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Für Menschen zumutbar, für Hunde nicht?

Wie schlimm ist das Hundeleben im Container? Tierschützer wollen Marijke Amados wuscheliges Haustier retten. Sat.1 wiegelt ab: Dem Tier gehe es blendend.

  Auf Frauchens Arm fühlt sich Zottel Jottem sichtlich wohl, aber wie gefällt es ihm eingesperrt mit C-Promis im Container?

Auf Frauchens Arm fühlt sich Zottel Jottem sichtlich wohl, aber wie gefällt es ihm eingesperrt mit C-Promis im Container?

Die neue Sat.1-Show "Promi Big Brother" hat den Unmut von Tierschützern auf sich gezogen. Das Leben im Container sei unzumutbar für den kleinen, wuschelige Hund Jottem, der mit Moderatorin Marijke Amado eingezogen war, befand der Deutsche Tierschutzbund. "Ein Hund braucht Auslauf und einen Rückzugsbereich", sagte Präsident Thomas Schröder der "Bild"-Zeitung und forderte, das Tier herauszuholen.

Ins gleiche Horn stießen Designer Harald Glööckler und die Tierrechtsorganisation Peta "Diese vielen kreischenden Menschen und der ganze Trubel, das war offensichtlich zu viel für den armen kleinen Hund", erboste sich Glööckler auf der Seite der Tierschützer. Am liebsten wäre er sofort in das Haus gestürmt und hätte den Havaneser mit dem "weit geöffneten, hechelnden und nach Luft schnappenden Schnäuzchen" gerettet.

Sat.1 sieht das freilich völlig anders: "Der Hund bekommt ausreichend Auslauf und Zuwendung. Ein Mitarbeiter geht mehrmals täglich mit dem Hund spazieren", versicherte Pressesprecherin Diana Schardt dem Klatschportal "Promiflash".

Hoffnung auf neues "Dschungelcamp" verpufft

Auch an der Quotenfront weht Sat.1 ein eher lauwarmer Wind entgegen. Die Hoffnungen, mit dem Format einen ähnlichen Hype wie beim Dschungelcamp zu erzeugen, erfüllten sich nicht.

Die erste, fast dreieinhalbstündige Ausgabe schaffte es mit 3,21 Millionen Zuschauern (12,7 Prozent Marktanteil) beim Gesamtpublikum am Freitagabend nur auf den vierten Platz. Am Tag darauf hatte sich eine ganze Million bereits vom Format verabschiedet. Nur noch 2,23 Millionen sahen laut Quotenmeter die erste einstündige Live-Show am späteren Samstagabend. Bei der jüngeren Gruppe von 14 bis 49 Jahren sank die Zuschauerzahl auf 1,8 Millionen. Immerhin: Bei den Werberelevanten kam Sat.1 auf einen Marktanteil von 15,6 Prozent. Für den Münchner Sender, der zu dieser Zeit traditionell schwächelt, sind das noch immer recht gute Werte.

Für den Privatsender, ständig im Schatten von RTL, hat die Mammutshow eine ungeheure Bedeutung. ""Promi Big Brother" hat für uns die Wichtigkeit einer Fußball-Weltmeisterschaft", sagte Geschäftsführer Nicolas Paalzow kurz vor dem Sendestart der Nachrichtenagentur DPA.

Auf ein verspätetes Sommermärchen hoffen die Münchner aber wohl umsonst.

jwi/DPA/DPA

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