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"Dagobert" darf noch nichts verraten

Der Karikaturist und geläuterte Kaufhaus-Erpresser wird für das Privatfernsehen Dschungel-Bewohner auf Zeit. Arno Funke, früher "Dagobert", darf aber noch nichts verraten - ihm fällt das schwer.

  Hat "Dagobert" hinter sich gelassen: Kaufhaus-Erpresser und Karikaturist Arno Funke zieht ins "Dschungelcamp"

Hat "Dagobert" hinter sich gelassen: Kaufhaus-Erpresser und Karikaturist Arno Funke zieht ins "Dschungelcamp"

Der frühere Kaufhaus-Erpresser "Dagobert" und heutige Karikaturist Arno Funke zieht ins RTL-Dschungelcamp. Eigentlich dürfe er vorher gar nicht darüber reden, sagte Funke der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist vertraglich so geregelt." Doch ganz so zugeknöpft will sich der 62-jährige Berliner nicht geben.

Ob er sich für das Spektakel im australischen Dschungel beworben habe? "Nein, die rufen einfach an", sagte Funke. "Ich war aber nicht überrascht." Die größte Herausforderung? "Jetzt müssen wir aber wirklich Schluss machen", meinte Funke am Telefon und lachte. Ob er mit der Gage Schulden abbezahle und ob er daran denke, Camp-Mitbewohner zu zeichnen, ließ der Ur-Berliner offen. "Ab Mitte Februar bin ich wieder frei" - zum Reden, stellte er in Aussicht. Offensichtlich würde er schon jetzt gerne plaudern.

Funke hatte in den 90er Jahren bundesweit für Aufsehen gesorgt, als er die Polizei mit ausgeklügelten Tricks und gescheiterten Geldübergaben in Atem hielt. 1994 wurde er gefasst. Das sei das Beste gewesen, was ihm passieren konnte, sagte Funkte laut "Tagesspiegel". So habe er sein verkorkstes Leben neu beginnen können.

"Manche sehen ihren Karikaturen viel ähnlicher als sich selbst"

"Dagobert" bekam seinen Spitznamen von Polizei und Medien, weil er per Zeitungsannonce "Onkel Dagobert grüßt seine Neffen" das Signal zur Geldübergabe geben wollte. Er galt als sympathischer Krimineller - er narrte die Polizei, und bei seinen gewitzten Aktionen wurde niemand verletzt.

Funke wurde 1996 zu neun Jahren Haft verurteilt und kam im Sommer 2000 vorzeitig frei. Heute arbeitet der Vorzeige-Resozialisierte für das Satiremagazin "Eulenspiegel". Auch als Buchautor ist der hochintelligente Funke bekannt.

Für das aktuelle "Eulenspiegel"-Heft hat der gelernte Schildermaler auf dem Titelbild Silvester 2013 als "Dinner vor One" vorempfunden - zu sehen ist im Vordergrund der jetzige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück - mit der Sprechblase "Wieder nur Butler".

Politiker gehörten zu seinen Lieblings-Sujets, wie der Spötter 2010 in einem Berliner Theater berichtete. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeichnet er demnach besonders gern. "Bei Merkel ist Leben im Gesicht." Funkes Erfahrung: "Manche Menschen sehen ihren Karikaturen viel ähnlicher als sich selbst."

Zwischen königlichen Schwulen-Ikonen und Kakerlaken

Bei dem Zwei-Wochen-Spektakel in der Nähe der australischen Ostküste soll nach Medienberichten auch der Schauspieler Helmut Berger dabei sein. Er wurde mit "Ludwig II." zur deutschen Schwulen-Ikone. Zur Teilnahme von Arno Funke titelte der "Tagesspiegel": "Vom A-Kriminellen zum C-Prominenten".

Am 11. Januar beginnt die Show zwischen Maden und Kakerlaken mit elf mehr oder minder prominenten Kandidaten. Am 26. Januar wird das Finale sein, und dann steht auch der Dschungelkönig fest. Es wird der siebte in der Geschichte der Sendung seit 2004 sein. Als neuer Moderator wird Daniel Hartwich, 34, an der Seite von Sonja Zietlow, 44, agieren. Hartwich ersetzt den im Oktober gestorbenen Komiker Dirk Bach.

Jutta Schütz, DPA/DPA
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