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RTLs Quoten-Zugpferd lahmt

Die Promi-Ausgabe von "Wer wird Millionär?" holte den Tagessieg. Das ändert aber nichts daran: Der einstige Quoten-Bringer zieht nicht mehr. Der Innovationsstau bei RTL wird immer offensichtlicher.

Von Carsten Heidböhmer

Da kann auch Günther Jauch nicht viel dran ändern: "Wer wird Millionär?" läuft bereits in der 14. Staffel - und zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen.

Da kann auch Günther Jauch nicht viel dran ändern: "Wer wird Millionär?" läuft bereits in der 14. Staffel - und zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen.

So wenige Zuschauer hatte ein Promispecial von "Wer wird Millionär?" noch nie: Nur noch 6,80 Millionen Menschen wollten die aktuelle Ausgabe am Montagabend sehen. Das reichte zwar für den Tagessieg, dennoch zeigt sich, dass die Rateshow in die Jahre gekommen ist. Die 14. Staffel ist die quotenschwächste. Das gilt auch für die Prominentenspecials, die ebenfalls mit Zuschauerschwund zu kämpfen haben. Das 25. Promi-Ausgabe erreichte erst im November einen neuen Tiefstwert, der jetzt sogar noch um 120.000 Zuschauer unterboten wurde. Das mag auch an den etwas langweiligen Gästen gelegen haben - der Showeffekt von Ministerin Kristina Schröder und Fernsehkoch Steffen Henssler hält sich eben in Grenzen.

Vor allem aber ist es ein Indiz dafür, dass RTL ein ernsthaftes Problem hat: Langjährige Erfolgsformate taugen immer weniger als Knüller. Erst im April endete die zehnte Staffel der Castingshow "DSDS" mit einem neuen Tiefstwert. Trotz der Verpflichtung prominenter Juroren wie Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker geriet auch das "Das Supertalent" zum Quotendesaster. Auch Ratgeber-Formate wie "Rach, der Restauranttester" oder "Raus aus den Schulden" sind in die Jahre gekommen, die Seifenoper "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" gibt es sogar seit gut zwei Jahrzehnten. In den seltensten Fällen stürzt eine Sendung von heute auf morgen in der Publikumsgunst ab, meist sinkt die Quote langsam, aber stetig.

RTL im Mai schwach wie selten

Für den Sender wird das jedoch erst dann zum Problem, wenn die Quote unter den Senderschnitt fällt. Solange die Formate trotz Verlusten noch immer oberhalb liegen, lässt man sie weiterlaufen. So fehlt aber der Raum für neue Ideen und Innovationen.

Die schwindende Akzeptanz der RTL-Formate spiegelt sich auch in den Monatsauswertungen wieder: Mit nur noch 13,9 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erreichte der Sender im Mai einen der schlechtesten Werte der vergangenen 20 Jahre. Es gibt wenig, das aus RTL-Sicht für eine baldige Besserung spricht.

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