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Nick Mulvey: Folkpop für Ausgeschlafene

Berlin - Die enge musikalische Verwandtschaft mit seinem Namenskollegen Nick Drake war unüberhörbar, als er sich vor drei Jahren erstmals auf dem Singer-Songwriter-Feld versuchte. Jetzt präsentiert sich Nick Mulvey eigenständiger und selbstbewusster.

Nick Mulvey

Nick Mulvey bestätig sein zauberhaftes Debüt. Foto: J Foxton

Die enge musikalische Verwandtschaft mit seinem Namenskollegen Nick Drake war unüberhörbar, als er sich vor drei Jahren erstmals auf dem Singer-Songwriter-Feld versuchte. Jetzt präsentiert sich Nick Mulvey eigenständiger und selbstbewusster.

«'Wake Up Now' ist ein Album, von dem ich immer geträumt habe», sagt der Brite, der einst im Neoklassik//Elektronik-Ensemble Portico Quartet zuhause war. «Ich habe mit der Band ganz spontan zusammengespielt, nicht allzu viel war geplant, die Arrangements entwickelten sich von selbst.»

Und er sei «froh, dass der Spaß, den wir hatten, in den Aufnahmen durchscheint», fügt Mulvey hinzu. Recht hat er. 

«Wake Up Now» (Fiction/Caroline) hat natürlich - wie so viele Alben in der Nachfolge des großen Britfolk-Barden - seine melancholischen Seiten. Schon allein wegen Mulveys oft wehmütig-klagender Stimme, etwa in den wunderschönen Balladen «Imogen», «When The Body Is Gone» und «Infinite Trees».

Aber insgesamt klingt diese Platte mit Fingerpicking-Gitarren,  weiblichen Chorstimmen, dezenten Elektro-Sprengseln und Worldmusic-Elementen (Anspieltipps: «Remembering» und das zart groovende «Myela» über das Drama der Flüchtlingskrise) doch viel sommerlicher, als der traurige Nick Drake es je für sich zuließ.

Damit ist Mulvey jetzt näher an Paul Simon oder Peter Gabriel. Beide wären auf einen Song wie das siebenminütige «In Your Hands» sicher stolz gewesen.

Das für den renommierten Mercury-Prize nominiertes Solo-Debüt «First Mind» (2014) war ein gelungener Sprung ins kalte Wasser für einen jungen Songwriter, der seine Helden verdammt gut studiert hatte. «Wake Up Now», betreut von den Top-Produzenten Ethan Johns und Dan Carey, ist nun nach der Gesellen- gewissermaßen die Reifeprüfung des 32-jährigen -Talents.

«Samen der Hoffnung gibt es überall», sagt Nick Mulvey über die bedrohliche Weltlage anno 2017. Seine zartbittere Musik macht diese Welt immerhin zu einem behaglicheren Ort.

Konzerte im Oktober: 23.10. Berlin, Musik und Frieden; 24.10. München, Strom; 25.10. Hamburg, Molotow

dpa

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