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Der Mastermind der Beatles

Er kreierte den Sound der Beatles und trug damit maßgeblich zu ihrem Weltruhm bei. Nun ist der Produzent George Martin im Alter von 90 Jahren gestorben.

George Martin

Der Produzent der Beatles, George Martin, ist im Alter von 90 Jahren gestorben.

Viele Personen wurden im Laufe der Zeit als "fünfter Beatle" bezeichnet. Darunter der 1967 verstorbene Manager der Gruppe, Brian Epstein. Oder der Musiker und Grafiker Klaus Voormann, der die Beatles künstlerisch beeinflusste und das Cover ihrer LP "Revolver" designte. Doch einer trug diesen Ehrentitel zu Recht: George Martin. Er war es, der die Gruppe entdeckte und ihr 1962 einen Plattenvertrag gab, nachdem die Musiker bei mehreren Labels abgeblitzt waren. Und er produzierte fast alle ihre Alben - und trug damit maßgeblich zum Klangbild der Fab Four bei. Wie nun bekannt wurde, ist der große Künstler im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr gab die Nachricht von Martins Tod auf seinem Twitter-Account bekannt - und postete ein Foto, das den Produzenten mit den Beatles zeigt.

Der Einfluss von George Martin auf die musikalische Entwicklung der Beatles kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er war es, der den Sound der Gruppe von einer schrammeligen Beat-Band weiterentwickelte. Im Laufe der Jahre wurden zunächst die Arrangements komplexer, George Martin erweiterte den Klangkosmos der Band um Instrumente und Klangfarben, die es in der Rockmusik zuvor nicht gab. So verwendeten die Beatles in "Norwegian Wood" 1965 erstmals eine indische Sitar, in "Penny Lane" erklang eine Bach-Trompete, und "For No One" wies ein Hornsolo auf. Der Hit "Yesterday" wurde von einem klassischen Streichquartett begleitet.

George Martin experimentierte mit den Beatles

Wichtiger waren die Studio-Experimente, mit denen Martin die Beatles ab Mitte der 60er Jahre in ihre psychedelische Phase führte. Durch seine kreative Verwendung der damals nur vierspurigen Tonbandgeräte kreierte er immer komplexere Klangschichten, die in dem Album "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" mündeten. Die Produktion des 1967 veröffentlichten Albums nahm mehr als 129 Studiotage in Anspruch und verschlang die für damalige Verhältnisse unerhörte Summe von 25.000 Pfund. Dafür gelang Martin und den Beatles ein Meisterwerk, das Brian Wilson buchstäblich in den Wahnsinn trieb: Der Mastermind der Beach Boys scheiterte mit dem Versuch, "Sgt. Pepper" zu übertreffen - und verfiel in eine mehrjährige künstlerische Agonie.

Auch nach der Auflösung der Beatles arbeitete Martin mit den Bandmitgliedern zusammen, so entstanden unter anderem Hits wie der James-Bond-Klassiker "Live and Let Die", auch bei Paul McCartneys Duetten mit Stevie Wonder ("Ebony and Ivory") und Michael Jackson ("Say Say Say) saß Martin am Regler. Daneben produzierte er die Werke anderer Künstler, etwa Elton Johns Hommage auf die verstorbene Lady Diana, den Megahit "Candle in the Wind". 1996 erhob ihn Königin Elisabeth II. in den Ritterstand, drei Jahre später wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen - als einer der wenigen Produzenten.

Mit dem Tod von George Martin hat die Musikwelt den neben Brian Wilson und Phil Spector bedeutendsten Studiokünstler verloren. Sein Einfluss ist bis heute spürbar. Mark Ronson, aktuell einer der erfolgreichsten Produzenten, erwies ihm auf Twitter  seine Reverenz: "Danke, Sir George Martin: der größte britische Musikproduzent aller Zeiten. Wir werden nie aufhören, in der Welt zu leben, die du mitgeschaffen hast."

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