HOME
TV-Kritik

So lästert Thomas Gottschalk über Dieter Bohlen

Treffen der Generationen: Thomas Gottschalk war am Dienstagabend zu Gast bei "Circus HalliGalli". Die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf übten sich etwas zu viel in Respekt. Erst als es um Bohlen ging, wurde es spannend.

Thomas Gottschalk bei "Circus HalliGalli"

Thomas Gottschalk bei "Circus HalliGalli": Er erzählt, Joko Winterscheidt hört in gebührendem Abstand zu.

Oppa erzählt aus'm Krieg. So lässt sich der Besuch von bei "Circus HalliGalli" zusammenfassen. Der Altmeister durfte die Show von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit einstudierten Gags eröffnen. "Die haben gesagt, ich soll mich für Ryan Gosling ausgeben. Dabei sieht doch jeder, dass ich Frank Elstner bin." Höhö. Gottschalks Auftritt wirkte wie ein Rückfall in alte "Wetten, dass ..?"-Zeiten: die gleiche blonde Lockenmähne, das gleiche verrückte Outfit und die gleichen Sprüche, die irgendwie aus der Zeit gefallen schienen.

Statt den Grandseigneur der Samstagabendunterhaltung aus der Reserve zu locken, erstarrten die Moderatoren Joko Winterscheidt und in Ehrfurcht. Vielleicht erinnerten sie sich mit Schrecken daran, dass auch ihnen einmal "Wetten, dass ..?" angeboten wurde. Heute mögen sie denken: Puh, da haben wir ja nochmal Glück gehabt, dass wir nicht in einer Reihe mit Frank Elstner, Thomas Gottschalk, Wolfgang Lippert und Markus Lanz genannt werden.

Alte "Wetten, dass ..?"-Geschichten bei "Circus HalliGalli"

"Ich habe alle Sender durch, ich habe alle Formate durch", erzählt Thomas Gottschalk altmeisterlich, um dann alte "Wetten, dass ..?"-Geschichten aufzuwärmen. Er habe bei den Proben nie gedacht, dass die Live-Show klappen würde und es habe ein Giftschrank an eingereichten Wetten gegeben, die nie gespielt wurden. "Ein Bestatter wollte wetten, dass er am Aussehen der Leiche die Todesart erkennen kann. Ein anderer behauptete, er könne höher pinkeln, als der aktuelle Weltrekord im Hochsprung." Da setzte das ZDF doch lieber auf die bewährten Baggerwetten.

Spannend wird es erst, als Gottschalk über seine Zeit als Juror beim "Supertalent" spricht. Ein Fehler, wie der 66-Jährige heute unumwunden zugibt. "Man macht ja im Leben nicht alles richtig." Er habe die Show aus den USA gekannt, deshalb habe er zugesagt. Doch dann habe sich herausgestellt, dass Deutschland offenbar weniger Talente besitze und sich die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen schwierig gestaltete. "Ich habe den Kollegen Bohlen unterschätzt. Ich dachte, wir werfen uns die Bälle zu, aber er hat einfach nicht zurückgeworfen", teilt Gottschalk aus.

Thomas Gottschalk erzählt, und Joko und Klaas hören andächtig zu

Andächtig und in gebührendem Abstand lauschten und Klaas den Worten Gottschalks: kein Widerspruch, kein Gag auf seine Kosten. Das Treffen der Generationen verkam zum zahmen Kaffeeklatsch. Dabei ist Gottschalk am besten, wenn er herausgefordert wird. Die Chance ließen Joko und Klaas verstreichen. Bubis statt Lausbuben. Schade.


Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo