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Mach's noch einmal!

Ein Hurenhit und seine Folgen: Einmal mehr soll Alexandra Neldel in den Quotenkampf ziehen und den Erfolg der "Wanderhure" wiederholen. Vermutlich wird es ihr gelingen. Verdient hat das keiner.

  Zieht ein letztes Mal als "Wanderhure" für Sat.1 durch die Wälder: Alexandra Neldel

Zieht ein letztes Mal als "Wanderhure" für Sat.1 durch die Wälder: Alexandra Neldel

Das waren noch Zeiten. Als das Schwert den Kampf um eine Frau entschied. Man sich im Matsch suhlte, anstatt nine to five am Bürostuhl zu kleben. Als zerrissene Kleider zum Liebesakt gehörten wie das zünftige Besäufnis samt Wildschweinbraten am Abend. Doch was tun, wenn man in Zeiten lebt, in denen man Zahlen statt Muskeln vorlegen muss, um den Chef zu überzeugen und auch die konsumgeile Familie sich nicht mit einem erlegten Kaninchen zufrieden gibt?

Es bleibt die Flucht in die Traumwelt: Zehn Millionen Zuschauer verfolgten vor zwei Jahren das Mittelalterepos "Die Wanderhure" auf Sat.1. Es war ein absoluter Überraschungserfolg. Das Kettenhemd-Spektakel mit Alexandra Neldel in der Hauptrolle wurde zum meistgesehenen Fernsehfilm der letzten Jahre. Seitdem weiß man um die Zugkraft des Mittelalters und produziert kräftig nach. Neldels Hurenhit hat gar eine wahre Mittelalterwelle losgetreten: Die Verfilmung des Ken-Follett-Bestsellers "Die Säulen der Erde" auf Sat.1 verwies selbst den RTL-Dauerbrenner "Bauer sucht Frau" wenige Monate später auf den Quotenscheiterhaufen. Die Mittelalterserie "Borgia" lief überdurchschnittlich im ZDF. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass man wieder auf die Liebesdienste der Wanderhure zurückgreifen würde.

Liebesspiele zwischen Pest und Cholera

Heute Abend zieht Alexandra Neldel also in "Die Rache der Wanderhure" für Sat.1 wieder in die Quotenschlacht und wird viel Blut, Tränen und Kleider lassen, um an den Erfolg von damals anzuknüpfen. Sex, Mittelalter, Alexandra Neldel - die Zutaten für eine Fortsetzung des Erfolges scheinen so simpel wie effektiv. Und vermutlich werden auch wieder Millionen die Verfilmung des Bestsellergespanns Iny Lorentz einschalten - die Frage ist nur: warum?

Keine Frage: Irgendwo da draußen gibt es sie, die Haushalte in deren Bücherregalen sich die Historienromane des Schriftstellerehepaares Iny Klocke und Elmar Wohlrath aneinanderreihen. "Die Kastellanin", "Das Vermächtnis der Wanderhure", "Die Tochter der Wanderhure", "Töchter der Sünde", "Die Kastratin" - Millionenfach haben sich ihre Schmonzetten verkauft, die ihre Leser zwar nicht mit Anspruch, dafür aber mit historischen Absurditäten und lüsternen Liebesspielen zwischen Pest und Cholera zu fesseln wissen.

Fürs Fernsehen, so möchte man meinen, muss es schon etwas mehr sein. Und wird eines Besseren belehrt: Die Verfilmung "Die Rache der Wanderhure" ist ein simpel gestricktes Spektakulum mit der Ästhetik eines Mittelaltermarktes in Bottrop. Die Dialoge sind schlicht, die Story ist vorhersehbar: Marie, der Kastellanin von Hohenstein (Alexandra Neldel), wird die Nachricht vom Tod ihres geliebten Mannes überbracht. Sein Schwert, das er im Kampf trug, ist nicht von Blut beschmutzt. Blitzschnell kombiniert die ehemalige Prostituierte, dass ihr Gatte Michel (Bert Tischendorf) gar nicht gefallen sein kann, wie man es ihr weiszumachen versucht. Als Nonne verkleidet macht sich die junge Mutter auf die Suche nach der Wahrheit.

Mittelmäßiger Mittelaltermumpitz

Etwas Dreck auf der Wange und eine verschwitze Kutte sollen von dem Mut einer Frau zeugen, die für die Liebe allen Gefahren trotzt. Dabei hält Neldel das Plastikschwert so dilettantisch, dass man um das Wohl des einstigen Soapstars fürchtet. Zum Glück jedoch verfügt Mutti nicht nur über einen mittelalteruntypisch wohlgeformten Körper, sondern auch über eine erstklassige Hurenausbildung - was ihr in manch brenzliger Situation weiterhilft. Gemein: Michel lebt zwar, hat aber sein Gedächtnis verloren und erkennt, dass das Mittelalter auch andere schöne Frauen hervorgebracht hat. Marie muss sich also nicht nur mit dem gemeinen und notgeilen Großinquisitor (Julian Weigend) herumschlagen, sondern auch mit den Intrigen ihrer Gespielin - Lisa Plenske lässt grüßen. Und Alexandra Neldel vergießt bei diesem mittelmäßigen Mittelaltermumpitz so viele Tränen wie Veronica Ferres in ihren besten Zeiten.

Um den Quotenerfolg bloß nicht zu gefährden, haben sich Regisseur Hansjörg Thurn und die Drehbuchautoren Dirk Salomon und Thomas Wesskamp so weit es geht am ersten Teil orientiert und auch die Hauptaussage übernommen: Die Bösen sind immer die mit den schlechten Zähnen. Und die Schönheit siegt.

Sat.1 braucht Liebesdienste der "Wanderhure"

So einfach ist das. Ob die Zuschauer sich auch von der Schlichtheit der "Wanderhure" überzeugen lassen, wird sich heute Abend ab 20.15 Uhr zeigen. Sicher ist, dass Sat.1 die Liebesdienste der "Wanderhure" samt Quotenhoch mehr als gebrauchen kann. Der Marktanteil des Senders ist im Schnitt so schlecht, wie seit Jahren nicht mehr. Fernsehvorstand Andreas Bartl, der Sat.1 eigentlich mit Eigenproduktionen wie der "Wanderhure" zu alter Stärke zurückführen wollte, hat die Flucht ergriffen. Ob er dadurch jetzt die Fortsetzung des Erfolges oder die größte Enttäuschung des Jahres verpasst, bleibt abzuwarten.

Sat.1 hat sich auf jeden Fall alle Mühe gegeben, den Hurenhit über den Abend auszudehnen. Auf den Film folgt die Dokumentation "Käufliche Liebe im Mittelalter". Teil drei der Verfilmung ist schon in Planung. Und auch über eine vierte Episode wird bereits verhandelt. Bücher gibt es ja genug. Die Wanderung nimmt kein Ende. Der Weg ist das Ziel.

kmi

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