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Anke Engelke zeigt's dem TV-Streber

Die Sommerpause hat Günther Jauch bitter nötig: Seinem Promi-Spezial von "Wer wird Millionär?" ging viel zu schnell die Luft aus. Verlass war jedoch auf Anke Engelke als Stimmungsmacherin. Sie teilte kräftig gegen den Gastgeber aus.

Von Katharina Miklis

  Zum vierten Mal auf Günther Jauchs heißem Stuhl: Anke Engelke

Zum vierten Mal auf Günther Jauchs heißem Stuhl: Anke Engelke

  • Katharina Miklis

Eigentlich ist es kaum noch möglich. Aber es soll tatsächlich noch Menschen geben, die noch nie "Wer wird Millionär?" gesehen haben. Seit über zehn Jahren ist Günther Jauchs Quiz fest verankert im RTL-Programm. 23 Prominentenspecials hat es schon gegeben. Weit über 1000 reguläre Folgen. Gefühlt hat jeder vierte Bundesbürger schon einmal Platz genommen auf Günther Jauchs immergleichem Ratestuhl. Und dann sitzt da plötzlich Fürstin Gloria von Thurn und Taxis in der 24. Promi-Ausgabe am Montagabend und gibt das Unfassbare zu: Sie hat noch nie "Wer wird Millionär?" gesehen. Nicht ein einziges Mal.

Dafür oder gerade deswegen kämpft sie sich locker durch bis zur 64.000-Euro-Frage - bis zum Untergang der Titanic. Die Regeln versteht die Fürstin nicht wirklich. Aber wen kümmert das schon, wenn am Ende für einen guten Zweck gespendet wird? Allerdings: Die Spannung geht dabei recht schnell flöten, wenn schon ab der ersten Gewinnstufe von den prominenten Kandidaten kräftig geholfen wird. So marschiert auch Fernsehkoch Horst Lichter stramm bis zur 64.000-Euro-Frage und erzählt zwischen den Fragen von seiner Jugend im Bergbau, seiner Vorliebe für alte Autos und dem plötzlichen Kindstod seines ersten Kindes. Bis der Koch mit dem Schnirkelbart schließlich an der weit verbreiteten Schnirkelschnecke scheitert - und nur 32.000 Euro mitnehmen darf.

Damit macht er den Weg frei für das Moderatorenduo von "Let's Dance", das es zwar bis zur 500.000-Euro-Frage schafft, jedoch den Zuschauer mit recht belanglosen Worthülsen langweilt und offensichtlich auch den Gastgeber an die Grenzen seiner Kreativität treibt. Immerhin holen Fußballergattin Sylvie van der Vaart und Daniel Hartwich Günther Jauch seinen stern TV-Nachfolger Steffen Hallaschka ans Ohr. Er ist ihr Telefonjoker, kann jedoch mit dem Geburtsgewicht eines Braunbärenbabys nicht weiterhelfen. Am Ende verzweifelt das RTL-Pärchen an der Prägestätte für Euro-Münzen. 125.000 Euro gibt es schließlich für van der Vaart und Hartwich, die es mit "weiblicher Intuition und männlichem Halbwissen" (Jauch) immerhin bis zur vorletzten Frage schaffen.

Schlagabtausch am Ratepult

Ganze zwei Stunden zieht sich der zähe Rateabend hin, da nimmt Anke Engelke auf dem Stuhl Platz und weckt Zuschauer und auch den Gastgeber wieder auf. Etwa indem sie ihn mit seiner biederen Art aufzieht. Jauch hatte sie zuvor wegen ihrer Lesebrille mit Nana Mouskouri verglichen. "Und Sie, sind Sie immer noch Klassensprecher?", fragt Engelke. Und darf sich daraufhin anhören, wie der TV-Streber die Namen seiner alten Mitschüler im Klassenbuch alphabetisch runterbetet.

Bereits zum vierten Mal ist Anke Engelke bei "Wer wird Millionär?" zu Gast. Das zahlt sich für den Unterhaltungswert des langgezogenen Fernsehabends einmal mehr aus. Und das obwohl sie, wie sie selbst sagt, längst nicht mehr die "Comedyqueen" oder "TV-Titanin" sei, als die sie einst gefeiert wurde. "Bei mir läuft's nicht gut", witzelte die selbsternannte "Ulknudel". "Meine nächste Station nach dem Promi-Spezial ist das Dschungelcamp".

Dafür läuft es für sie bei Günther Jauch nach wie vor hevorragend: Zwei Mal konnte sie bereits eine halbe Million für einen guten Zweck erspielen. Am Montagabend immerhin 125.000 Euro. Und das, obwohl Jauch versuchte, ihr mit Pantoffeltierchen, Shakespeare und Exhibitionismus das Leben schwer zu machen. Am Ende freute sich das Deutsche Medikamentenhilfswerk über ihre Spende - und der Zuschauer über Jauchs versöhnlichen Abschluss vor der Sommerpause.

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