Startseite

Gute Action nach "Leipziger Art"

Eine Woche nach der Schweiger-Premiere anzutreten, ist gewiss keine leichte Aufgabe. Doch die Leipziger "Tatort"-Ermittler Simone Thomalla und Martin Wuttke lösten sie mit Bravour - und Action.

Von Swantje Dake

  Für 20 Meter reicht Kepplers (Martin Wuttke) Luft - danach muss er die Verfolgungsjagd abbrechen

Für 20 Meter reicht Kepplers (Martin Wuttke) Luft - danach muss er die Verfolgungsjagd abbrechen

Ja, was sollte denn jetzt noch kommen? Nach dem Schweiger-Debüt mit Rekordquote lag die Messlatte hoch. Noch mehr Tote? Noch mehr Blut? Mehr von dem Krach-Bäng-Krawumm? Das war von den Hauptkommissaren Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) kaum zu erwarten.

Doch Saalfeld und Keppler bewiesen das Gegenteil. Sie begegneten dem Hamburger Kollegen Tschiller durchaus auf Augenhöhe. Allerdings blieben sie der "Tatort"-Manier treu und verzichteten auf Action um der Action willen. Bereits in den ersten fünf Minuten - der Vorspann war noch nicht mal vorbei - gab es den ersten brennenden Menschen. Auf gleich vier Leichen brachte es der "Schwarze Afghane". Eine ungewöhnlich hohe Sterberate am Sonntagabend. Deutet sich da eine Entwicklung zu mehr Thriller-Elementen im "Tatort" an?

Weniger Provinz, mehr Stars

Zumindest wurden auch im aktuellen Leipziger Fall wieder die ganz großen kriminellen Themen gewälzt - statt Mädchenhandel und Mafia waren es diesmal Islamismus, Terrorismus und Drogenhandel. Der klassische Mord in der Familie mit den Motiven Eifersucht, Rache oder Gier scheint im "Tatort" eine Auszeit zu nehmen. Auch geht es nicht mehr ohne Spezialeinsatzkommando, das durch den Schlamm robbt, und Kollegen, die aus übergeordneten Behörden den Kommissaren ins Handwerk pfuschen, dabei stets am Rande der Legalität und mit hoher Brutalität operieren. Das hatte vor dem neuen Hamburger Ermittler schon das Duo aus Bremen erfahren müssen.

Dieses überbordende Angebot an Action wurde im Leipziger Fall mit einem entsprechenden Staraufgebot garniert. Ganz wunderbar: Sylvester Groth als zwielichtiger Spediteur Müller. Als Drogenschmuggler ist er eigentlich der Böse, doch die Sympathien des Zuschauers fliegen ihm zu, als seine Tochter vom Attentäter festgehalten wird. Anatole Taubman glänzte als zwielichtiger Kollege vom Militärischen Abschirmdienst. Auch Kostja Ullmann war eine tolle Besetzung für den hochbegabten Studenten Arian Bakhtari, dessen terroristisches Handeln sich nicht in Religion und Weltanschauung begründet.

Thomalla stöckelt sich durchs Unterholz

Saalfeld und Keppler gaben sich abgebrüht und schnoddrig. "Menzel, ich will, dass sie die ganze Halle auseinandernehmen", herrschte Keppler den Kriminaltechniker an. "Es riecht hier, als ob hier gerade gegrillt wurde", kommentierte Saalfeld die unfreiwillige Selbstverbrennung. Thomallas Figur Saalfeld ist mittlerweile der coole Cop, den nichts mehr schocken kann. Doch ein Tick zu cool: Wenn die Kommissarin in Pumps und mit hochgeschnürtem Dekolleté durchs Unterholz stöckelt, muss man sich wirklich fragen, ob das Simone Thomallas Interpretation ist oder das so im Drehbuch steht.

Und wenn Letzteres: Warum tut Thomalla nichts dagegen? Kollege Keppler hingegen ermittelte zwei Tage in seinem Vietnamurlaubs-Outfit, kam unausgeschlafen und verschwitzt daher, japste nach 20 Metern Verfolgungsjagd und gab sich auch mit einer blutenden Schramme zufrieden - höchst sympathisch. Diese Unzulänglichkeiten der Kommissare machen einen guten "Tatort" aus.

Wie auch das offene Ende, das den Zuschauer ganz galant zurück an die Realität übergibt. "Wo ist die vierte Granate", ist Kepplers letzter Satz an seine Kollegin. Der von Rachegelüsten getriebene Student hatte vier US-Signalraketen gestohlen. Nur drei haben die Kommissare gefunden. Der Satz bleibt unbeantwortet im Raum hängen. Ein hervorragender Kniff, der wirklich gute "Tatort"-Unterhaltung vom "Schweiger"-Tatort unterscheidet: Am Ende ist nicht immer alles gut.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools