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17. Juli 2008, 19:09 Uhr
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Money, Money, Money

34 Jahre nach Abbas Grand-Prix-Sieg mit "Waterloo" werden weltweit immer noch jeden Tag 3000 Alben der schwedischen Popband verkauft. Die Verfilmung des Musicals "Mamma Mia!" spült nun erneut Millionen in die Kassen der Songwriter Benny Andersson und Björn Ulvaeus. Von Tobias Schmitz

Höchstens auf diesem Bild Randfiguren der ABBA-Erfolgsgeschichte: Benny Andersson (ganz links) und Björn Ulvaeus (ganz rechts) bei der Filmpremiere von "Mamma mia!" in Stockholm© Bob Strong/Reuters

Im Jahre 1966 trafen sich zwei junge Männer auf einer Party in Linköping, Schweden. Der eine war Benny Andersson, der andere hieß Björn Ulvaeus. Irgendwann im Laufe des Abends saßen beide mit Gitarren unter einem Baum und spielten Beatles-Songs. Die beiden mochten sich, schlossen Freundschaft und begannen, gemeinsam Lieder zu schreiben. Lieder, die auch heute noch, mehr als 30 Jahre nach ihrer Entstehung, unglaublich frisch und einnehmend klingen. Der Abba-Sound - eine unglaubliche Erfolgsstory.

Wie verkauft man zwischen 350 und 400 Millionen Tonträger? Mit harter Arbeit und ein wenig Glück. Glück war es, dass sich Benny und Björn trafen und wenig später in Anni-Frid (die Dunkelhaarige) und Agnetha (die Blonde) verliebten. Glück war es, dass Agnetha einen strahlenden Sopran besaß, Anni-Frid ("Frida") einen etwas dunkler gefärbten Mezzosopran. Beide Stimmlagen harmonierten perfekt miteinander.

Abba macht von Anfang an keine halben Sachen

Dann begann die Schufterei: Andersson und Ulvaeus saßen Tag für Tag von morgens bis abends zusammen, um mit Klavier und Gitarre Songs zu erfinden. Schien eine Idee gut genug zu sein, wurde sie im Studio zusammen mit Toningenieur Michael B. Tretow in mühsamster Kleinarbeit auf Hochglanz poliert. Nicht ganz so gute Ideen landeten gleich im Papierkorb und wurden gar nicht erst fertig produziert. Niemand in der Geschichte des Pop ging mit der eigenen Arbeit selbstkritischer um als Benny und Björn. Abba machte keine halben Sachen - auch geschäftlich nicht.

Ihr Handwerk als kluge Kaufleute lernten Andersson und Ulvaeus bei Abba-Manager Stig Anderson, einem cholerischen, arbeitswütigen Berserker, der Abbas Erfolg mit "Waterloo" wie einen Feldzug geplant hatte. Als Abba mit Hits wie "S.O.S.", "Mamma Mia" oder "Fernando" zu Stars wurden, reiste Anderson quer durch Europa und schloss Land für Land eigene Plattenverträge ab, die der Gruppe größtmögliche Kontrolle über ihre Musik und entsprechenden Profit garantierten. Mit dem explosionsartigen Erfolg von Abba schossen auch die Einnahmen durch Tantiemen in die Höhe. Zeitweise hieß es, niemand in Schweden verdiene mehr Geld als Abba - außer Volvo.

Die Band investiert in Kunstwerke, Supermärkte und Fahrradfabriken

Das besondere schwedische Steuerrecht mit einem Spitzensteuersatz von 85 Prozent bereitete Anderson Kopfzerbrechen. Also investierte die Band in so ziemlich alles, was sich günstig auf die Steuerlast auswirkte: unter anderem in Kunstwerke, Supermärkte oder Fahrradfabriken. Später stiegen die Schweden sogar ins Ölgeschäft ein. Ausgerechnet mit der gleichnamigen Fischfabrik hatte Abba nie etwas zu tun. Ihre Geschäftstüchtigkeit und Schlauheit im Umgang mit Steuergesetzen macht die Band im sozialdemokratischen Schweden der siebziger Jahre ziemlich unbeliebt: Eine Popgruppe sollte gefälligst Musik machen - und nicht wie ein international operierender Mischkonzern agieren.

So sparte die Öffentlichkeit auch nicht mit einer gewissen Häme, als das Abba-Imperium Anfang der achtziger Jahre in schwere Turbulenzen geriet. Manager Anderson hatte sich am Ölmarkt verspekuliert und dem Unternehmen Abba horrende Verluste beschert. Der Manager und seine Band sprachen von nun an größtenteils über ihre Anwälte miteinander.

Ein Musical bringt die zweite Geldschwemme

Natürlich verarmten die Schweden als mehrfache Millionäre nicht. Verwundert bemerkten sie ab Mitte der neunziger Jahre aber, wie Abba wieder in Mode kam und damit auch die Einnahmen durch die Verwertung der Songs stiegen. Und dann, zwischen 1996 und 1997, taten Andersson und Ulvaeus etwas, das ihren Reichtum fast ins Unermessliche treiben sollte: Sie freundeten sich mit der Idee an, ihr Einverständnis für ein Musical mit Abba-Songs zu geben. "Mamma Mia!" Mit diesem Musical sollten die Songschreiber mehr Geld verdienen als mit den vielen Millionen verkaufter Schallplatten.

Zunächst waren Benny und Björn skeptisch: ein weiteres Musical? Mit "Chess" und "Kristina fran Duvemala" hatten sie zwar beträchtlichen Erfolg gehabt, aber die Idee der englischen Produzentin Judy Craymer, alte Abba-Hits in die Rahmenhandlung um eine junge Frau einzufügen, die auf einer griechischen Insel ihren Vater sucht, war ihnen ziemlich suspekt. Würde das funktionieren? Vor allem: Würden die Leute so etwas sehen und hören wollen?

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KOMMENTARE (10 von 12)
 
JoJo1509 (18.07.2008, 12:40 Uhr)
Kein Fan
Mein Zimmer war früher mit Postern ganz anderer Bands "verziert", aber ich habe Abba immer gern gehört. Sie gehören zu den Gruppen, die ich auch nach dreißig Jahren noch gut im Radio hören kann, ohne dass ich denke: "Auweia, das war ja damals auch so ein Totalausfall." Von denen gab's damals wie heute eine ganze Menge! Aber Abba hat für mich nie dazu gehört.
Schulse (18.07.2008, 12:16 Uhr)
@ se7endealer
Da kann ich ja nur lachen... Sie haben nicht die geringste Ahnung von der Musik die höre. Aber vergewissern kann ich Ihnen auch, dass ich pflege Musik zu hören die "Substanz" hat. DSDS Musik und alles was das Niveau liegt mehr noch ferner als ABBA... und die liegen mir schon verdammmt fern.
Was das mit der "F*****" betrifft, kann ich nur sagen: 1. So einige haben echt Glück, dass das Internet anonym ist, sonst würden sie sich vielleicht mit ihren Aussagen etwas zurückhalten bevor sie vielleicht eine auf die Selbige bekämen.
2. Da Sie offensichtlich alt genug sind um sich derart für eine Band wie ABBA in die Bresche zu stürzen, klingt ihr rethorisches Niveau überraschend kindisch
HabikK (18.07.2008, 10:06 Uhr)
Für die Masse gemacht
In ihren Popsongs haben sie einige sehr schöne, markante Wendungen und Arrangements die für jeden leicht erkennbar, verständlich und daher in einem Maße massentauglich sind, wie das bei fast keiner vergleichbaren Popband der Fall ist. Das ist ja auch das Wesen einer Popband, denn Pop kommt schließlich von "populär". Was populär ist gefällt der Masse, und das Wesen der Masse ist der Durchschnitt. Abba will auch nicht mehr und nicht weniger sein eingängige Popmusik für die Masse - und in diesem Punkt sind sie Spitze!
novalis1814 (18.07.2008, 04:19 Uhr)
Pop-Meisterwerke
Was sie geleistet haben? Die moderne Popmusik erfunden und zur Perfektion gebracht. Den Einfluss der Beatles leugnet kein Mensch - warum zweifelt man an dem von ABBA?
Und es waren schon bisschen mehr als sechs Hits. (Im Musical kommen übrigens auch unbekanntere Lieder aus den Alben vor.) Ich empfehle mal in "The Visitors" reinzuhören, ihrem letzten Album, da wird klar werden, dass ABBA keine gewöhnliche Band waren, sondern die großartigsten Popmelodien komponiert haben. Und neben all dem Geld-Scheffeln: Es ehrt ABBA, dass sie nicht auf das Comebacktour-Angebot eingegangen sind und einigermaßen würdevoll mit ihrem musikalischen Erbe umgehen (im Gegensatz zu anderen Bands dieser Zeit).
PS: Meine Begeisterung ist keine Nostalgie; als sich ABBA trennte, war ich (23) noch gar nicht geboren, leider.
sunnyboy_1 (18.07.2008, 03:09 Uhr)
als ob man sich ueber
Geschmack streiten koennte ?
Sicherlich sind sie nicht so reich geworden, weil keine Sau sich fuer ihre Songs interessiert.
Das uebliche Geschwaetz von Neidern kann man auch hier wieder lesen.
Wer Techno als Musik bezeichnet und auch noch danach tanzt, hat schon ordentliche "Geschmacksverirrungen".
Ach ja, alles Geschmackssache ;-)
senf-dazu-geben (18.07.2008, 02:46 Uhr)
ah... bah!
Die Bildzeitung macht auch sehr gute Umsätze, generationenübergreifend. Ist sie deswegen etwas anderes als ein Schundblatt? Wohl doch eher nicht.
Foxbravo (18.07.2008, 00:34 Uhr)
ok
das geht schon in Ordnung mit dem Erfolg. Und war/ist es wirklich erstaunlich , mit dem Generationen übergreifenden Erfolg ? Ich meine NEIN.
Die Umsätze sprechen auch da eine glasklare Sprache .
se7endealer (18.07.2008, 00:15 Uhr)
...keine fragen... !
@Schulse, kalox und alle anderen die Musik nur von den DSDS Kandidaten kennen..
...einfach mal die F**** halten ! Oder hat jemand die 0 gewählt ???
Kommentar (17.07.2008, 21:14 Uhr)
Super
Vielleicht bix für die heutig Jugend. Aber die Jugendkulter wecheslt auch alle 7 Jahre. Und dann kommt was neues... Aber mein Herz schlägt sofort höher, wenn ich ABBA höre... Werde mir sicherlich irgendwann auch nochmal die Abba Gold CD kaufen oder schenken lassen.
Kalox (17.07.2008, 21:09 Uhr)
eklig
ich bin vermutlich auch etwas zu jung (29) um diesen kram richtig erlebt zu haben, aber dennoch finde ich abba musik ekelhaft, konnte sie nie leiden - boney m. finde ich aber ok...
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