seine Karriere brauchte, ist so schlicht wie sein Künstlername Cro (Carlo strich einfach jeden zweiten Buchstaben aus seinem Vornamen): ein Mikrofon, ein Computer, selbst gemachte Beats.
Geplant hat er diese Karriere nicht: Nach dem Fach-Abi machte der Schwabe eine Lehre zum Mediengestalter, anschließend arbeitete er als Cartoonist bei der "Stuttgarter Zeitung". Im November 2011 produzierte er zu Hause im Keller ein Lied namens "Easy". Es wurde via Facebook unzählige Male geteilt, geliked, gehyped.
"Easy" hat heute über 31 Millionen Youtube-Klicks; Cros Facebook-Seite rund 1,6 Million Fans. Für "Easy" bekam er die Goldene Schallplatte. Carlo Waibel hat jetzt schon viel mehr erreicht, als er erwartet hat. Jan Delay nennt ihn die "Zukunft des Deutsch-Rap". Anfragen großer Plattenfirmen lehnt Cro ab. Sein Motto: "Es geht auch ohne die. Indie is the new major."
Für den stern beantwortete der Pandastar Fragen via Filzstift und Block. Das ungewöhnliche Frage-Zeichnung-Interview finden Sie auf den nächsten Seiten.