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Poitras will Henri-Nannen-Preis ebenfalls einschmelzen

Mit der Ankündigung, den Nannen-Preis einschmelzen zu wollen, hat Preisträger Jacob Appelbaum für Aufsehen gesorgt. Nun will es ihm die Journalistin Laura Poitras gleichtun. Ein später Protest.

Die US-Journalistin Laura Poitras erwägt, dem Beispiel von Henri-Nannen-Preisträger Jacob Appelbaum zu folgen und die ihr überreichte Skulptur des stern-Gründers einschmelzen zu lassen. "Auch ich denke darüber nach, das Preisgeld zu spenden und die Büste einzuschmelzen", sagte Poitras dem NDR-Medienmagazin "Zapp".

Sie sei geschockt gewesen, als ihr Appelbaum Nannens Geschichte erzählte, besonders dessen Engagement in einem Leni-Riefenstahl-Film. "Als Dokumentarfilmerin steht Riefenstahl für das schreckliche Erbe, mit dokumentarischen Bildern den Faschismus zu fördern", so Poitras.

hatte am Freitag in Mannheim gesagt: "Ich lehne es ab, den Namen zu tragen und den Kopf eines Mannes zu präsentieren, der Propaganda für die Nazis gemacht hat."

Im Netz reagiert man auf die angestrebten Einschmelzungen mit Unverständnis. Das deutsche Medienmagazin meedia.de schreibt: "Natürlich muss man eine Galionsfigur des Nachkriegs-Journalismus wie Nannen nicht bewundern und verehren. Aber einen in seinem Namen im Rahmen einer aufwändigen Gala vergebenen Preis lehnt man aufgrund historischer Gegebenheiten nicht im Nachhinein ab. Das ist schlicht stillos und fällt auf den Preisträger zurück."

Ähnliche Statements finden sich auch auf Twitter.

Der frühere stern-Chefredakteur und Mitinitiator des Preises, Thomas Osterkorn, hatte dazu erklärt, es sei allgemein bekannt, dass Henri Nannen (1913-1996) Ende des Zweiten Weltkriegs Mitglied einer Kriegsberichterstatter-Kompanie der Luftwaffe war. "Er hat daraus auch keinen Hehl gemacht und später mehrfach bedauert, was er damals an Propagandazeug geschrieben hatte." Nannen auf seine Aktivität in der Nazi-Zeit zu reduzieren, sei nicht angemessen.

stb/DPA/DPA

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