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So hätte der Schweiger-"Tatort" eigentlich beginnen sollen

Spannende Szenen im Hamburger "Tatort": Die "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers gab ihr Schauspieldebut, wurde im Film brutal als Geisel genommen. Eigentlich hätte der Krimi noch dramatischer beginnen sollen.

Judith Rakers

Judith Rakers moderiert regelmäßig die "Tagesschau". Ihr Auftritt im "Tatort" soll eine Seltenheit bleiben.

Til Schweiger kriegt sie alle: Im aktuellen ""-Zweiteiler aus Hamburg standen Promis vor der Kamera, die sonst mit der Schauspielerei nicht viel zu tun haben. So schlüpften in "Der große Schmerz" am 1. Januar die Musiker Ferris MC und Helene Fischer in Bösewicht-Rollen. Zwei Tage später gab es dann in "Fegefeuer" eine Überraschung: Die "Tagesschau"-Sprecherin Judith Rakers spielte sich selbst. Im Krimi wurde die Moderatorin während einer Live-Sendung als Geisel genommen, hatte dadurch wenig Text. "Meine Aufgabe war es eher, erschrocken zu gucken", sagte die 39-Jährige der "Bild"-Zeitung über ihren Gastauftritt, der absolut geheim gehalten wurde. Nicht nur, um die Spannung zu erhalten.

Denn eigentlich sollte der "Tatort" ausnahmsweise komplett ohne Vorspann starten. Direkt im Anschluss an die reguläre  mit Judith Rakers wollte die ARD die brutale Geiselnahme aus dem Schweiger-Krimi senden - damit es so wirkt, als ob der Angriff wirklich geschehe. "Allerdings wären 'Tagesschau' und 'Tatort' klar voneinander abgesetzt worden. Es hätte ein mehrere Sekunden langes Schwarzbild gegeben und der Beginn des 'Tatorts' wäre mit einem 'Tatort'-Logo deutlich gekennzeichnet worden", sagte eine NDR-Sprecherin dem stern. Til Schweiger hatte bereits vor seinem ersten Einsatz als "Tatort"-Kommissar für die Abschaffung des traditionellen Vorspanns plädiert.

Idee wurde wegen Paris verworfen

Doch die ungewöhnliche Idee wurde schlussendlich wegen den Ereignissen in Paris nicht umgesetzt. "Nach den Anschlägen und der von Paris war diese Idee nicht mehr vertretbar. Wir wollten die Zuschauer nicht verunsichern", so der NDR.

Kurz nach den Terror-Anschlägen in Frankreich war die Ausstrahlung des Hamburg-"Tatorts" bereits verschoben worden. Die bewaffneten Geiselnehmer erinnerten zu sehr an die schrecklichen, realen Szenen in der französischen Hauptstadt. Während Til Schweiger sich darüber beschwerte, kann die Entscheidung gut nachvollziehen. Sie hätte eine Ausstrahlung mit Blick auf die Opfer für gefühllos und falsch gehalten, sagte Rakers der "Bild". 

Statt Rakers im weißen Hosenanzug bekamen die Zuschauer deshalb vor dem "Tatort" Jan Hofer zu sehen.

sst

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo